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PKKCV-Mitglieder analysiert den Anstieg der Verbraucherpreise
   2008-03-19 13:54:41    Seite Drucken    cri

Auf der jüngst abgeschlossenen Jahrestagung des Elften Landeskomitees der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes (PKKCV) wurden zahlreiche Vorschläge und Anregungen umfassend vorgelegt und die Meinungen aller Seiten gehört. Ein vieldiskutiertes Thema war dabei die Bekämpfung der Preissteigerung.

Seit Ende 2006 schon steigen die Verbraucherpreise in China beständig. Trotz zeitweiliger Preisrückgänge herrscht immer noch ein allgemein hohes Preisniveau. Angaben des Staatlichen Statistikamtes zufolge ist der Konsumentenpreisindex (CPI), ein Wert zur Messung der Inflation, im vergangenen Jahr gegenüber 2006 um 4,8 Prozent gestiegen. Im Januar dieses Jahres lag die Zunahme des CPI sogar bei 7,1 Prozent.

Frau Cai Ling ist Mitglied des Landeskomitees der PKKCV und stellvertretende Direktorin des Amtes für Verbraucherpreise der zentralchinesischen Provinz Hubei. Die jüngste Welle der Preissteigerung führt sie vor allem auf die Erhöhung der Lebensmittelpreise zurück:

"Die hohen Lebensmittelpreise haben die Verbraucherpreise nach oben getrieben. Dabei ist China nicht ein Einzelfall, in den vergangenen Jahren kam es auch im Rest der Welt zu einer Erhöhung der Getreidepreise. Die Lebensmittelpreise sind also der Auslöser dafür, dass es zu einer weltweiten Preissteigerung kam."

Nach Auffassung von Li Yining, Ehrendirektor des Guanghua- Verwaltungsinstituts an der Peking-Universität und ebenfalls ein Mitglied der PKKCV, bestehen für die jüngste Preissteigerung mehrere Gründe:

"Es gibt mehrere Gründe für die Preissteigerung am Anfang dieses Jahres, sei es die übergroßen Devisenreserven oder die schrittweise Aufwertung des RMB. Beide Faktoren verursachten eine Erhöhung des Geldumlaufs. Auch die jüngste Schnee- und Regenkatastrophe in den meisten südchinesischen Regionen wirkte sich auf die Preissteigerung aus."

Diese Ansicht teilt der Direktor der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform Ma Kai jedoch nicht. Er besteht darauf, dass der Anstieg der Verbraucherpreise eher auf einen strukturbedingten Auslöser zurückzuführen ist:

"Nach wie vor gehe ich von einem strukturbedingten Preisanstieg aus. Dieser lässt sich von einer allgemeinen Inflation, die durch umfassende, kontinuierliche und wellenförmige Preiserhöhungen gekennzeichnet ist, unterscheiden. Meine Beurteilung basiert auf den Tatsachen, dass die Preiserhöhungen von Sektor zu Sektor sehr unterschiedlich sind. Im vergangenen Jahr stiegen die Verbraucherpreise im Schnitt um 4,8 Prozent. Davon entfielen vier Prozentpunkte auf die Lebensmittelpreise, 0,6 Prozentpunkte auf Wohnungspreise und 0,2 Prozentpunkte auf Kleidung und Waren des täglichen Bedarfs."

Auch der Anstieg der Kosten für industrielle Rohstoffe und der Industriegüter gelte in China als allgemein besorgniserregend, so Ma Kai. Die immer teuerer werdenden Produktionskosten sind in der Tat mittlerweile für zahlreiche Fahrzeugbauer und Haushaltsgerätehersteller spürbar. Das PKKCV-Mitglied Zhou Houjian ist Vorstandsvorsitzender des chinesischen Haushaltsgeräte-Konzerns Hisense. Am Rande der Tagung der PKKCV sagte er in einem Gespräch mit Radio China International:

"Die Erhöhung der Rohstoffpreise wirkte sich negativ auf die Produktionskosten unseres Unternehmens aus. Inzwischen sind wir in diesem Bereich bereits auf große Schwierigkeiten gestoßen. Bislang hat aber der Anstieg der Produktionskosten noch nicht zu einer Preiserhöhung unserer Produkte geführt."

Die Preissteigerung ist nicht nur ein heißes Diskussionsthema unter den Mitgliedern der PKKCV, sie liegt vor allem der chinesischen Regierung am Herzen. In seinem Rechenschaftsbericht auf der Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses hat Ministerpräsident Wen Jiabao dem Problem große Aufmerksamkeit geschenkt:

"Der Anstieg der Verbraucherpreise und der harte Inflationsdruck stehen im Blickpunkt der Bevölkerung. Da die Faktoren für die Preiserhöhung nach wie vor bestehen, stehen wir in diesem Jahr immer noch unter großem Druck. Hinzu kommen der ständige Preisanstieg der Produktionsmaterialien und dadurch die Preiserhöhung im Immobiliensektor. So erwarten wir weiterhin schwere Aufgaben, um die Inflation einzudämmen."

Wen Jiabao kündigte zudem an, dass die chinesische Regierung in diesem Jahr der Regelung und Kontrolle der Verbraucherpreise Priorität einräumen werde. Hinsichtlich gezielter Maßnahmen sagte er:

"Die Vermeidung eines überschnellen Anstiegs der Verbraucherpreise stellt eine wichtige Aufgabe bei der makroökonomischen Steuerung dar. Dabei solle das Angebot, das sich als effektiv erwies, erhöht und gleichzeitig die irrationale Nachfrage eingeschränkt werden."

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