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Olympische Reise durch die Zeit (40)
   2007-05-09 15:50:41    Seite drucken   cri

Bis in die 1980er Jahre finanzierten die veranstaltenden Städte die Olympischen Spiele vornehmlich aus kommunalen und staatlichen Mitteln. Zu jeder Zeit haben die Veranstalter - das sind die jeweiligen Städte, an die die Olympischen Spiele vergeben werden - aber immer Vermarktungsinteressen gehabt. Dies zeigt sich vor allem bei den Olympischen Winterspielen. Denn seit den ersten Olympischen Winterspielen, die 1924 in Chamonix ausgetragen wurden, fanden die Olympischen Winterspiele immer in touristischen erschlossenen Wintersportorten statt. Die Spiele sollten also den Tourismus beleben. In den meisten Fällen hatten die Veranstalter durch die Austragung der Winterspiele einen erheblichen finanziellen Nutzen. Denn die baulichen Investitionen durch den Veranstalter selbst hielten sich meist in Grenzen. Die wegen ihres fantastischen Publikums so gelobten Olympischen Winterspiele von Lillehammer waren die ersten, bei denen die Kosten den Folgenutzen überstiegen. Das lag daran, dass für diese Spiele viele Anlagen gebaut werden mussten, da diese Sportarten in der Region traditionell nicht zu Hause sind. Bei den Olympischen Sommerspielen waren die von 1932 in Los Angeles die ersten, die einen deutlichen Gewinn abwarfen, weil schon alle Sportstätten vorhanden waren. In der Regel wurde die Ausrichtung der Spiele aus kommunalen, staatlichen Mitteln und Lotterieeinnahmen finanziert und nach 1932 brachten erst wieder die Spiele von 1984 dem Veranstalter Gewinn ein. Interessanterweise war der Veranstalter wieder Los Angeles. Diesmal konnten die Spiele erstmals vollständig privat finanziert werden, sie erwirtschafteten ein Guthaben von 231 Millionen Dollar. Dieser wirtschaftliche Erfolg der Spiele 1984 machte sie zur Kalkulationsgrundlage für alle folgenden Spiele.

Aber nicht immer waren die Veranstalter so erfolgreich. Noch heute zahlt beispielsweise die Bevölkerung von Montréal für die Spiele von 1976, ein Defizit von zwei Milliarden Dollar muss noch abbezahlt werden. Die Profis der Wirtschaft zeigten den staatlichen Veranstaltern jedoch schon bald, wie man Olympia gewinnbringend organisiert. Früher war der Staat der Hauptsponsor der Olympischen Spiele. Heute ist es vor allem die Wirtschaft, die sich von der finanziellen Unterstützung der Spiele die Absatzsteigerung ihrer Produkte verspricht. Unter der Voraussetzung, dass die Sponsoren mit dem Attribut "olympisch" werben dürfen. Bei den Olympischen Spielen ist zwar nach wie vor weder Trikot- noch Bandenwerbung zulässig, aber Fernsehübertragungen von den Spielen stellen die Sponsoren ins Rampenlicht, für die die Olympischen Spiele eine einzige Werbesendung sind.

Auch das IOC und die internationalen Fachverbände, mit Ausnahme des Fußballs, mussten die neuen wirtschaftlichen Regeln beherrschen lernen. Erst nach 1972 begannen sie Vermögen zu bilden. Bis dahin war das IOC so finanzschwach, dass IOC-Präsident Brundage sein privates Büro in Chicago die IOC-Arbeiten erledigen ließ. Am Sitz des IOC in Lausanne beschäftigte man aus Kostengründen nur eine Halbtagssekretärin und ehrenamtliches Personal. Seit das ICO aber von den Veranstaltern Teile der Fernsehgelder einfordert und auch die olympischen Ringe und den Begriff olympisch erfolgreich vermarktet, sind diese Zeiten Vergangenheit. Heute erwirtschaftet das IOC die Mittel für das eigene Personal, beispielsweise für die Aufwandsentschädigung des Präsidenten, für die Bezahlung der Mitarbeiter und der Gremien. Darüber hinaus für Entwicklungsprogramme, dazu gehört beispielsweise die Entsendung von Trainern in die Dritte Welt. Ein weiterer wichtiger Kostenpunkt ist die Präsentation olympischer Tradition.

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