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Triathlet Jan Frodeno holt überraschend olympisches Gold
   2008-08-21 14:03:38    Seite Drucken    cri

Der Triathlet Jan Frodeno hat am Dienstag mit einer Zeit von 1:48:53 Stunden die zehnte deutsche Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Beijing gewonnen. Mit einem starken Schlußspurt konnte Frodeno seinen größten Gegner, den Olympiasieger von Sydney Simon Whitfield aus Kanada, abhängen. Nach dem Wettkampf sagte Frodeno, das unerwartete Gold sei auf seinen Fleiß und auf die richtige Taktik im Wettbewerb zurückzuführen.

Der bisher größte Erfolg von Frodeno war der zweite Platz in einem Weltcuprennen 2006 in Ungarn. Bei der Weltmeisterschaft 2007 in Hamburg belegte er Rang sechs. Favoriten bei den Beijinger Spielen waren eigentlich Simon Whitfield aus Kanada und der Weltmeister Javier Francisco Gomez aus Spanien. Frodeno wurde vor dem Wettkampf nicht mit einem Medaillenplatz in Verbindung gebracht. Frodeno sagte dazu, dass er sich für die Beijinger Spiele sehr gut vorbereitet habe. So habe er beispielsweise in diesem Jahr jeden Tag vier bis acht Stunden trainiert. Weiter sagte er:

"Ja, wir haben jetzt August, und in diesem Jahr habe ich bislang, jetzt muss ich mal ganz kurz überlegen, ich glaube elfhundert Kilometer geschwommen, 12.000 Kilometer Rad gefahren und 4.300, 4.400 Kilometer gelaufen."

Durch das harte Training konnte Frodeno seine Kondition deutlich steigern. Er fühlte sich schon lange in Bestform, und dies wurde auch am Dienstag im Wettkampf deutlich. Zudem sagte Frodeno weiter, abgesehen von der Ausdauer sei sein Erfolg auch auf die richtige Taktik zurückzuführen:

"Da war es auch die Taktik, dass wir die ersten Kilometer mal schnell laufen, und dann mal versuchen, wieder ruhiger zu laufen. Da ist mir sehr schnell klar geworden, dass, wenn man einmal bei Hitze überzieht, dass sich der Körper einfach nicht erholt. Das ist wie, na ja, das ist so eine extreme Stressituation für den Körper, und daher wusste ich, dass ich mich zurückhalten musste. Deswegen bin ich diese Attacke in der zweiten Runde auch nicht mitgegangen. Weil ich wusste, tja, wenn alles gut geht und ich an mich glaube, dann schaffe ich es auch wieder da hin."

Dank seinem Fließ und der richtigen Taktik hat Jan Frodeno so die erste olympische Goldmedaille im Triathlon für Deutschland gewonnen.

Frodeno wurde vor 27 Jahren in Köln geboren. Als er noch ein Kind war, zog er mit seinen Eltern in die südafrikanische Stadt Kapstadt um. Durch den Triathlon ist er nach etwa zehn Jahren in Afrika wieder zurück nach Deutschland gekommen. Frodeno erzählt, wie er zu dieser Sportart gekommen ist:

"Nach dem Abitur habe ich mir überlegt, was ich mit meinem Leben eigentlich anfangen will und wozu ich denn Lust habe. Da habe ich mir gedacht, ich probiere es einfach mal mit dem Triathlon. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich habe damals mein Fahrrad verkauft, habe mir ein Ticket gekauft von dem Geld, bin nach Deutschland gekommen und da hat mir dann jemand eine Unterkunft gegeben und jemand anders ein Rad geliehen. Und so kam ich dann dazu, dass ich mich irgendwie im Triathlon durchgebissen habe. Ich bin dann glücklicherweise in die Nationalmannschaft aufgenommen worden, bin dort immer sehr gut unterstützt worden, gefördert worden."

Der Goldmedaillengewinner wohnt gegenwärtig in Saarbrücken im Südwesten Deutschlands und trainiert im dortigen Olympiastützpunkt. Trotzdem vermisst er oft seine Familienangehörigen und Freunde in Südafrika:

"Ich bin da zehn Jahre zur Schule gegangen, da habe ich natürlich viele Freunde und das ist immer noch irgendwo eine gewisse Verbundenheit."

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