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Ein Besuch an der Xinjiang-Universität
   2007-10-19 14:48:17    Seite Drucken    cri

China ist ein Land mit 56 Nationalitäten. Neben der Han-Nationalität leben hier noch 55 Minderheiten. Die chinesische Regierung hat immer großen Wert auf das Bildungswesen in den von nationalen Minderheiten bewohnten Gebieten gelegt. In unserem heutigen Programm besuchen wir gemeinsam die Xinjiang-Universität im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang im Westen Chinas, um dort die Besonderheiten der Lehrveranstaltungen und die Campusaktivitäten an dieser Universität besser kennenzulernen.

Das Uigurische Autonome Gebiet Xinjiang ist mit einer Fläche von mehr als 1,6 Millionen Quadratkilometern die größte Provinz Chinas. Die nationalen Minderheiten dort machen 60 Prozent der gesamten Bevölkerung des autonomen Gebietes aus.

Die Xinjiang-Universität liegt in Urumqi, der Hauptstadt des Uigurischen Autonomen Gebietes Xinjiang. Sie ist eine wichtige Universität in China und zuständig dafür, Studenten aus mehreren Nationalitäten auszubilden. Derzeit sind etwas mehr als 23.000 Studenten an der Universität eingeschrieben, davon gehört etwa die Hälfte einer nationalen Minderheit an. Der stellvertretende Rektor der Universität Hu Xiaofan sagt dazu:

"Die Xinjiang-Universität hat schon immer großen Wert auf die Ausbildung von Studenten aus nationalen Minderheiten gelegt und eine große Zahl an ausgezeichneten Absolventen hervorgebracht. Wir haben eine fähige Gruppe von Lehrkräften und sehr gute Lehrbedienungen. Damit können wir für den Wirtschaftsaufbau sowie zur gesellschaftlichen Entwicklung unseres autonomen Gebietes beitragen."

Die Xinjiang-Universität wurde 1924 gegründet und gehören zu den chinesischen Universitäten mit einer langen Geschichte. Am Anfang wurden an der Universität hauptsächlich Studenten in russischer Sprache sowie in Rechtswissenschaften und Wirtschaft unterrichtet. Seit der Reform und Öffnung Chinas erfuhr die Universität eine anhaltende Entwicklung. Ende des vorigen Jahrhunderts schloss sie sich mit dem Technikinstitut Xinjiang zusammen. Somit konnte sich die Universität zu einer umfassenden Institution mit verschiedenen Lehrbereichen herausbilden.

Außer in den Fächern zur Forschung der Sprachen verschiedener nationalen Minderheiten ist Hochchinesisch nun seit 2003 die einzige Sprache, in der Vorlesungen gehalten werden. Der stellvertretende Rektor Hu Xiaofan sagt, um die Entwicklung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufbaus im den von nationalen Minderheiten bewohnten Gebieten zu beschleunigen, müsse man die Lehrveranstaltungen in chinesischer Sprache abhalten:

"Wollten wir noch in uigurischer Sprache unterrichten, so müssten wir zuerst sämtliche Lehrbücher für moderne Technologien ins Uigurische übersetzen. Das ist ein enormer Aufwand und nicht wirklich sinnvoll. Daher ist bei uns Chinesisch die einzige Unterrichtssprache."

Hu Xiaofan sagte weiter, dies bedeute nicht, dass man auf die Sprachen der nationalen Minderheiten verzichten wolle. An der Xinjiang-Universität hätten die Forschungen über die Sprachen und Kulturen der nationalen Minderheiten immer große Unterstützung erhalten. Es gebe sogar ein Fach für solche Sprachen und deren Literatur, ein sehr fortschrittliches Unterfangen. Der Direktor des Kulturinstituts der Xinjiang-Universität, Aerlansi, sagt dazu, 80 Prozent des Unterrichts an seinem Institut werde in einer Sprache der nationalen Minderheiten gehalten:

"Außer im allgemeinen Unterricht verwenden wir an unserem Institut die jeweilige Sprache der Minderheiten. In den Vorlesungen für uigurische und kasachische Kultur verwenden wir natürlich die entsprechenden Sprachen. Dadurch können wir die traditionelle Kultur der verschiedenen nationalen Minderheiten in Xinjiang fortführen und schützen."

An der Xinjiang-Universität gibt es außerdem noch ein Forschungsinstitut für Zentralasien. Das untergeordnete Altay-Forschungsinstitut beschäftigt sich hauptsächlich mit der Erforschung der Sprachen im Altay-Gebirge. Am Kulturinstitut können die Studenten auch eine Ausstellung für Sitten und Gebräuche der nationalen Minderheiten besuchen. Viele Studenten und Lehrer verbringen oft ihre Ferien in den Regionen der Minderheiten, um dort wertvolle Kulturgegenstände zu sammeln und das nichtmaterielle Kulturerbe zu untersuchen.

Das Alltagsleben außerhalb des Unterrichts an der Xinjiang-Universität ist ebenfalls sehr bunt und vielfältig. Angehörige nationaler Minderheiten nehmen sehr oft an dem Programm "Brücke der chinesischen Sprache" teil und pflegen dabei einen Sprachaustausch mit Studenten der Han-Nationalität, um ihr Chinesisch zu verbessern. Abuduwaili, ein Uigure, treibt auch sehr oft Sport mit seinen Kommilitonen und macht mit ihnen gemeinsame Ausflüge. Die Studenten verschiedener Nationalitäten können dabei sehr gut miteinander umgehen. Abuduwaili sagt:

"Das Programm zur Einheit der Nationalitäten in Xinjiang ist sehr erfolgreich. So habe ich zum Beispiel auch viele Freunde anderer Nationalitäten gefunden."

Der stellvertretende Rektor der Xinjiang-Universität Hu Xiaofan sagte seinerseits weiter, etwa 18 Prozent der Studenten an seiner Universität stammten aus dem chinesischen Binnenland. Jeder neue Student erhalte am Anfang seines Studiums eine Broschüre, worin die verschiedenen Religionen, Sitten und Gebräuche sowie mögliche Tabus und die Umgangsformen der verschiedenen Nationalitäten vorgestellt werden. Dadurch könnten viele kulturelle Versehen vermieden werden.

Die Xinjiang-Universität will mit einer strategischen Entwicklungsplanung bis 2010 eine namhafte Forschungsuniversität mit eigenen markanten Eigenschaften werden, die zudem großen Einfluß auf die Entwicklung Zentralasiens ausüben kann.

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