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Firmengründungen in Zhongguancun stark gefördert
   2007-02-02 16:37:23    cri
Über Industrie- und Technologieparks in China haben wir bereits oft berichtet. Unsere deutschen Kollegen Antje Behrens und Christoph Limbrunner wollten sich einmal vor Ort einen Eindruck verschaffen und haben in Beijing den Technologiepark Zhongguancun sowie die dazugehörige Firma International Incubator besucht.

Mit 22.000 Quadratmetern Bürofläche und 397 zugehörigen Firmen versteht sich International Incubator als Mittler zwischen Tradition und Moderne. Die Firma wurde vor sechs Jahren gegründet und ist eine Dachorganisation für Unternehmensgründer. Ziel ist, hochqualifizierte Wissenschaftler und Studenten, die im Ausland schon Berufserfahrungen gesammelt haben, zurück nach China zu locken. Die hier ansässigen Firmen sind auf dem neuesten Stand der Technik, verfügen über modernste Fertigungsmethoden und haben gleichzeitig die chinesische Tradition im Hintergrund. Einige Firmenchefs waren bereits mit eigenen Unternehmen im Ausland erfolgreich, bevor sie dem Ruf Chinas gefolgt sind und in Beijing eine eigene Firma gegründet haben. Die Bedingungen sind denkbar günstig, denn mit International Incubator haben sie einen Partner, der ihnen nicht nur das nötige Kapital und Büroräume verschafft, sondern ihnen auch mit Rat und Tat bei der Unternehmensführung zur Seite steht. Gai Yuyun, Manager in der Verwaltung des Zhongguancun Wissenschaftsparks und zuständig für International Incubator, hat seinen Traum verwirklicht.

Wir könnten ihn Gerry nennen, sagt er gleich bei der Begrüßung. Er sei der Ansprechpartner für alle organisatorischen Fragen. Gerry ist seit sechs Jahren dabei. Und man merkt ihm an, dass die Unterstützung junger, viel versprechender Unternehmer ihm ein Herzensanliegen ist. Stolz weist er uns auf das große Foto in der Eingangshalle hin. Hohe Politiker Chinas waren bei der Einweihung anwesend, wie das Foto dokumentiert. In einem kleinen Filmbericht erfahren wir kurze Zeit später, dass sogar Hu Jintao zur Einweihung gekommen ist, um persönlich seine guten Wünsche für die Zukunft der jungen Unternehmer zu überbringen.

Warum dieser Wissenschaftspark so etwas Besonderes ist, erfahren wir anhand der Vorstellung einiger der hier ansässigen Unternehmen. Und auch anhand der beeindruckenden Liste der internationalen Partnerfirmen. Große multinationale Konzerne wie ABB, IBM oder Nokia reichen den jungen chinesischen Unternehmern die Hand, arbeiten mit ihnen gemeinsam an neuen Produkten, Fertigungsmethoden oder Testverfahren.

International Incubator als Mentor steht für das neue, das moderne China. Es wird ein junges, gut ausgebildetes China sein. Hier ist kein Firmenchef ohne einen hervorragenden Hochschulabschluss. Viele haben in ihrem Spezialgebiet einen Doktortitel erworben. Und alle wollen sie dabei sein, wenn China den Weltmarkt erobert.

Wir haben uns mit zwei Unternehmensgründern etwas eingehender unterhalten und uns über ihre Beweggründe informiert, wieso sie wieder zurück nach China gekommen sind.

Zhong Zheng, Geschäftsführer der Techimp Beijing Limited, sagt:

"Nachdem ich an der Universität von Toronto meinen Doktor gemacht hatte, bekam ich einen guten Job in Kanada. Wenn meine Zukunft dort weiterhin großartig gewesen wäre, hätte ich mich nicht entschieden, wieder nach China zu gehen. Aber jeder liebt doch sein Heimatland. Es gibt viele Möglichkeiten, dies zu zeigen. In China liegt der Markt der Zukunft. Und in China sind eben auch die Löhne für intelligente und gut ausgebildete Fachleute niedrig. Zum Beispiel wäre für einen gut ausgebildeten Ingenieur das Angebot von 100.000 Yuan RMB im Jahr in China äußerst interessant. Wenn mir aber jemand in Kanada 100.000 kanadische Dollar anbietet, denke ich erstmal scharf nach. Und nur, wenn mir der Job sehr zusagt, nehme ich ein derartiges Angebot an."

Seine Firma testet die Isolation von Stromleitungen. Besonders bei Energieversorgungsunternehmen ist die Isolation ein wichtiges Thema. Das Neue ist der Einsatz eines Expertensystems, in dem alle Hinweise und Ursachen gespeichert sind und nach allen Regeln der Kunst miteinander verknüpft werden.

"Was wir tun, ist, das Warnsignal einfangen. Wir benutzen ein Expertensystem, in diesem System haben wir alle möglichen Arten von Warnsignalen zum Vergleich gespeichert. Jede Störung hat eine Art eigenen Fingerabdruck. Jedes Warnsignal hat seinen eigenen Charakter. Anhand unserer Daten erarbeiten wir für jedes Signal und jeden Warnhinweis einen Vorschlag für das weitere Vorgehen. Denn der Kunde braucht einen Lösungsvorschlag. Es genügt nicht, wenn wir ihm sagen, dass er ein Problem hat, wir müssen ihm auch sagen, wie er es lösen kannn."

In den meisten entwickelten Ländern ist die Energieversorgung weitgehend ausgebaut und es gibt lediglich kleine Bereiche, in denen ein junges Unternehmen Chancen hat. Da in China die Energieversorgung noch ausgebaut wird, sich der Markt jedes Jahr verdoppelt oder sogar verdreifacht, sieht Zhong Zheng in China den Markt der Zukunft.

Und seit er in Toronto bei einem durch schadhafte Isolation hervorgerufenem Stromausfall zwar einen wunderschönen Sternenhimmel bewundern konnte, aber auch die Verletzbarkeit der Wirtschaft und Gesellschaft im Falle eines Energie-Engpasses am eigenen Leib erfahren hat, will er alles tun, damit in China die Energieversorgung sicher ist.

"Fast überall auf der Welt, besonders in den entwickelten Ländern wie Europa und den USA, sind die meisten Systeme bereits ausgereift. Es gibt kaum neue Systeme. Das bedeutet aber auch, dass die Geschäftschancen mit der Zeit immer weniger werden. Aber ich China ist das anders, hier verdoppelt oder verdreifacht sich das Energieaufkommen jedes Jahr. Das bedeutet auch, dass der Markt in China sehr groß ist."

Und noch aus einem weiteren Grund ist für Zhong Zheng China der Markt der Zukunft, denn China wird auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2008 die Energieversorgung ausbauen und als erstes Land weltweit 1.000 KV Starkstromleitungen einführen.

"Es gibt einen sehr großen neuen Markt in China, das 1.000 Kilovolt Übertragungssystem. Das ist die höchste Leistungsstufe der Welt. In Europa liegt die höchste Stufe bei 400 und in den USA liegt sie bei 500 Kilovolt. Der Wechsel auf die 1.000 Kilovolt Leitungen in China ist eine wunderbare Nachricht für uns, denn mit der Steigerung der Leistung werden auch die Ausrüstung und die Geräte immer teurer. Und eine Überprüfung der Isolation der Leitungen wird immer wichtiger."

Um sich an den Ausschreibungen für die Olympischen Spiele beteiligen zu können, war es fast schon zu spät, als Zhong Zheng im November aus Kanada nach China zurückgekehrt ist. Doch bei einigen kleinen Projekten sind seine Kenntnisse gefragt und vielleicht gelingt es dem jungen Unternehmer, bei der Sicherung der Stromversorgung eine kleine Rolle zu übernehmen. Wir drücken ihm die Daumen.

In einem ganz anderen Bereich ist die Firma tätig, die wir als nächstes besuchen. Doktor Huang Ruiqing ist ebenfalls ein Jungunternehmer in der Obhut von International Incubator. Er hat Agrarwissenschaften und Gartenbau in Beijing sowie in den Niederlanden studiert und dort auch seinen Doktor gemacht. Im Anschluss daran gründete er eine eigene Im- und Export-Firma in den Niederlanden. Aufgrund der positiven Entwicklung Chinas im Bereich der Agrarwirtschaft entschloss sich Doktor Huang Ruiqing im Jahr 2002, zurück nach China zu gehen und in Beijing seine eigene Firma aufzubauen. Dazu Huang Ruiqing:

"Seit dem Jahr 2000 hat sich in China die Agrarwirtschaft beziehungsweise der agrarwirtschaftliche Bereich allgemein sehr schnell entwickelt. Daher habe ich mich dazu entschlossen, nach China zurückzukehren."

Heute hat seine Firma drei verschiedene Geschäftsfelder, alle im Bereich der Agrarwissenschaft. Eines davon ist die Produktion eines Stoffes, der Coding-Material genannt wird. Das Material wird beim Bau von Gewächshäusern verwendet und auf die Außenfläche aufgebracht. Es dient dazu, die Temperatur und die Sonneneinstrahlung bei bestimmten Typen von Gewächshäusern zu reduzieren, um die erwünschten klimatischen Bedingungen zu schaffen. Es handelt sich um eine Erfindung eines holländischen Unternehmens. In einem Joint Venture wird dieses Produkt nun in einem Werk von Huang Ruiqing hergestellt und in allen Landesteilen Chinas vermarktet.

Der zweite Geschäftsbereich ist der Anbau und die Aufzucht von Pflanzen, sowohl von Blumen als auch von Gemüse. Sein innovativster Geschäftsbereich ist jedoch der dritte Geschäftsbereich, die Herstellung eines umweltfreundlichen Insektenbekämpfungsmittels, das er "biologische Seife" nennt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Insektiziden, die durch giftige Inhaltsstoffe Insekten töten, besteht das Produkt von Huang Ruiqing ausschließlich aus natürlichen Inhaltsstoffen. Es hat somit keine schädlichen Auswirkungen auf die behandelten Pflanzen und Lebensmittel. Die "biologische Seife" entzieht dem Insekt das Wasser, es trocknet Insekten, die das Produkt über ihren weichen Unterkörper aufnehmen, quasi aus. In Hinblick auf den gesteigerten Wert der Lebensmittelsicherheit, die Unweltfreundlichkeit seines Produktes und den riesigen Bedarf an Insektenbekämpfungsmitteln in China ist Huang Ruiqing sehr zuversichtlich:

"Als ein Ersatz für Insektizide ist dieses Produkt sehr umweltfreundlich, ein Grund, warum dieses Produkt hier in China sehr gefragt ist. Es gibt viele Probleme mit Schädlingen beim Anbau von Gemüse und Früchten, die dieses Produkt, auch hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit, bestens lösen kann."

Wir können uns nur der Aussage unseres ersten Interviewpartners Zhong Zheng anschließen, dass genau jetzt der beste Zeitpunkt sei, Geschäfte in China zu machen.

"Allen Studenten und Geschäftsleuten, die im Ausland studiert oder gearbeitet haben, kann ich sagen: jetzt ist die richtige Zeit, um nach China zurückzukehren und hier ein eigenes Geschäft zu gründen."

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