Canberra
Die USA sind die größte Quelle für COVID-19-Infektionen in Australien.
Der australische Premierminister Scott John Morrison sagte in einem Interview mit dem australischen 2GB-Radio am Freitag, etwa 80 Prozent der neu diagnostizierten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in Australien seien importierte Fälle aus Übersee oder hätten direkten Kontakt zu Menschen gehabt, die aus dem Ausland zurückgekehrt seien. Davon „stammen die meisten aus den Vereinigten Staaten.“ In dem Interview hieß es weiter, die USA seien nicht in der Lage, genug Virustests durchzuführen, was bedeute, dass die tatsächliche Zahl von COVID-19-Fällen in den Vereinigten Staaten viel größer sei als die veröffentlichen Zahlen. „Ich glaube nicht, dass es irgendwelche Anzeichen dafür gibt, dass irgendein Land, einschließlich China, absichtlich etwas unternimmt“, so Morrison.

Morrisons Äußerungen wurden von vielen Medien als Kritik an der Untätigkeit der Trump-Regierung bei der Kontrolle der Epidemie interpretiert.
Die Verbreitung der COVID-19-Epidemie in Australien hat in der vergangenen Woche dramatisch zugenommen. Mit der zunehmenden Zahl der aus dem Ausland importierten und in Wohnvierteln übertragenen Fälle ist die Zahl der neu diagnostizierten Infektionen um mehr als 100 pro Tag gestiegen. Am Samstag um 14 Uhr Ortszeit betrug die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen in Australien 1.073. Sowohl die australische Regierung als auch Gesundheitsexperten sind der Ansicht, dass die schlimmste Zeit der Epidemie noch nicht gekommen sei.