Startseite | Nachrichten | Zeitgeschehen | Chinesischkurs | China ABC | Inet Radio | Frage der Woche | Paralympics 2008 in Beijing | Sendeplan
 

-Empfangsbericht
-Feedback   -Archiv

Familienhotels in Beijing
   2008-08-23 20:10:17    Seite Drucken    cri

Während den Olympischen Spielen stellen viele Bürger Beijings ihre leer stehenden Häuser als Familienhotels zur Verfügung. Die zuständigen Behörden haben viele private Wohnungen in der Nähe der Stadien gemietet, um die Zuschauer der Spiele unterzubringen.

Im April startete die Regierung Beijings das Programm "Olympia-Familien". Im Rahmen dieses Programms wird ein Teil der Olympia-Touristen in einzelnen Beijinger Familien untergebracht. Auf diese Weise werden sie den Alltag der Bewohner der chinesischen Hauptstadt ganz nah miterleben. Xiong Yumei, die stellvertretende Leiterin des Beijinger Tourismusamts, informiert uns über das Konzept "Olympia-Familien":

"In der ganzen Stadt haben sich 1.118 "Olympia-Familien" angemeldet. Wir haben Experten gebeten, diese Familien zu überprüfen. Familien, welche unsere Kriterien erfüllen, erhalten eine Diskette aus blauweißem Porzellan, das Kennzeichen für "Olympia-Familien"."

Mittlerweile sind bereits rund 600 Haushalte als "Olympia-Familien" festgelegt worden. Die ausgewählten Familien müssen nicht nur Kriterien in den Bereichen Umwelt, Hygiene und Kultur erfüllen, sondern auch über Gästezimmer verfügen. Mindestens ein Familienmitglied muss mit den ausländischen Gästen in einer Fremdsprache kommunizieren können. Die Familienmitglieder müssen auch an einem entsprechenden Ausbildungskurs teilnehmen, damit die Familie offiziell als "Olympia-Familie" anerkannt wird. Die Wohnungen der meisten ausgewählten Familien befinden sich in der Nähe der olympischen Sportanlagen und verfügen über einen günstigen Verkehrsanschluss. Einige Familien leben auch in der Nähe von Kulturdenkmälern, oder in Straßen und Gassen mit traditionellen Besonderheiten, die den Gästen einen tiefen Einblick in die Kultur und Tradition der alten Kaiserstadt Beijing gewähren.

Die Familie von Zhang Jing wohnt in der Dajinsi-Gasse bei Shichahai im Xicheng-Bezirk Beijings. Ihr viereckiger, ebenerdiger Wohnhof zählt zu den am besten erhaltenen, traditionellen Wohnhöfen Beijings. Das Dach des Wohnhofs ist mit grünen Pflanzen wie der Zaunrebe bedeckt. In seiner Mitte befindet sich ein Fischteich. Daneben werden Granatäpfel und Trauben angebaut. Im August sind die Trauben jeweils reif. Die ausländischen Gäste können im Hof sitzen, ein Glas Tee trinken oder die köstlichen Trauben probieren - eine tolle Chance, um das typische Leben der Beijinger hautnah mit zu erleben. Der Hausherr Zhang Jing und seine Familie freuen sich darauf, die ausländischen Touristen zu verwöhnen und ihnen die Geschichte und Kultur Beijings näher zu bringen:

"Unser Wohnhof wurde in der Ming-Zeit erbaut und ist bereits 386 Jahre alt. Die gelb und grün glasierten Dachziegel sowie die bunten Muster sind sehr wertvoll. Wir wohnen bereits seit 60 Jahren hier. Wir sind froh, dass Beijing die Olympischen Sommerspiele austragen darf. Wir haben uns gezielt vorbereitet und sind nun fest entschlossen, eine "Olympia-Familie" zu werden. Wir wollen unsere Freunde aus dem Ausland bei uns zu Hause gut bewirten."

Meldungen zufolge werden die sogenannten "Olympia-Familien" vor allem Touristengruppen von ausländischen Reiseagenturen empfangen. Jede "Olympia-Familie" empfängt während den Olympischen Spielen insgesamt viermal ausländische Touristen, jedoch immer nur zwei Personen auf einmal. Während den Paralympics erhalten sie zweimal Besuch von Touristen aus dem Ausland. Die Unterkunftskapazität der "Olympia-Familien" wird auf 12.000 Personen geschätzt.

Auf chinesischer Seite sind "China International Travel Service" (CITS) und "China Travel Service Head Office" (CTSHO) für die Vermittlung der "Olympia-Familien" zuständig. Die beiden chinesischen Reiseagenturen bieten den ausländischen Besuchern auch Besichtigungsprogramme, Wettspiele, Bummeln sowie gemeinsame Treffen mit Bewohnern anderer Wohnviertel an. Beide Reisebüros haben speziell für die Olympischen Spiele eine Abteilung eingerichtet. Sie erteilen Auskunft und nehmen Anmeldungen per Telefon oder E-Mail entgegen. Wang Jinbing, ein Mitarbeiter von CITS, informiert uns über die Qualität und Preise der angebotenen Unterkünfte:

"In der Nähe des Nationalstadions, beim "Vogelnest" also, befinden sich das Dorf der Asienspiele sowie das olympische Dorf. Dort werden ausländischen Touristen Privatwohnungen angeboten. Wenn man in den traditionellen, viereckigen Wohnhöfen wohnen möchte, dann wird man am ehesten im Xicheng-Bezirk fündig. Pro Tag kostet eine Übernachtung in jedem Zimmer 400 bis 600 Yuan RMB, was umgerechnet 40 bis 60 Euro entspricht. Der Endpreis setzt sich aus den Faktoren örtliche Lage, Zimmergröße, hygienische Bedingungen und Qualität des Service zusammen. Zimmer zum Preis von 400 Yuan RMB gehören meistens zu alten Wohnungen. Man muss die Toilette mit der Gastfamilie teilen, was im Sommer vielleicht nicht so angenehm ist. Zimmer, die 600 Yuan RMB kosten, sind meistens neu. Solche Wohnungen verfügen in der Regel über zwei Toiletten. Die Wohnbedingungen sind deutlich besser."

     mehr zum Thema
     Ihr Kommentar
• Tschüß Beijing
• Leben auf Chinesisch (30.09.)
• Bildung/Wissenschaft (29.09.)
• Sonntagskonzert (05.10.)
• Eröffnung der Beijinger Paralympics
• Reisemagazin (26.09.)
• Wochenendkonzert (20. 09.)
• Wirtschaftsmagazin (01.10.)
• Zeitgeschehen (02.10.)
• Hörerbriefkasten (05.10.)
• Kulturmagazin (02.10)
• Paralympics 2008 (20.09)
• Nachrichten (05.10.)
 
 
 
 

 

 
 

Web german.cri.cn