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Konzert mit uralten Instrumenten im Henan-Museum
   2007-04-03 15:51:17    Seite drucken   cri

Kann man in einem Museum ein Konzert besuchen? Ja, man kann. Zumindest im Henan-Museum in der Stadt Zhengzhou, der Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Henan. Hören Sie selbst!

Mit dieser Musik wurden in China vor 3.000 Jahren wichtige Gäste empfangen. Die Musikanten des Henan-Museums führen regelmäßig Konzerte auf und spielen diese traditionelle Musik auf originalgetreuen Nachbauten alter Musikinstrumente. Im Laufe der Zeit sind sie echte Meister darin geworden.

Das Henan-Museum hat eine Fläche von 100.000 Quadratmetern, wenn jemand alle Räume abläuft, hat er annähernd 25 Fußballfelder umrundet. Im Jahre 1998 hat das Museum seine Pforten geöffnet. Jährlich kommen etwa 300.000 Besucher. Im Museum werden 130.000 Kulturgegenstände ausgestellt. Die meisten von ihnen stammen aus der zentralchinesischen Provinz Henan. Diese große Zahl an Exponaten stellt ein Achtel aller in chinesischen Museen ausgestellten Kulturgegenstände dar. Sehr sehenswert sind die vielen Jahrhunderte alten Musikinstrumente. Ein Museumsmitarbeiter zeigt uns eine aus Vogelknochen hergestellte Flöte. Sie soll das älteste bisher in China gefundene Flöten-Blasinstrument sein.

Die Museumsmitarbeiterin Wang Xue betreut das Orchester, das die traditionelle Musik aufführt:

"Dies ist eine ungefähr 8.000 Jahre alte Flöte, sie wurde aus einem Vogelknochen hergestellt. Auf ihr kann man sieben Töne spielen. Aber wir haben natürlich noch viele andere Instrumente in unserem Orchester."

Das größte Musikinstrument des Orchesters ist eine Glockenreihe aus Bronze. Im Orchester wird eine Kopie verwendet, da das Original mehr als 2.500 Jahre alt und sehr wertvoll ist. Die Glockenreihe besteht aus 26 Glocken unterschiedlicher Größe. Im chinesischen Altertum durfte diese Glockenreihe nur für das Königshaus gespielt werden. Der Tonumfang dieser Glockenreihe ist sehr groß, der höchste und der tiefste Ton der 26 Glocken liegen sehr weit auseinander. Hören Sie selbst!

Das jüngste Instrument ist immerhin auch schon 2.300 Jahre alt. Diese uralten Instrumente zu beherrschen und schöne Melodien darauf zu spielen ist keine leichte Aufgabe. Chang Yi spielt im Museums-Orchester den so genannten Klingstein, ein altes Schlaginstrument. Sie erzählt uns:

"Das Geheimnis liegt darin, mit wie viel Kraft man den Klingstein schlägt. Schlägt man mit zu viel Kraft, klingt der Ton zu tief. Wendet man keine Kraft an, dann ist der Klang schwebend. Ein erfahrener Musiker weiß genau, wohin er mit dem Hammer schlagen muss. Und auch, wie stark er schlagen muss. Es kann nur gut klingen, wenn man die richtige Stelle trifft."

Guqin heißt die chinesische siebenseitige Zither. Die Guqin steht auf der UNESCO-Liste des immaterialen Kulturerbes.

Die Orchestermitglieder haben alle verfügbaren Aufzeichnungen der jahrhundertealten Musiknoten intensiv studiert und die Musik neu arrangiert. Li Hong arbeitet als Forscherin im Henan-Museum. Sie erzählt uns, es sei ein Experiment, dass man auf Nachbauten alter Instrumente jahrhundertealte Melodien spielt:

"Die jungen Musiker tragen traditionelle Trachten und spielen traditionelle Musik. Die Zuschauer und auch die Musiker können sich deshalb sehr leicht vorstellen, sich in der alten Zeit vor einigen Jahrhunderten aufzuhalten. Wir führen die Musik bewusst in dieser Form auf. So ist es wie ein Dialog zwischen Gegenwart und Vergangenheit."

Die Mitarbeiter des Henan-Museums haben 20 alte Musikinstrumente originalgetreu nachgebaut. Das Museum hat vor sieben Jahren das Huaxia-Orchester für traditionelle Musik ins Leben gerufen. Heute umfasst das Repertoire der Musiker mehr als 200 Stücke. Die Tonlagen der alten Instrumente sind ähnlich umfangreich wie in der modernen Musik. Und ihr Klang ist ebenfalls sehr rein und klar.

Die Touristin Wu Hong kommt aus Taiwan. Sie erzählt uns ihre Eindrücke:

"Ich habe nicht gedacht, dass ich heute so viele wunderschöne Ausstellungsstücke sehen kann. Auch die schöne Musik, die auf der Glockenreihe, der Guqin-Zither und den anderen Instrumenten gespielt wird, gefällt mir gut."

Gegen Ende des Konzerts werden einige französische Besucher auf die Bühne geholt. Sie singen ein Volkslied aus ihrer Heimat, und das Lied wird von den traditionellen chinesischen Instrumenten begleitet.

Reisetipps:

Sie können mit dem Zug nach Zhengzhou fahren, oder sie fliegen direkt von Beijing aus nach Zhengzhou. Der Eintritt in das Henan-Museum beträgt umgerechnet etwa zwei Euro. Täglich gibt es um zehn Uhr am Vormittag und um 15 Uhr am Nachmittag eine kostenlose Rundführung. Das Konzert mit traditioneller Musik wird täglich zwei Mal - ein Mal am Vormittag und ein Mal am Nachmittag - aufgeführt. Zu wichtigen Festen und in der Hochsaison, etwa Anfang Mai oder Anfang Oktober, herrscht im Museum sehr viel Trubel. Sie sollten am besten vor oder nach der Hochsaison kommen.

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