Washington
Susan Rice, die ehemalige nationale Sicherheitsberaterin der USA, hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, sich trotz ausreichender Warnungen nicht angemessen auf die COVID-19-Pandemie vorbereitet zu haben. Dies berichtete die britische Zeitung „The Independent“ am Sonntag unter Berufung auf ein Telefoninterview von Rice mit CNN.

Rice spielte eine Schlüsselrolle bei der Reaktion der Obama-Regierung auf die Ebola-Krise. Während der Übergangszeit habe ihr Team die neuen Trump-Verwaltungsbeamten über die Gefahr einer weiteren Pandemie informiert, erklärte Rice weiter. „Wir wissen, dass dies eine ernste und unmittelbare Gefahr ist.“ „Deshalb haben wir unter der Führung der Obama-Regierung das Büro für globale Gesundheit, Sicherheit und biologische Verteidigung eingerichtet.“
Das Büro war 2018 von der Trump-Regierung aufgelöst worden. Dies ist Rice zufolge einer der Gründe für die zu späte Reaktion der Regierung auf den Ausbruch der COVID-19-Epidemie.

In dem Bericht hieß es weiter, Trump habe versucht, die verzögerte Reaktion der Regierung zu verteidigen. Er habe erklärt, das neuartige Coronavirus habe die Welt „überrascht“. Rice sagte, diese Erklärung sei „falsch“. „Wenn ein US-amerikanischer Präsident fast jeden Tag dasteht und sagt: ‚Wer kann sich das vorstellen?‘ ‚Wer hätte das vorhersagen können?‘ oder ‚Wir wissen nicht, dass das passieren könnte.‘ Das ist falsch. Wir wussten nicht nur, dass es passieren wird, wir mussten auch darauf vorbereitet sein, so wie es die Obama-Regierung war. Wir haben der Trump-Regierung auch genug Geld gegeben, um damit umzugehen.“