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Gute Aussichten für die chinesische Turnmannschaft
   2008-05-28 17:34:11    Seite Drucken    cri

Weltweit wird die chinesische Nationale Turnmannschaft als das stärkste Team angesehen. Doch leider blieben ihre Leistungen vor vier Jahren in Athen hinter ihrem Können zurück. Die chinesischen Turnerinnen und Turner konnten nur eine Gold- und zwei Silbermedaillen holen. Wie sehen ihre Chancen in knapp drei Monaten auf heimischem Boden aus?

Vom siebten bis zehnten Mai fanden die chinesischen Turnmeisterschaften im nordchinesischen Tianjin statt, an denen fast alle bekannten Turner teilnahmen. Der Verlauf und die Disziplinen der Meisterschaften waren eine Simulation der Olympischen Spiele, die in knapp drei Monaten stattfinden. Dabei wurden vierzehn Goldmedaillen vergeben. Chinesische Turner haben dabei neue und schwierigere Techniken gezeigt. Der Nachwuchs der Mannschaft konnte wichtige Wettkampferfahrungen sammeln. Der Trainer der nationalen chinesischen Turnmannschaft Lu Shanzhen sagt:

"Generell haben sie gute Leistungen erzielt. Die Teilnehmer aus den Kadern und der jüngeren Turner, die großes Potenzial haben, China bei den Olympischen Spielen zu vertreten, konnten alle ihr Niveau erreichen."

Besonders hervorzuheben ist, dass einige junge Turnerinnen und Turner dabei ihre gute Technik gezeigt und eine stabile Psyche bewiesen haben. Die 16-jährige He Kexin zum Beispiel ist die jüngste Turnerin in der chinesischen Mannschaft. Für ihre Übung am Stufenbarren erntete sie tosenden Beifall.

Sie hat am Stufenbarren den schwierigen Li-Ya-Salto gezeigt. Der Salto wurde nach der ehemaligen chinesischen Turnweltmeisterin Li Ya benannt. Bisher ist He Kexin erst die zweite Turnerin nach Li Ya, die diesen Salto beherrscht.

He Kexins Leistungen sind sehr stabil. Seit einem halben Jahr erhielt sie in allen Wettbewerben am Stufenbarren immer über 17 Punkte. Lu Shanzhen sagt:

"Ihre Leistungen sind konstant hoch. Dies ist ein Beweis dafür, dass sie ein hohes Niveau erreicht hat. Es ist also kein Wunder, dass sie gute Leistungen erzielt."

He Kexin selbst erzählt über ihr Ziel im kommenden August:

"Ich bin zuversichtlich für die Olympischen Spiele in Beijing. Mein Ziel ist es, eine Goldmedaille zu gewinnen. Ich werde mich bemühen, dieses Ziel zu erreichen."

Der 27-jährige Li Xiaopeng zählt zu den Veteranen in der chinesischen Mannschaft. Er hat 2000 und 2004 zwei Mal an Olympischen Spielen teilgenommen und ist über zehnfacher Weltmeister. Anfang vergangnen Jahres musste Li Xiaopeng wegen einer Fußverletzung sein Training unterbrechen. Erst seit diesem Frühling trainiert er wieder. Die Teilnahme an den nationalen Meisterschaften gilt als sein offizielles Comeback:

"Ich kann am Fünfkampf teilnehmen und das Mannschaftsspiel komplett absolvieren. Das ist ein guter Fortschritt. Aber mir sind dabei noch einige Fehler unterlaufen. Ich hoffe, dass ich mich in der nächsten Zeit noch verbessern kann und aus den Fehlern lernen kann. Durch das Training kann ich mich richtig orientieren und den Schwerpunkt des Trainings finden."

Am wichtigsten für Li Xiaopeng ist es, einen Rückfall zu vermeiden. Verletzungen zu vermeiden gilt nicht nur für Li Xiaopeng, sondern für die ganze chinesische Turnmannschaft. Der Cheftrainer der chinesischen Turnmannschaft Huang Yubin ist besorgt, dass sich seine Schützlinge verletzen:

"Unsere Turnerinnen und Turner beherrschen die schwierigste Technik im Turnen. Darf ich nicht besorgt sein? Man muss Verletzungen vermeiden, das ist das Wichtigste."

Laut Beobachtern befindet sich die chinesische Turnmannschaft nach den Meisterschaften in ihrer besten Zeit. Es besteht die Chance, dass chinesische Turner in allen 14 Disziplinen Goldmedaillen holen können. Die Trainer vertreten allerdings die Meinung, dass man nicht zu optimistisch sein darf, um keinen zu großen psychologischen Druck auf die Turner auszuüben.

Man hat bei den nationalen Meisterschaften auch noch viele Probleme chinesischer Turner entdeckt. Besonders einige 16- und 17-jährige Turnerinnen waren nach drei, vier Tagen Wettbewerb körperlich und seelisch müde, wodurch es zu vielen Fehlern gekommen war. Lu Shanzhen sagt dazu:

"Es scheint, dass die Turnerinnen und Turner noch keine gute Ausdauer haben. Sie haben kleine Fehler gemacht, was unsere Schwäche zeigt. Da besteht Nachbesserungsbedarf."

Immer mehr chinesische Bodenturnerinnen wählen eine traditionelle chinesische Musik für ihre Kür.

Jiang Yuyuan zum Beispiel wählte ein Volkslied aus Xinjiang. Sie hat auch noch viele Bewegungen des folkloristischen Tanzes aus Xinjiang integriert. Im März hat Jiang Yuyuan in Katar eine Goldmedaille geholt. Sie erzählt uns von ihrer Vorbereitung:

"Ich habe dabei viele Bewegungen des folkloristischen Tanzes verwendet. Alle dieser Figuren habe ich von einer Tanzlehrerin gelernt."

Ein weiteres Beispiel für die Verwendung traditioneller Musik bei Turnübungen ist die Begleitmusik von Cheng Fei. Sie hat sich für eine Musik entschieden, der das Klavierkonzert Gelber Fluss zugrunde liegt. Dabei kann man den Gong und die Trommeln aus der Peking-Oper noch deutlich hören.

Damit wollen Cheng Fei und ihre Kolleginnen beweisen, dass chinesische Turnerinnen nicht nur eine immer schwierigere Technik beherrschen, sondern auch ihre Übungen möglichst ästhetisch vorführen wollen:

"Wir versuchen ein Gleichgewicht zwischen Technik und Ästhetik zu schaffen. Es geht nicht nur darum, eine Rolle technisch perfekt auszuführen, sondern auch schönere tänzerische Figuren zu zeigen."

Der Trainer Lu Shanzhen erläutert den Grund, warum man chinesische Musik benutzt:

"Die Olympischen Spiele finden diesmal auf chinesischem Boden statt. Wir hoffen daher, dass die Turnerinnen in den Wettbewerben auch die chinesische Kultur zeigen können."

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