Startseite | Nachrichten | Zeitgeschehen | Chinesischkurs | China ABC | Inet Radio | Frage der Woche | Paralympics 2008 in Beijing | Sendeplan
 

-Empfangsbericht
-Feedback   -Archiv

Luzhi: Brücke, Boote und Legende
   2007-06-19 17:00:07    Seite drucken   cri

Luzhi ist eine für chinesische Verhältnisse sehr kleine Gemeinde. Sie liegt in der Nähe der Stadt Suzhou im Yangtze-Delta. Um diese 2.500 Jahre alte Gemeinde rankt sich eine interessante Geschichte.

Die Gemeinde Luzhi ist etwa ein Quadratkilometer groß. Eines ihrer wichtigsten Denkmäler ist ein Ehrenbogen aus Stein, der im Westen der Gemeinde steht. Auf dem hohen Ehrentor steht die Aufschrift "Alte Gemeinde Luzhi". Geht man durch den Bogen nach Osten und überquert eine Brücke, so entdeckt man ein Fabeltier. Das Tier heißt Luduan und gilt seit langer Zeit als Symbol der Gemeinde. Dem einhörnigen Tier werden magische Kräfte nachgesagt. Es soll unglaublich schnell laufen können, alle Sprachen verstehen und daher immer gut informiert sein. Die Einheimischen glauben, das Horntier könne ihrer Heimat Frieden und Glück bringen. Wang Yan, unsere Reiseleiterin, ist in Luzhi aufgewachsen. Sie erzählt uns von der Geschichte ihrer Heimat:

"Während der Frühlings- und Herbstperiode vor etwa 2.500 Jahren wurde die Gemeinde gegründet. Archäologen zufolge steht anhand der Funde, die im Süden der Gemeinde ausgegraben wurden, fest, dass es bereits vor 5.500 Jahren Siedler in dieser Gegend gab. Das heutige Gemeindebild ist von einem Fluss und zwei Uferstraßen geprägt. Die meisten Häuser sind über 100 Jahre alt. Viele von ihnen sind Geschäfte. Der vordere Teil ist dabei der Laden, und der hintere Teil ist ein Hof, in dem die Familie, die das Geschäft besitzt, wohnt. Oder die Familie wohnt über dem Geschäft, falls das Haus keinen Hof hat."

Neun Straßen führen zu fast jedem Winkel der alten Gemeinde. Die Gassen und Straßen sind mit Kieseln und Granitsteinen gepflastert. Die Häuser an den Straßen sind hauptsächlich im Stil der Ming- und Qing-Epoche vor rund 400 Jahren gebaut. Boote sind die wichtigsten Verkehrsmittel in Luzhi. Schwarz und weiß sind die Farben der Gemeinde. Die Häuser haben ausnahmslos weiße Wände und sind mit schwarzen Dächern bedeckt. Um den schlichten Stil auszugleichen, bringt man schöne Holz- und Steinschnitzereien als Verzierung an Tür- und Fensterrahmen an. Wasser ist die Seele der Gemeinde. Fünf bis sechs Kilometer lang schlängeln sich Flüsse durch Luzhi. Und Brücken sind natürlich genauso unentbehrlich wie Boote. Davon ist die Touristin Liu Limei aus der südostchinesischen Stadt Xiamen beeindruckt:

"Die alte Gemeinde hat viel Kultur. Es ist eine typische Siedlung am Wasser. Besucher können hier in einem kleinen Boot die Gemeinde erkunden. Auf der Fahrt kann man die Bootsführerin Volkslieder singen hören. Sie tragen dabei schöne Trachten ihrer Heimat. Das hat mich sehr interessiert."

Luzhi ist auch ein Freilicht-Museum für Steinbrücken. Auf der einen Quadratkilometer großen Fläche sind 72 steinerne Bogenbrücken gebaut worden.

Neben alten Häusern und Steinbrücken sind in Luzhi auch noch viele alte Bäume zu sehen. Heute stehen in Luzhi sieben alte Ginkgobäume. Der älteste soll mehr als 1.500 Jahre alt sein. Er ist 50 Meter groß. Der Baum ist so dick, dass sogar drei erwachsene Männer mit ausgebreiteten Armen ihn nicht umarmen können. Die Reiseleiterin Wang Yan:

"Man kann in Luzhi einen 120 Jahre alten Teufelszwirn sehen. Neben ihm steht ein 100 Jahre alter Blauregen, auch Glyzine genannt, die einen sanften Duft ausströmt. Und wir haben auch noch einen 1.500 Jahre alten Ginkgobaum."

All diese drei alten Pflanzen stehen im Baosheng-Tempel, der sich an der Xijie, der westlichen Straße, befindet. Der Tempel wurde im Jahre 503 erbaut. Heute sind dort gut erhaltene Steinstelen aus der Tang-Dynastie vor 1.000 Jahren sowie Gebäude aus der Ming-Epoche vor rund 400 Jahren zu besichtigen. Am wertvollsten sind aber die Statuen der Arhats.

Arhat ist ein religiöser Titel für einen vollendeten buddhistischen Heiligen. Während der Tang-Dynastie vor 1.000 Jahren hat man in diesem Kloster acht Reliefstatuen von Arhats gebaut. Neben den heiligen Figuren sind ein tobendes Meer, sich erhebende Gebirge und Wolken als Hintergrund zu sehen. Die Arhats sind fast so groß wie lebende Menschen. Heute sind nur noch vier dieser acht Statuen zu sehen, die anderen vier wurden bei Bränden zerstört. Über diese Statuen erzählt uns die Mitarbeiterin der Tempelverwaltung Liu Yang:

"Anders als andere Arhats-Reliefstatuen wirken diese hier plastischer, weil man hinter ihnen eine Landschaft mit einem Meer, mit Gebirgen und Wolken erkennen kann. Die Figuren und die Landschaft ergeben so ein harmonisches Bild."

Reisetips:

Das Klima in Luzhi ist angenehm. Die durchschnittlichen Jahrestemperaturen betragen 16 Grad Celsius. Luzhi liegt 18 Kilometer von der Stadt Suzhou entfernt und 58 Kilometer vom Hongqiao-Flughafen in Shanghai. Der Eintritt in die Gemeinde kostet umgerechnet sechs Euro. Die Öffnungszeit ist zwischen acht Uhr morgens bis fünf Uhr nachmittags.

Lokale Spezialitäten sind Pilze und Süßwassermuscheln. Im Herbst kann man auch rote Wassernüsse probieren.

Die traditionellen Trachten der Frauen in Luzhi sind besonders schön. Als Reisesouvenirs empfehlen wir Ihnen die traditionellen Trachten, die bestickten Schuhe und Kopftücher.

     mehr zum Thema Ihre Meinung
• Tschüß Beijing
• Leben auf Chinesisch (30.09.)
• Bildung/Wissenschaft (29.09.)
• Sonntagskonzert (05.10.)
• Eröffnung der Beijinger Paralympics
• Reisemagazin (26.09.)
• Wochenendkonzert (20. 09.)
• Wirtschaftsmagazin (01.10.)
• Zeitgeschehen (02.10.)
• Hörerbriefkasten (05.10.)
• Kulturmagazin (02.10)
• Paralympics 2008 (20.09)
• Nachrichten (05.10.)
 
 
 
 

 

 
 

Web german.cri.cn