Startseite | Nachrichten | Zeitgeschehen | Chinesischkurs | China ABC | Inet Radio | Frage der Woche | Paralympics 2008 in Beijing | Sendeplan
 

-Empfangsbericht
-Feedback   -Archiv

Geschichten hinter der Zeremonie zum Erlöschen der Flamme der Paralympics in Beijing
   2008-09-21 19:51:39    Seite Drucken    CRI

Am Mittwoch um 21 Uhr ist die Flamme der paralympischen Fackel im Beijinger Nationalstadion "Vogelnest" allmählich erloschen. Die Szene war sehr berührend. Ein zehnjähriges gehörloses Mädchen hat in Gebärdensprache ihren Wunsch zum Ausdruck gebracht. Unter Beleuchtung eines "Vollmondes" wurde der Erfolg repräsentiert und mit der Aufführung des Tanzes "Tausendhändiger Guanyin-Bodhisattwa" unter dem Thema "Heiliges Feuer in meinem Herzen" ist die Flamme, die zwölf Tage lang gebrannt hat, erloschen. In diesem Moment sind die Paralympics beendet worden. Mit der Zeremonie des Erlöschens der Flamme der Paralympics verabschiedete sich die Stadt Beijing von der ganzen Welt.

Die Szene dauerte zirka vier Minuten und war durch ihre visuelle Erstklassigkeit und den reichen Inhalt besonders beeindruckend. Der Generalregisseur Zhang Yimou und der exekutive Generalregisseur Zhang Jigang sagten, die Zeremonie zum Erlöschen der Flamme habe darauf abgezielt, den Wunsch der Chinesen zu verkörpern. China hoffe, dass alle Menschen die schöne Zeit in Beijing lang im Gedächtnis behalten und sie nie vergessen werden.

Dem ursprünglichen Ablauf nach sollte ein blindes Kind auf einen Bogen Briefpapier die Worte „dem schönsten Traum hinterher laufen und auf keinen Fall verzichten" schreibt. Dann steckt es ein rotes Ahornblatt in den Brief und blickt zur Fackel. Mit dem langsamen Schließen des Briefes sollte auch die Fackel allmählich erlöschen und eine Laterne mit einem "Brief an die Zukunft" in die Luft steigen.

Kann dieser "Abschied" der ganzen Welt unvergesslich sein? Das BOCOG, das Beijinger Olympische Organisationskomitee, legte großen Wert auf die Abschlussfeier, da das Erlöschen der Flamme der Paralympics das Ende der Olympischen Spiele und der Paralympics in Beijing bedeute. So musste eine besonders feierliche Atmosphäre geschaffen werden. Die Regisseure haben auch bedacht, dass zahlreiche Zuschauer das Erlöschen der Flamme der Olympischen Spiele als zu schnell empfunden haben. Einige Zuschauer vor den Fernsehgeräten, die genau in diesem Moment vielleicht nicht so aufmerksam waren, gerade ihren Kopf gesenkt, ein Glas Wasser geholt, oder einfach nur gezwinkert oder gehustet haben und dann bemerkten, dass das olympische Feuer erloschen ist. Weniger als zehn Tage vor der Abschlusszeremonie der Paralympics haben die Regisseure das Konzept geändert. Und die Idee der Präsentation in Gebärdensprache ist entstanden.

Im neuen Konzept ist mehr Zeit zum Erlöschen der Flamme eingeplant worden. Das Mädchen hat wiederholt gegenüber der Fackel per Fingersprache ihren Wunsch "Feuer in meinem Herzen" geäußert, und dies dauerte über drei Minuten. Im Fernsehen konnte man abwechselnd das Mädchen und die Fackel sehen. In diesem Verlauf konnten die Zuschauer die besondere Atmosphäre spüren. Diese Symbolik wurde weltweit verstanden. Zhang Jigang ist vertraut mit der Behinderten-Kunst. Er betonte, dass die Gebärdensprache eine international verständliche Sprache sei. Menschen verschiedener Nationalitäten und Länder könnten sie verstehen. Sogar Personen, die keine Gebärdensprache beherrschten, seien in der Lage, die Inhalte zu erfassen. Der Tanz "Tausendhändiger Guanyin-Bodhisattwa" hat durch die künstlerische Form den Wunsch "Feuer in meinem Herzen" noch einmal unterstrichen.

Das zehnjährige Mädchen, Wang Yimei, ist eine Schülerin des vierten Jahrgangs der Grundschule. Sie hat nur eine schwache Hörfähigkeit. Sie ist die jüngste Darstellerin des chinesischen Behinderten-Ensembles. Allerdings hat sie schon an Aufführungen der Paralympics teilgenommen. Auf der Eröffnungszeremonie hat sie an der Darbietung "Unaufhörlicher Tanzschritt" mitgewirkt, und stand dabei in der ersten Reihe!

Bei der Auswahl der Darstellerin hat Zhang Jigang gleich an Wang Yimei gedacht. Hauptgrund dafür ist das außergewöhnliche Temperament von Wang Yimei. Zhang Jigang hat das Mädchen als "äußerst lieb, äußerst klug und äußerst intelligent" beschrieben. Er nannte ein Beispiel, bei den Proben zum Tanz "unaufhörlicher Tanzschritt" hat Wang sofort verstanden, wer von den verschiedenen Leuten um sie herum wichtig war. Wenn Zhang Jigang anwesend war, hat sie immer ihn angesehen und durch seine Reaktionen ihre eigenen Bewegungen verbessert. Wenn Zhang Jigang gegangen ist, hat sie die Lehrerin angesehen.

Ein anderes Highlight der Zeremonie war, als nach dem Erlöschen der Flamme um Wang Yimei sechs Gruppen, also mehr als 120 Tänzer in Form des "Guanyin-Bodhisattwa" entstanden sind. Mit ihren ausgestreckten Armen imitierten sie die brennende Flamme. Dies symbolisierte "unauslöschbares Feuer". Zahlreiche Zuschauer haben das bewundert. Zhang Yimou sagte, die Szene des "Tausendhändigen Guanyin-Bodhisattwa" könne das Thema "brennende Flamme" sehr gut repräsentieren. Von der Platzaufteilung betrachtet haben die Zuschauer von verschiedenen Winkeln aus die sechs Gruppen der Darstellerinnen gut sehen können. Wichtiger war zu berücksichtigen, dass die Darsteller gehörlos waren. Sie haben per Gebärdensprache die Aufführung bereichert, was eine eindrucksvolle Atmosphäre für die Zeremonie geschaffen hat.

Nach den bisherigen Erfahrungen ist die Zeremonie zum Erlöschen der Flamme der olympischen und paralympischen Flamme immer sehr schwierig gewesen. Nicht der Vorgang selber oder die Mittel, sondern der Raum zur Realisierung. Wie beispielsweise in Athen, wo ein Kind pustete und die Fackel erloschen ist. Dieser Moment dauerte nur einige Sekunden. Die Zeremonie auf den Beijinger Olympischen Spielen war ebenfalls einfach, mit dem Einrollen der Bildrolle ist das Feuer ausgegangen.

Allerdings haben die Regisseure bei der Zeremonie der Erlöschung der Flamme der Paralympics etwas Neues geschaffen. Zhang Yimou und Zhang Jigang haben gesagt, das BOCOG hoffe, dass dies die Zusammenfassung der vier Feiern der Olympischen Spiele und der Paralympics sein werde. Dieses "wirkliche Ende" dürfe nicht weniger sorgfältig gemacht werden. So haben sie eine derartige spektakuläre Aufführung zum Abschied entworfen.

Es gibt noch eine technische Frage, und zwar in Bezug auf die Gasversorgung der Fackel. Das Erlöschen der Flamme ist, einfach gesagt, das Zudrehen des Gasventils. Dieser Prozess sollte 50 Sekunden dauern. Weil dies nicht vorher geübt werden konnte, war es schwer, innerhalb dieser 50 Sekunden die Gasversorgung gleichmäßig zu drosseln. Auf der Abschlusszeremonie der Beijinger Olympischen Spiele haben die Zuschauer gesehen, wie sich in den ersten 30 Sekunden die Flamme fast nicht verändert hat, bevor sie dann plötzlich verschwunden ist. Auf der Abschlusszeremonie der Paralympics haben die Regisseure gut mit der Gasgesellschaft kooperiert. Damit ist das Tempo des Abschaltens der Gasversorgung gut gelöst worden. Die Flamme ist allmählich immer schwächer geworden, bis sie ganz erloschen ist. Dieser Moment wird immer in Erinnerung der Völker der ganzen Welt bleiben.

     mehr zum Thema
     Ihr Kommentar
• Tschüß Beijing
• Leben auf Chinesisch (30.09.)
• Bildung/Wissenschaft (29.09.)
• Sonntagskonzert (05.10.)
• Eröffnung der Beijinger Paralympics
• Reisemagazin (26.09.)
• Wochenendkonzert (20. 09.)
• Wirtschaftsmagazin (01.10.)
• Zeitgeschehen (02.10.)
• Hörerbriefkasten (05.10.)
• Kulturmagazin (02.10)
• Paralympics 2008 (20.09)
• Nachrichten (05.10.)
 
 
 
 

 

 
 

Web german.cri.cn