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Chinesische Trainer lehren weltweit Tischtennis
   2008-09-28 15:35:33    Seite Drucken    cri

China wird weltweit als das Land des Tischtennissports bezeichnet. In den vergangenen Jahren haben chinesische Sportler und Trainer durch konsequente Bemühungen die Techniken in dieser Sportart immer weiter verfeinert und erweitert. Aus diesem Grund bleibt China in dieser Sportart auch weiter in einer Führungsposition. Gleichzeitig haben viele Trainer ihre modernen Ideen und Trainingsmethoden im Ausland verbreitet, um das Niveau des Tischtennis weltweit zu fördern. Statistiken zufolge gibt es derzeit in mehr als 100 Ländern und Regionen ausgezeichnete Tischtennistrainer aus China.

In der Gruppenphase der Mannschaftswettbewerbe der Herren bei den Beijinger Olympischen Spielen hat der Brasilianer Thiago Monteiro unglaublich den olympischen Goldmedaillengewinner von Athen, den Südkoreaner Ryu Seung Min, mit 3:0 bezwungen. Das war wahrscheinlich der bedeutendste Moment für Brasilien in dieser Sportart. Nach dem Gewinn umarmte Monteiro seinen chinesischen Trainer Wei Jianren sehr fest und lange.

Der 56-jährige Wei Jianren hat als Tischtennistrainer schon viermal mit Brasilien an Olympischen Spielen teilgenommen. Diesmal, in Beijing, war er der einzige chinesische Trainer der brasilianischen Delegation.

Als Wei Jianren vor 19 Jahren nach Brasilien gekommen war, gab es in Brasilien kaum Leute, die Tischtennis spielten:

"In Brasilien war es damals das große Problem, dass es keine guten Trainer für Anfänger gab. Ich kann sogar so sagen, dass viele Trainer selbst nicht gut Tischtennis spielen konnten. Viele junge Sportler hatten keine systematischen Trainingsmethoden. Sie spielten ganz einfach, aber es machte ihnen Spaß. Als ich nach Brasilien gekommen bin, fing ich an, Trainer für Anfängerkurse auszubilden. So konnte das Problem schrittweise gelöst werden."

Unter der aktiven Förderung von Wei Jianren hat das Brasilianische Olympische Komitee beschlossen, Tischtennis als einen wichtigen Teil des Sportunterrichts an Grund- und Mittelschulen zu verbreiten. Dadurch konnten viele Jugendliche von klein auf Tischtennis systematisch lernen. Dazu Wei Jianren:

"Dank unserer Bemühungen hat das Brasilianische Olympische Komitee diese Maßnahme durchgeführt. Vorher gab es bei den Sportfesten in Grund- und Mittelschulen keine Tischtenniswettbewerbe, aber jetzt ist diese Sportart in allen Schulen sehr beliebt."

In Südamerika war Tischtennis als Sportart lange nicht besonders populär. Als Pionier hat Wei Jianren in Brasilien großen Erfolg erzielt. Unter seiner Leitung hat Brasilien bei den letzten Panamerikanischen Spielen zahlreiche Goldmedaillen im Tischtennis gewinnen können. Die Nummer Eins dieser brasilianischen Traummannschaft Hugo Hoyama hat dabei auch in Brasilien eine Sensation geschafft. Aus diesem Grund wurde sein Trainer, nämlich Wei Jianren, auch vom damaligen brasilianischen Präsidenten Fernando Henrique Cardoso empfangen. Dazu sagt Wei Jianren:

"Brasilianer legen sehr großen Wert auf die Panamerikanischen Spiele. Bei den vorangegangenen Spielen hat Hugo Hoyama insgesamt neun Goldmedaillen gewonnen und ist dadurch auch der Sportler mit den meisten Goldmedaillen bei diesen Spielen geworden. Deshalb ist Tischtennis auch in Brasilien immer beliebter geworden."

So wie Wei Jianren hat Liu Yanjun ähnliche Erlebnisse gemacht. Seit 1996 ist er als Trainer des österreichischen Damenteams in der Alpenrepublik tätig. Dank seiner guten Arbeit zählen die Österreicherinnen heute zu den besten Tischtennisspielerinnen in Europa. Bei den Olympischen Spielen in Beijing hat Österreich den siebten Platz in der Mannschaftswertung erreicht, die bisher beste Leistung der österreichischen Damen.

Verglichen mit Amerika ist Tischtennis in Europa viel populärer. Aber in den vergangenen Jahren gab es fast keine europäische Tischtennisspielerin, die gegen eine asiatische Konkurrentin gewinnen konnte. Liu Yanjun sagt dazu, sein Wunsch sei es, den europäischen Tischtennisspielerinnen zu helfen und solche unangenehmen Ergebnisse zu ändern:

"Der Unterschied zwischen asiatischen und europäischen Spielerinnen ist sehr groß. Einige ausgezeichnete Spielerinnen wie Tamara Boros sind zudem schon etwas älter. Ehrlich gesagt, das alles beunruhigt mich sehr. Aber heute sind einige jüngere Spielerinnen wie Elizabeta Samara und Daniela Dodean aus Rumänien die Hoffnung Europas. Ich habe daher vorgeschlagen, zusammen mit dem Chinesischen Tischtennisverband ein Ausbildungszentrum für junge europäische Spielerinnen zu errichten. Die Europäische Tischtennisunion hat sich bereits damit einverstanden erklärt."

Liu Yanjun zufolge soll dieses Zentrum Anfang nächsten Jahres fertiggestellt werden. Die besten Tischtennisspielerinnen aus Europa werden dann zusammen mit Jugendmannschaften aus China trainieren. Trainer aus Europa und China wollen zudem auch gemeinsam Trainingspläne ausarbeiten. Liu hofft nun, dass die europäischen Tischtennisspielerinnen durch diese Bemühungen in Zukunft so gut wie asiatische Spielerinnen werden können:

"Ich hoffe, dass Spielerinnen aus Europa bei Wettkämpfen gegen die für ausländische Teams antretenden Chinesinnen und gegen Spielerinnen aus anderen asiatischen Ländern wie etwa Japan oder Südkorea eine Chance haben werden."

Ein anderes Beispiel für die vielen chinesischen Trainer in aller Welt ist Liu Guodong, der in Singapur die dortigen Damen trainiert. Singapur zählt eigentlich schon zu den besten Frauen-Mannschaften der Welt. Seitdem Liu Guodong 2006 dort als Trainer arbeitet, ist die Mannschaft aber noch stärker geworden. Bei den Olympischen Spielen in Beijing hat Singapur bei den Mannschaftswettbewerben der Damen eine Silbermedaille gewonnen. Das war die erste olympische Medaille seit 48 Jahren! Der singapurische Präsident Sellapan Rama Nathan hat deswegen in Beijing Liu Guodong und die ganze Mannschaft empfangen.

Als Chinese war Liu Guodong natürlich auch sehr froh, dass Singapur durch seine Bemühungen einen olympischen Traum verwirklichen konnte. Er sagt:

"Ich freue mich wirklich sehr, dass Singapur bei den Olympischen Spielen eine Silbermedaille gewonnen hat. 48 Jahre sind echt zu lang."

Weiter sagte Liu Guodong, er habe noch einen Wunsch, nämlich dass diese Mannschaft 2012 bei den Londoner Spielen mindestens wieder den zweiten Platz belegen kann:

"Ich bin auch nicht sicher, ob ich noch vier Jahre hierbleiben kann. Aber ich hoffe, dass ich dieser Mannschaft dabei helfen kann, immer stärker zu werden und eine noch größere Überlegenheit zu erhalten."

Man kann also zuversichtlich sein, dass Tischtennis als Sportart dank der Förderung so vieler Trainer aus China weltweit immer beliebter wird.

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