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Der Kunsthandwerksmeister Zhang Tonglu
   2007-11-29 15:24:29    Seite drucken   cri

Die Cloisonné-Technik (Jingtailan) ist ein im In- und Ausland bekanntes chinesisches Kunsthandwerk. Es war dank seiner Erzeugnisse mit glänzend blauer Glasur schon zur Regierungsperiode des Kaisers Jingtai in der Ming-Dynastie Mitte des 15. Jahrhunderts weithin bekannt. So entstand auch der Name, Jingtailan. "Lan" ist nämlich das chinesische Wort für "blau".

Zhang Tonglu ist ein Meister der Cloisonné-Technik.

1958 begann der damals 16-jährige Zhang Tonglu mehr oder weniger aus einem Mißverständnis heraus eine Ausbildung in der Beijinger Cloisonné-Fabrik. Zhang Tonglu interessierte sich schon seit seiner Kindheit für die Malerei. Als er eines Tages das Plakat für den Film "Jingtailan" sah, auf dem ein Künstler mit einem Pinsel eine Vase bemalte, dachte er irrtümlicherweise, dass die Cloisonné-Technik aus Malen bestehe. So entschied er sich, die Cloisonné-Herstellung zu erlernen. Als er später erfuhr, dass die Cloisonné-Technik nichts mit der Malerei zu tun hat, sondern mehr als zehn Arbeitsgänge durchlaufen muss, und dass ein Arbeiter meist ein Leben lang nur für einen einzigen Arbeitsgang verantwortlich ist, war er zuerst etwas enttäuscht.

Um trotzdem seinem Traum der Malerei nachzugehen, bestand Zhang Tonglu die Aufnahmeprüfung der Beijinger Fachschule für Kunsthandwerk und lernte dort eifrig Wissenswertes über Modelldesign und Farbenmischung. Nach der Absolvierung seines Studiums kehrte Zhang Tonglu zurück in seine frühere Fabrik, die in die "Beijinger Fabrik für Kunsthandwerk" umbenannt worden ist. Dort wurden 13 traditionelle Handwerkskünste wie Cloisonné-Herstellung, Jade-Verarbeitung und Elfenbein-Schnitzerei unter einem Dach angeboten. Damit galt sie als Chinas größte Produktionsbasis für traditionelle Kunsthandwerksartikel.

Da sich Zhang Tonglu systematisch Kenntnisse der bildenden Kunst angeeignet hatte, arbeitete er nach seiner Rückkehr in die Beijinger Fabrik für Kunsthandwerk in der Fabrikverwaltung. Er wurde bei dieser Gelegenheit mit den verschiedenen Arbeitsgängen und Tätigkeitsfeldern in der Fabrik vertraut. Innerhalb von drei Jahren beherrschte er die kompletten Arbeitsverfahren der Cloisonné-Herstellung. Dazu Zhang Tonglu:

"Die Technik der Cloisonné-Herstellung ist extrem kompliziert. Jeder Arbeiter ist normalerweise nur mit einem einzigen Verfahren vertraut. Es gab in den vergangenen mehr als sechs Jahrhunderten kaum einen, der mit sämtlichen Arbeitsverfahren der Cloisonné-Herstellung vertraut war. Als ich später das Amt des stellvertretenden Fabrikleiters und des Generalingenieurs innehatte, konnte ich Wissenswertes aus all den verschiedenen 13 Handwerkskünsten schöpfen und dadurch meine Kenntnisse bereichern."

Zhang Tonglu ist bescheiden, lerneifrig und innovationsfreudig. Viele von ihm entworfenen Cloisonné-Produkte sind mit wichtigen nationalen Kunsthandwerkspreisen ausgezeichnet worden. 1988 erhielt er den Titel "Chinesischer Kunsthandwerksmeister".

Im Zuge der rasanten industriellen Entwicklung und der Änderung des Konsumverhaltens der Bevölkerung verschwanden viele traditionelle Handwerkskünste einschließlich der Cloisonné-Herstellung fast komplett. 2002 ging die Beijinger Fabrik für Kunsthandwerk Bankrott, ein großer Teil der knapp 500 Arbeiter, die mit der Cloisonné-Herstellung beauftragt waren, mußten sich umorientieren. Die Cloisonné-Herstellung war somit quasi vom Aussterben bedroht. Diese Situation beunruhigte Zhang Tonglu sehr. Er entschloss sich daher, mit eigener Kraft dieses Kunstgewerbe zu erhalten. Er stellte viele arbeitslose Arbeiter und Techniker ein und gründete mit eigenen finanziellen Mitteln eine Cloisonné-Firma. Zhang Tonglu sagt, die Cloisonné-Herstellung müsse sich den Ansprüchen der Zeit entsprechend entwickeln. Die Erzeugnisse sollten heutzutage mehr dem Nutzen dienen als der kaiserlichen Tributgabe oder Souvernierartikeln. Er sagt weiter:

"Wir haben mit neuen Ideen moderne Cloisonné-Produkte, die mit der Zeit Schritt halten, entwickelt. Wir haben Durchbrüche in Muster und Farben erzielt und unsere Produkte finden zudem einen guten Absatz auf dem in- und ausländischen Markt. Auch spezielle Wünsche ausländischer Kunden, zum Beispiel Cloisonnés zum praktischen Zweck oder Cloisonnés für die Sammlung, werden erfüllt."

Der 65-jährige Zhang Tonglu, dessen Kollegen auch schon alle über 50 Jahre alt sind, macht sich jedoch große Sorgen um den Nachwuchs in der Cloisonné-Herstellung. Da in der heutigen Gesellschaft das Konsumangebot vielfältig ist, ist es für die Cloisonné-Herstellung schwer, den Marktanteil zu vergrößern. Der niedrige Lohn und die hohen Ansprüche an die Qualifikation der Lehrlinge haben zahlreiche junge Leute von dem Erlernen dieses Berufs abgeschreckt. Erfreulicherweise legt der Staat immer mehr Wert auf den Schutz des immateriellen Kulturerbes und hat die Entwicklung traditioneller Künste einschließlich der Cloisonné-Herstellung in vielerlei Hinsicht tatkräftig unterstützt. Zhang Tonglu will nun sogar ein Buch verfassen, in dem er die technischen Verfahren der Cloisonné-Herstellung sowie seine eigenen Erfahrungen darüber niederschreibt:

"Ich betrachte dies als die Pflicht und Aufgabe eines Kunsthandwerksmeisters. Bis jetzt gibt es kein einziges Buch über das Cloisonné, sei es über die Geschichte, sei es über die Technik. Als Ausüber der Cloisonné-Herstellung fühle ich mich dazu verpflichtet, meine Kenntnisse zu Papier zu bringen und damit zum Schutz des immateriellen Kulturerbes Chinas beizutragen."

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