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Schutz des tibetischen Sprechgesangs
   2008-05-22 15:26:05    Seite Drucken    cri

Das Epos "Biographie des Königs Gesar" ist ein volkstümliches Heldenepos im Sing- und Erzählstil. Es ist das längste Heldenepos der Welt und wurde über Jahrhunderte mündlich weitergegeben. Bei Gesar handelt es sich um einen legendären tibetischen König.

Samdrup ist der älteste Künstler in Tibet. Er kann das Epos "König Gesar" am besten wiedergeben. Der alte Künstler hat keine Schulbildung genossen, als er jung war. Tsering Phuntsok von der Akademie der Sozialwissenschaften des Autonomen Gebiets Tibet stellte vor:

"Wir haben diesen Künstler bei einer allgemeinen Untersuchung im vergangenen Jahrhundert entdeckt. Wie der Künstler erzählte, schlief er im Alter von 11 Jahren einmal in der Steppe ein und begann zu träumen. Als er aus dem Traum erwachte, konnte er plötzlich "König Gesar" singen."

Es gibt viele andere Volkskünstler in Tibet, die ähnliche Erlebnisse wie Samdrup hatten. Eines ist ihnen gemeinsam: Sie sind alle Analphabeten, aber überdurchschnittlich klug. Dazu noch einmal Tsering Phuntsok von der Akademie der Sozialwissenschaften des Autonomen Gebiets Tibet:

"Die Sprechgesangskünstler stammen meistens aus armen Bauern- und Hirtenfamilien. Vor Gründung der Volksrepublik China nahmen sie eine äußerst niedrige gesellschaftliche Stellung ein. Sie trugen Sprechgesänge vor, als sie Schafe und Rinder weideten, ähnlich wie bei den alten griechischen Künstlern, die Homers Ilias und Odyssee vortrugen."

Das Epos „Biographie des Königs Gesar" ist ein monumentales Werk mit insgesamt mehr als einer Million Zeilen und mehr als 20 Millionen Schriftzeichen. Wie haben die Sprechgesangskünstler das längste Epos der Welt im Kopf behalten können? Dazu Tsering Phuntsok von der Akademie der Sozialwissenschaften des Autonomen Gebiets Tibet:

"Weltweit sind mehrere große Epen entstanden, wie zum Beispiel im antiken Griechenland oder in Indien. Allerdings sind diese Epen nicht mehr weiterentwickelt worden. Das Heldenepos Gesar ist dagegen eine Ausnahme. Es ist Jahrtausende lang überliefert und ständig bereichert worden. Daher darf es als das einzige lebende Epos der Welt bezeichnet werden. Es bleibt bis heute ein Rätsel, wie die Volkskünstler dieses monumentale Werk im Kopf behalten können."

Tsering Phuntsok hat sich mehr als ein Jahrzehnt lang mit der Erforschung des Epos „Biographie des Königs Gesar" befasst. Ihm zufolge ist die traditionelle Kultur und Kunst Tibets seit der demokratischen Reform im Jahr 1959 parallel zur Entwicklung der modernen Kultur geschützt und weiterentwickelt worden. Tsering Phuntsok:

"Der Staat legt großen Wert auf die Rettung dieses tibetischen Epos. 1979 wurde eine spezielle Institution dafür gegründet. Die Rettung und Gliederung des Epos wurde als Schwerpunktforschungsprojekt eingestuft und vom Staat finanziell stark unterstützt. In Naqu und Chamdo im Autonomen Gebiet Tibet wurde eine umfassende Untersuchung durchgeführt, wobei ältere beziehungsweise handgeschriebene Versionen des Epos gesammelt worden sind."

Tsering Phuntsok teilte weiter mit, seine Akademie sei derzeit dabei, den Sprechgesang des alten Künstlers Samdrup zu retten.

"Die Version des von Samdrup vorgetragenen Epos ist relativ komplett. Bis jetzt haben wir 2.114 Stunden Audio-Aufzeichnungen des Sprechgesangs gemacht. Für die Aufzeichnung und Publikation des gesamten Werks sind noch 3 bis 5 Jahre erforderlich. Das ist eine beispiellose Rettungsarbeit in der Geschichte."

Dank 3 Jahrzehnte langer Untersuchung und Aufzeichnung sind in diesem Bereich neue Durchbrüche erzielt worden. Dazu Tsering Phuntsok:

"Bislang sind 130 Versionen der Sprechgesangskünstler aufgenommen worden. Aufgezeichnet umfassen sie knapp 5.000 Kassetten mit einer Gesamtdauer von zirka 5.000 Stunden."

Wie Tsering Phuntsok weiter mitteilte, habe das Autonome Gebiet Tibet in den vergangenen 5 Jahrzehnten eine Menge getan, um die tibetische Volksliteratur und -kunst zu retten.

"Im alten Tibet, wo die Religionskultur eine dominierende Stellung einnahm, wurde Epen, die unter der Bevölkerung verbreitet waren, keine Aufmerksamkeit beigemessen. Nach der friedlichen Befreiung und demokratischen Reform Tibets, insbesondere seit der Reform und Öffnung des Landes, legt der Staat großen Wert auf den Schutz und die Entwicklung der Kultur und Kunst Tibets. Bislang sind 57 Sprechgesangskünstler entdeckt worden. Fertiggestellt worden sind 130 Audio-Aufzeichnungen und mehr als 90 schriftliche Aufzeichnungen, 73 davon wurden herausgegeben. Ein Teil der Sprechgesänge ist ins Englische, Japanische und Französische übersetzt worden. Das ist beispiellos in der Geschichte. Tatsachen haben bewiesen, daß der Vorwurf des Dalai Lama an die chinesische Regierung, wonach diese die tibetische Kultur ruiniert habe, reine Lüge ist."

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