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Olympische Reise durch die Zeit (39)
   2007-04-29 16:03:57    Seite drucken   cri

1948 organisierte Sir Ludwig Guttmann in Stoke Mandeville, England, einen Sportwettkampf für Veteranen des Zweiten Weltkriegs, die eine Wirbelsäulenverletzung erlitten hatten. Vier Jahre später sandten auch die Niederländer behinderte Sportler zu dieser Veranstaltung, eine internationale Bewegung war geboren.

In Rom wurden 1960 erstmals Wettkämpfe für Behinderte organisiert, die der Struktur der Olympischen Spiele ähnelten. Man nannte die Sportveranstaltung nun Paralympics.

1976, bei den Spielen in Toronto, nahmen erstmals auch Sportler mit anderen körperlichen Einschränkungen an den Wettkämpfen teil.

Damit war die Idee geboren, aus den Paralympics einen großen Sportevent zu machen, bei dem Athleten mit verschiedenartigen Behinderungen zusammen kommen. Ebenfalls im Jahr 1976 veranstaltete man erstmals paralympische Winterspiele. Sie wurden in Schweden ausgetragen.

Heute kommt zu den Paralympics die Elite des Behindertensports zusammen. Die Zahl der Teilnehmer ist rasant gestiegen, an den ersten Spielen in Rom hatten nur 400 Sportler aus 23 Staaten teilgenommen, in Athen waren es im Jahr 2004 bereits mehr als 3.000 Sportler aus 136 Ländern und Gebieten.

Bei den Paralympics starten Athleten, die in sechs Kategorien eingeordnet werden können. Dies ist vergleichbar mit der Einteilung nach Gewichtsklassen, die für viele Kampfsportarten gilt. Die Kategorisierung richtet sich dabei nach den Fähigkeiten der Sportler. Die sechs Kategorien sind: Sportler mit zerebralen Lähmungen, mit Wirbelsäulenverletzungen, Amputierte, Sehbehinderte, geistig Behinderte und alle anderen. Diese Gruppe umfasst alle Sportler, deren Mobilität eingeschränkt ist, die aber nicht in die bereits genannten Gruppen eingeordnet werden können.

Die Paralympics werden immer im selben Jahr wie die Olympischen Spiele ausgetragen, seit den Winterspielen in Albertville 1992 finden sie auch in denselben Sportstätten statt.

Das Motto der Paralympics lautet, ein gemeinsamer Geist in Bewegung.

Viele der paralympischen Sportarten sind auch olympisch, allerdings gelten bei den Paralympics aufgrund der anderen Voraussetzungen eigene Regeln. Volleyball wird beispielsweise im Sitzen gespielt. Außerdem wird auf einem kleineren Spielfeld agiert, das Netz hängt niedriger, dadurch gewinnt das Spiel enorm an Geschwindigkeit und wird für die Zuschauer attraktiver. Es gibt aber auch Sportarten, die rein paralympisch sind: Boccia und Goalball beispielsweise.

Beim Boccia sind vor allem Muskelkontrolle und Genauigkeit gefordert. Außerdem müssen die Sportler enorm konzentriert sein. Bei dieser Sportart versuchen zwei Gegner, entweder Einzelpersonen oder ein Team, die roten oder blauen Spielbälle innerhalb eines 12,5 auf 6 Meter großen Feldes möglichst nah an den weißen Zielball, den so genannten Jackball, heran zu werfen. Dabei können die Bälle mit Händen, Füßen, oder je nach dem Schweregrad der Behinderung, auch mit einer Wurfhilfe geworfen werden. Der Schiedsrichter ermittelt am Ende eines Wettkampfes, welche Bälle dem Zielball am nächsten liegen. Für jeden Ball einer Mannschaft, der näher am Zielball liegt, als einer des Gegners, gibt es einen Punkt. Das Team mit der höheren Punktzahl gewinnt. Die Zahl der Durchgänge, die zum endgültigen Gewinn notwendig sind, variieren je nach Wettkampf. Beim Einzel gibt es vier Durchgänge, beim Mannschaftswettbewerb sechs.

Boccia wurde erfolgreich zu einer Sportart für Menschen mit körperlichen Einschränkungen entwickelt. Bei den Paralympics 1984 wurde Boccia erstmals ausgetragen. Bei den Paralympics werden Einzel-, Team- und Mannschafts-Wettkämpfe ausgetragen. Dabei können die Teams gemischt geschlechtlich sein. Die Sportler, die im Boccia antreten, sind entweder zerebral gelähmt oder haben ähnliche neurologische Ausfälle, alle benutzen einen Rollstuhl. Im Boccia werden insgesamt sieben paralympische Medaillen vergeben.

Eine weitere rein paralympische Sportart ist Goalball.

Die Sportart wurde 1946 von Hans Lorenzen, einem Österreicher und Sepp Reindle, einem Deutschen, entwickelt. Die beiden setzten diese Sportart zur Rehabilitation von Blinden ein. 1976 wurde Goalball bei den Paralympics in Toronto erstmals gespielt. Heute ist es weltweit verbreitet, alle vier Jahre finden auch Weltmeisterschaften statt.

Beim Goalball treten zwei Teams mit jeweils drei blinden Spielern gegeneinander an. Die Spieler sitzen am Boden und bewegen sich innerhalb eines rechteckigen 9 auf 18 Meter großen Feldes. An beiden Enden des Feldes sind 1.30 hohe Torstangen angebracht, die gesamte Spielfeldbreite bildet das Tor. Das Ziel des Spiels ist, den Ball ins Tor der gegnerischen Mannschaft zu werfen. Das verteidigende Team versucht dies natürlich zu verhindern. Gespielt wird mit einem Klingelball, das heißt, dass sich im Inneren des Balls eine Glocke befindet. Für die blinden Athleten wird der Ball damit hörbar. Allerdings müssen sich die Zuschauer bei dieser Sportart ausgesprochen still verhalten, damit die Sportler den Ball hören können. Nach einem Torerfolg oder am Ende jeder Halbzeit ist Applaus aber sehr willkommen. Eine Halbzeit dauert zehn Minuten.

Wichtig ist beim Goalball, dass der Ball, wenn er in Richtung gegnerisches Tor geworfen wird, zunächst einmal in der eigenen Hälfte den Boden berührt haben muss. Ein Spieler darf den Ball nicht länger als acht Sekunden halten, dann muss er ihn weiter passen, oder einen Torwurf versuchen. Jeder Spieler darf nur zweimal hintereinander aufs Tor werfen. Die Spieler können sich sitzend auf dem Feld frei bewegen, um sich in eine bessere Position zu bringen. Gewonnen hat das Team, das die meisten Tore erzielt. Jede Mannschaft darf höchstens drei Wechselspieler aufbieten. Es gibt bei den Paralympics getrennte Wettkämpfe für Frauen und Männer. Maximal zwölf Männer- und acht Frauenteams können an den Paralympics teilnehmen.

Zu diesen interessanten Sportarten werden in den kommenden Jahren vermutlich noch einige neue hinzukommen. Denn schon in den vergangenen Jahren sind immer neue Sportarten in das Programm der Paralympics aufgenommen worden. In Athen starteten nur in 18 Sportarten behinderte Athleten, in Beijing werden bereits 20 Sportarten ausgetragen.

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