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Olympische Reise durch die Zeit (27)
   2007-02-12 13:47:22    Seite drucken   cri

Letztes Mal haben wir uns mit dem Faustkampf, einer brutalen Disziplin der antiken Olympischen Spiele, beschäftigt. Heute setzen wir unser Thema fort. Vor dem Kampf umwickeln die Boxer Mittelhand, Handwurzel und Unterarm mit Lederriemen. Die bis zu 3,70 Meter langen Bänder aus Ochsenhaut haben zweierlei Funktion: Sie sollen Handknochen und Gelenke vor Brüchen und Stauchungen schützen. Sie geben aber auch einen wirkungsvollen Schlagring ab. Später, in römischer Zeit, sind die Lederbandagen sogar mit Metallplättchen bestückt worden, um möglichst schwere Treffer landen zu können.

Ehe der Agon beginnen kann, muss der Schiedsrichter die Wicklungen begutachten und genehmigen. Dann fliegen die Fäuste. Damagetos und sein Gegenüber liefern sich einen ausgewogenen Schlagabtausch. Die beiden sind einander ebenbürtig - ein Glücksfall. Die alten Griechen kennen nämlich keine Gewichtsklassen. Das Los entscheidet und schickt oft sehr unterschiedliche Athleten in den Kampf.

Die Boxschlacht dauert bereits mehrere Stunden - ununterbrochen. Runden mit kleinen Zwischenpausen gibt es nicht. Die Schiedsrichter wollen die Entscheidung endlich herbeiführen. Sie greifen zu einem damals üblichen Trick und grenzen den Aktionsradius der beiden Kämpfer ein. Helfer umringen das Duo mit Messlatten und Leitern und nehmen den Boxern so die Möglichkeit, in die Tiefe des Raumes auszuweichen.

Die Maßnahme zeigt den gewünschten Erfolg. Damagetos gewinnt die Oberhand. Der Unterlegene lässt sich ausknocken. Aufgeben kommt nicht in Frage, die Schande wäre zu groß. Immerhin hätte er die Möglichkeit, "apagoreuo!" (= ich ergebe mich) zu rufen oder den rechten Zeigefinger zum Zeichen der Kapitulation zu erheben. Doch so schmachvoll will er die Kampffläche nicht verlassen. Mit einem gezielten Kinnhaken beendet Damagetos den Agon.

Diagoras gratuliert seinem Sohn als erster. Der alte Boxchampion ist stolz, weil es Damagetos gelungen ist, durch flinke Beinarbeit und kluges Taktieren ohne nennenswerte Verletzungen aus dem harten Kampf als Gewinner hervorzugehen. Mit seinem Olympiasieg setzt der Sohn die athletische Tradition der Familie fort.

Damagetos' Bruder Akusilaos hat die härteste Prüfung der gesamten 83. Olympien des Jahres 448 vor Christus noch vor sich. Er muss am letzten Tag der Spiele im Allkampf, dem Pankration, antreten.

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