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Meine Beteiligung, meine Freude - Der Freiwillige Liu Qinsheng
   2008-09-20 17:00:46    Seite Drucken    CRI

Der 57-jährige Liu Qinsheng lebt als Rentner in der ostchinesischen Küstenstadt Qingdao. Vor seiner Pensionierung war er in einem Verpackungsunternehmen tätig. In diesem Sommer stand Liu Qinsheng als freiwilliger Helfer bei den Segelwettkämpfen der Olympischen Spiele und Paralympics in Qingdao im Einsatz. Die freiwillige Arbeit hat ihm große Freude bereitet. Sie war nicht nur eine willkommene Abwechslung zu seinem sonstigen Alltagstrott, sondern brachte ihn auch mit vielen jungen Menschen zusammen, mit denen er einen Beitrag zum Gelingen der beiden Großanlässe leisten konnte. Durch die Freiwilligenarbeit fühlt er sich zudem einige Jahre jünger. Um mit den jungen Helfern mithalten zu können und um dem Titel "freiwilliger Helfer" gerecht zu werden, eignete sich Liu Qinsheng das notwendige Wissen über den Segelsport im Eigenstudium an:

"Ich fühlte mich verpflichtet, mehr über den Segelsport zu lernen. Obwohl ich schon immer in Qingdao gelebt habe, hatte ich früher überhaupt keine Ahnung von dieser Sportart. Mittlerweile sieht es etwas anders aus. Dank der Freiwilligenarbeit bin ich nun in der Lage, die Touristen mit allgemeinen Informationen zum Segelsport und zu den Segelwettkämpfen zu versorgen."

Während die jüngeren Freiwilligen aus seinem Team nach den Olympischen Spielen wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehrten, blieb Liu Qinsheng an der Servicestation des Segelzentrums. Der rüstige Pensionär wollte die Freiwilligenarbeit an den Beijinger Paralympics unbedingt fortsetzen. Da alle Teilnehmer der Paralympics körperlich behindert sind, mussten Liu Qinsheng und seine neuen Kollegen wieder viel Neues lernen. Dazu gehört auch die Gebärdensprache. Er respektiere den Teilnahmegeist der behinderten Athleten. Die Behinderten bräuchten nicht nur die Hilfe der ganzen Gesellschaft, sondern auch den Respekt, den sie verdienen, sagt Liu Qinsheng:

"Gleichberechtigung und Respekt sind die Grundprinzipien beim Umgang mit den Behinderten. Die behinderten Sportler gaben in ihren Wettkämpfen alles, das wichtigste dabei aber war die Teilnahme. Wir bieten ihnen unseren Service an und leben dadurch den olympischen Geist ebenfalls. Die Paralympischen Spiele sind wie eine Plattform, die das moralische Niveau der Menschheit erhöht und die Anliegen der behinderten Menschen weiter vorantreibt."

Qingdao ist eine gastfreundliche Stadt. Liu Qinsheng ist in dieser Stadt geboren und aufgewachsen. Er ist sich bewusst, dass er als freiwilliger Helfer jederzeit seine Heimatstadt repräsentiert. Einmal kam ein ausländischer Tourist mit einem verstauchten Knöchel zu seiner Servicestation. Der verunfallte Tourist wollte einen Rollstuhl ausleihen, um ins Segelzentrum zu gelangen und den Wettkampf ansehen zu können. Leider bietet die Servicestation keine solche Dienstleistung an. Obwohl sich Liu Qinsheng viel Mühe gab, konnte er nirgends einen Rollstuhl auftreiben. Daher entschied er sich letztendlich, den verletzten Touristen mit seinem eigenen Fahrrad zum Segelzentrum zu bringen. Nach dem Segelwettbewerb bedankte sich der Tourist ganz herzlich bei Liu Qinsheng und erzählte ihm von der spannenden Segelregatta. Auf der gesamten Servicestation herrschte Freude darüber. Liu Qinsheng war natürlich besonders glücklich, dass er jemandem helfen konnte:  

"Es gibt immer mehr Lösungen als Probleme. Deswegen sollte man versuchen, sich gegenseitig zu verstehen und sich gegenseitig zu helfen."

Mittlerweile sind die paralympischen Segelwettkämpfe vorbei. Liu Qinsheng aber wollte seine Freiwilligenarbeit unbedingt fortsetzen. Er ist nun ein registrierter Freiwilliger, das heißt, er kann auch nach den Paralympics freiwillige Tätigkeiten ausüben. Er habe bereits früher oft gemeinnützige Arbeit verrichtet, erklärt Liu Qinsheng. Der rüstige Rentner geht auch regelmäßig zum Blutspenden. Für seine insgesamt über fünf Liter gespendetes Blut erhielt er vom Roten Kreuz sogar eine Bronzemedaille. Liu Qinsheng arbeitet auch öfters freiwillig in seinem Wohnviertel. Die Freiwilligenarbeit hat sein Leben als Pensionär viel abwechslungsreicher gemacht. Die Erlebnisse als freiwilliger Helfer an den Olympischen und Paralympischen Spielen wird Liu Qinsheng nie vergessen. Besonders gefreut hat ihn die Wertschätzung, die den Freiwilligen zuteil wurde:

"Das Internationale Olympische Segelkomitee hat die Organisationsarbeit in Qingdao hervorgehoben. Qingdao sei ein Vorbild für zukünftige Segelregatten, so das Komitee. Wir freiwillige Helfer sind natürlich stolz auf dieses Kompliment. Obwohl wir keine Profis sind, haben wir alle unser Bestes gegeben. Alle von uns sind der Ansicht, dass die Paralympics und die Olympischen Spiele gleich hervorragend waren. Ich habe auch die Aussage gehört, die freiwilligen Helfer seien genauso gut gewesen wie die Athleten. Das ist das größte Lob für uns freiwillige Helfer."

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