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China will in drei bis fünf Jahren ein System für Organtransplantationen etablieren
   2007-05-25 15:37:01    Seite drucken   cri

China hat kürzlich damit begonnen, die "Vorschriften für das Transplantieren von Menschenorganen" offiziell einzuführen. Wie der stellvertretende chinesische Gesundheitsminister Huang Jiefu dazu vor der Presse erklärte, sei dies ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte Chinas. Um diese Vorschriften angemessen in die Praxis umzusetzen, müsse noch vieles getan werden. Das Land will nun innerhalb von drei bis fünf Jahren ein funktionierendes System für Organtransplantationen bei Menschen errichten.

In China wurden Organtransplantationen bei Menschen erstmals in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts durchgeführt. Erst in den vergangenen zehn Jahren jedoch hat die Anzahl der Organtransplantationen rapide zugenommen. Doch auf diesem Gebiet gibt es auch viele Probleme, etwa die unausgewogene technische Entwicklung, zu wenige Organspender und unstandardisierte Handlungen mancher Medizinanstalten.

Um diese Situation zu ändern, hat China die Vorschriften für Organtransplantationen bei Menschen erlassen. Damit will man diesen medizinischen Vorgang dem Gesetz nach standardisiert verwalten. Der stellvertretende chinesische Gesundheitsminister Huang Jiefu sagte dazu, China werde mit Hilfe dieser Vorschriften ein vollständiges System für Organtransplantationen errichten:

"Für Organtransplantationen soll zum einen ein System für technische Standards, zum anderen ein Verwaltungssystem für die Herkunft und die Verteilung der gespendeten Organe errichtet werden. Die USA haben 15 Jahre gebraucht, um die beiden Systeme nach dem Erlass der Vorschrift aufzubauen. Obwohl die Vorschriften für Organtransplantationen bei Menschen in China erst spät erlassen worden sind, will der Staat in den nächsten drei bis fünf Jahren die oben genannten zwei Systeme etablieren."

Meldungen zufolge sind mittlerweile bereits drei klinische technische Standards jeweils für Nieren-, Herz- und Lungentransplantationen erlassen worden. Der Technikstandard für Lebertransplantationen wird ebenfalls bald im kommenden August erlassen werden. Im Interesse einer strikten Umsetzung dieser Normen müssen auch Medizinanstalten gewisse Zugangsbedingungen für Organtransplantationen erfüllen.

Landesweit sind bislang bereits über 600 medizinische Anstalten, die Organtransplantationen beantragt haben, überprüft worden. Davon haben nur zirka 160 die staatliche Genehmigung erhalten. Dadurch sollen die Probleme bei ungleichen Standards für Organtransplantationen effizient gelöst werden. Beim Aufbau eines Verwaltungssystems hat China Erfahrungen in den USA und in weiteren entwickelten Ländern genutzt. So konnten inzwischen einige regionale Registrierungs- und Verteilungsnetzwerke für gespendete Organe aufgebaut werden. Da die Organquellen sehr knapp seien, gelte die gesellschaftliche Anerkennung des Gehirntodes als Voraussetzung für die Etablierung des Organverteilungsnetzes, sagt Vizegesundheitsminister Huang:

"Nur wenn ein Gesetz bezüglich des Gehirntodes erlassen wird oder der Gehirntod als medizinisches Kriterium allgemein anerkannt ist, kann man von einer Organtransplantation in tatsächlichem Sinne sprechen. Denn nur wenige Minuten nach dem Tod eines Menschen können seine Organe nicht mehr für Transplantationen brauchbar."

Weltweit werden heute zwei Kriterien für die Feststellung des Todes eines Menschen praktiziert. Bei dem einen wird der Herzstillstand als Todeskriterium angesehen, während bei dem anderen der Gehirntod das einzige Kriterium ist. In knapp 90 Ländern der Welt ist der Gehirntod bereits rechtlich definiert sowie diesbezügliche gesetzgebende Regelungen dafür eingeführt worden. Das bedeutet, dass in diesen Ländern der Gehirntod eines Patienten auch als Tod des Patienten eingestuft wird. In China wird jedoch noch der Herzstillstand als Todeskriterium angesehen. Das chinesische Gesundheitsministerium werde sich dafür einsetzen, den Begriff des Gehirntodes in China zu popularisieren, so Vizeminister Huang.

Weiter verwies er darauf, man habe schon vor einiger Zeit festgestellt, dass manche Ausländer China als Zielland für Organtransplantationen wählten. Dies sei eine wichtige Ursache für die Gefahr der Kommerzialisierung der Transplantationen, gegen die sich die Weltgesundheitsorganisation eindeutig ausgesprochen habe. Mit der Umsetzung der Vorschriften für die Transplantation von Menschenorganen seien solche Vorgehensweisen strikt verboten:

"Da Organtransplantationen in China sehr billig sind, kommen viele Leute außerhalb des chinesischen Festlandes hierher, um sich hier einer Organtransplantation zu unterziehen. Von heute an ist solch ein Vorgehen bei uns verboten - mit Ausnahme für Patienten aus Hongkong, Macao und Taiwan."

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