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Neujahrsholzschnitte aus Yangliuqing bei Tianjin
   2008-02-21 17:33:56    Seite Drucken    cri

Neujahrsbilder sind eine volkstümliche Kunstform, die in China eine Jahrhunderte alte Tradition hat. Sie entstammen dem Brauch, Bilder gegen böse Geister anzubringen. Dabei wurden früher Götter der Gerechtigkeit und Helden auf ein Stück Papier gemalt und in der Wohnung angeklebt, um die Sicherheit der Familie zu garantieren. Später haben sich diese Bilder allmählich zu Artikeln der Neujahrsdekoration entwickelt. Unser Reporter hat in der Galerie für Neujahrsbilder in Yangliuqing die Kopie eines alten Neujahrsbildes gesehen. Das Original des Bildes sei in die Sammlung eines russischen Museums gegangen, gab Galerieleiter Liu Changjin an:

"Das ist Chinas ältestes Neujahrsbild aus der Jin-Dynastie, also dem 12. Jahrhundert. Auf dem Bild sind vier bekannte Schönheiten im antiken China dargestellt. Damals wurden beim Malen keine Farben verwendet. Das Original des Bildes befindet sich in der Sammlung des Museums von Sankt Petersburg."

Neujahrsholzschnitte aus Yangliuqing verfügen über eine große Vielfalt an Motiven. Die über 4.000 Motive lassen sich in mehrere Kategorien einteilen. Darunter sind beispielsweise Kinder, Gottheiten, Landschaft, Blumen und Vögel, Mythen und historische Geschichten. Mit den Bildern werden Wünsche nach einer guten Ernte, Glück und Langlebigkeit zum Ausdruck gebracht.

Die Neujahrsbilder von Yangliuqing hätten keine reibungslose Entwicklung durchlaufen, sie seien eine Zeit lang sogar vom Aussterben bedroht gewesen, sagte Galerieleiter Liu Changjin:

"Der erste Untergang der Neujahrsbilder aus Yangliuqing dauerte vom Ende des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Am stärksten getroffen wurden die Neujahrsbilder von Yangliuqing vom japanischen Aggressionskrieg gegen China, der im Jahr 1937 ausbrach."

Das Wiederaufkommen der Neujahrsbilder im Yangliuqing-Stil begann nach der Gründung der VR China im Jahr 1949. Besonders erfreulich ist, dass die chinesische Regierung in den vergangenen Jahren ein Projekt zum Schutz der Volkskultur in Gang gesetzt hat. Im Rahmen des Projekts wurden die Neujahrsbilder im Yangliuqing-Stil in die Liste des immateriellen Kulturerbes Chinas aufgenommen. Eine Menge hervorragende Volkskünstler erhalten seitdem finanzielle Unterstützung von der Regierung.

"Neujahrsbilder der Familie Zhang" ist eine bekannte Marke unter den Yangliuqinger Neujahrsbildern. Unser Reporter hat Zhang Kesen und Zhang Keqiang, die Fortführer der Kunst der Familie Zhang, interviewt. Wie Zhang Keqiang mitteilte, habe die Kunst seiner Familie immer mit der Unterstützung der Regierung rechnen können. Ende 2003 wurde in Yangliuqing die Galerie für Neujahrsbilder gegründet, wo auch die Werke der Gebrüder Zhang gezeigt werden. Die Neujahrsbilder von Yangliuqing hätten sich künstlerisch immer weiter entwickelt und verfügten über einen wachsenden Marktanteil, teilte Zhang Keqiang mit. Er fuhr fort:

"Was den Markt angeht, so haben wir im Jahr 1993 die Werkstatt für Neujahrsbilder wieder hergerichtet. Am Anfang beschäftigten wir höchstens drei bis vier Maler. Heute arbeiten bei uns 17 bis 18 Maler und der Bedarf kann damit noch immer nicht gedeckt werden. Was den Umfang der Branche belangt, so ist die Anzahl der Werkstätten auf mehrere Dutzend gestiegen, während es am Anfang nur ein bis zwei Werkstätten gab. Früher verdiente man mit einem Bild zwischen knapp 20 bis 70 Yuan RMB, jetzt kostet ein Bild mehr als 100 Yuan. Der Preis hat sich verdoppelt."

Zhang Keqiang zufolge haben sich Neujahrsbilder aus Yangliuqing zu einer renommierten Kulturmarke Tianjins entwickelt. 2004 wurde dank des Zusammenschlusses mehrerer renommierter Volkskünstler der Verein für Yangliuqinger Neujahrsbilder ins Leben gerufen. Damit ist der alte Brauch gebrochen worden, dass die speziellen Maltechniken nur innerhalb der Familie weitergegeben werden. Gleichzeitig wird Wert darauf gelegt, dass Nachwuchskräfte verschiedener Generationen gleichzeitig ausgebildet werden. Außerdem bemüht man sich darum, die Neujahrsbilder aus Yangliuqing im Ausland bekannt zu machen. Wie Ding Chunli, Beamtin des Kulturamts der Stadt Tianjin, mitteilte, erhielten die Neujahrsbilder Yangliuqing wachsende Unterstützung seitens der Regierung:

"Die früheren Schutzmaßnahmen für Neujahrsbilder waren sehr mangelhaft. Bald wird die Agentur für Yangliuqinger Neujahrsbilder ihren Betrieb aufnehmen. Zur Agentur gehört ein Museum, in dem Volkskünste, wie die Neujahrsbilder aus Yangliuqing, gezeigt werden sollen."

Ding Chunli bezeichnete den Schutz und den Fortbestand der Kunst der Herstellung der Yangliuqinger Neujahrsbilder als einen Bestandteil der lokalen Kulturindustrie der Stadt Tianjin. Mittlerweile gibt es in der Gemeinde Yangliuqing mehr als 50 Werkstätten für Neujahrsbilder, die jährlich knapp 30.000 Neujahrsbilder herstellen.

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