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Orientalist Ji Xianlin
   2006-12-07 15:33:28    cri
Geboren wurde Ji Xianlin 1911 in einer armen Bauernfamilie in der ostchinesischen Prorinz Shandong. Als 19jähriger wurde er gleichzeitig von der Peking-Universität und der Qinghua-Universität aufgenommen. Aus großem Interesse an der westlichen Kultur und Sprache entschied er sich für die Qinghua-Universität, in der er westliche Literatur studierte. Dort kam er zum ersten Mal mit Sanskrit und der Sutra-Übersetzung in Berührung. Im Jahr 1935 wurde Ji Xianlin von der Qinghua-Universität zum Studium zur deutschen Universität Göttingen geschickt, um bei dem bekannten Sanskrit-Experten Professor Ernst Waldschmidt und dem Tokharoi-Forscher Emile Sieg zu studieren. Der zehnjährige Studienaufenthalt in Deutschland bildete die Grundlage für Ji Xianlins Leben als Orientalist.

Die Dunhuanger Turfan-Studiengesellschaft ist eine spezielle Institution für die Forschung von Sprache und Kultur des antiken Zentral- und Westasiens, die von Ji Xianlin gegründet wurde. Ji Xianlin hat seit längerer Zeit das Amt des Vorsitzenden dieser Gesellschaft inne. Wie Chai Jianhong, der Generalsekretär der Gesellschaft, mitteilte, hat der Deutschlandaufenthalt das Leben Ji Xianlins stark beeinflusst und ihn zum Meister des Kulturaustausches zwischen China und dem Ausland werden lassen. Chai fuhr fort:

"Tokharoi ist eine Sprache, die in China wohl keine zwei oder drei Personen beherrschen. Ji Xianlin hat dank seiner großen Bemühungen bei seinem deutschen Lehrer diese Sprache perfekt erlernt. Bewundernswert ist Ji Xianlin auch für seine Leistungen in der Übersetzung antiker indischer Literatur. Er hat auch in der Orientalistik große akademische Beiträge geleistet. Sein Forschungsbereich reicht vom Antiken Indien, über den chinesisch-indischen Kulturaustausch bis hin zu dem Kulturaustausch zwischen China und der gesamten westlichen Welt."

Ji Xianlin hat im Jahr 2004 seine Memorien "10 Jahre Studium in Deutschland" herausgegeben. Darin schrieb er, "Den Weg, den ich lebenslang gehe möchte, habe ich endlich gefunden. Ich bin diesen Weg ein halbes Jahrhundert lang gegangen, bis jetzt. Und ich werde ihn auch weiter gehen."

Ji Xianlin promovierte 1941 in Deutschland. Er kehrte 1945 nach Ende des Zweiten Weltkrieges in die Heimat zurück und gründete später an der Peking-Universität die Fakultät für orientalische Sprache und Literatur, die als Chinas erste Basis für Orientalistik-Forschung gilt. Diese Fakultät hat bislang mehr als 6.000 Fachkräfte ausgebildet, einschließlich knapp 30 chinesische Botschafter für das Ausland. Ji Xianlin hatte bis zu seinem 85. Lebensjahr seine Lehrtätigkeit ausgeübt. Er kümmerte sich sehr um die Heranbildung talentierter Nachwuchskräfte und schuf gerne für sie Ausbildungsmöglichkeiten im Ausland. Dazu noch einmal Chai Jianhong:

"Professor Ji hat die Nachwuchsforscher akademisch in vielerlei Hinsicht unterstützt, beispielsweise hat er junge Leute bei der Forschung von Schriften der ethnischen Minderheiten Westchinas sehr viel geholfen, da Chinas Forschung in diesem Bereich früher relativ schwach war. Und er scheute keine Mühe, Magistern oder Doktoranden, die von ihm betreut werden, Fortbildungsmöglichkeiten im Ausland zu schaffen, um deren Fachkenntnisse zu vertiefen."

Ji Xianlin hat in all den Jahren Sutras, antike indische Literatur sowie Bücher in Sanskrit und Tokharoi, die für viele kaum verständlich sind, ins Chinesische und Englische übersetzt. Außerdem hat er viele deutsche Romane ins Chinesische übersetzt. Guo Xiaoyong, stellvertretender Vorsitzende des Chinesischen Übersetzerverbandes, bezeichnete Ji Xianlin wegen seiner reichlichen Kenntnisse in chinesischer und westlicher Sprache als einen der hervorragendsten Kulturprominenten Chinas. Weiter sagte er:

"Professor Ji hat sich Jahrzehnte lang der Lehrtätigkeit und der akademischen Forschung gewidmet und hat große Beiträge zur Verbreitung chinesischer und orientalischer Kultur sowie zur Schaffung einer Brücke zwischen der östlichen und westlichen Kultur geleistet. Er hat es verdient, ein Vorbild der Pädagogen und Intellektuellen zu sein. Der Chinesische Übersetzerverband hat sich entschieden, den "Leistungspreis für Übersetzungen" an ihn zu vergeben, um seine hervorradenden Leistungen, seine ernsthafte Haltung beim Studium und seine Berufsliebe anzuerkennen."

Ji Xianlin liegt zur Zeit aus gesundheitlichen Gründen im Krankenhaus. Er sagte als Träger des "Leistungspreises für Übersetzungen" vor Journalisten, dass er noch nicht genug getan habe.

"Unsere Kultur ist aufgeblüht, 5000 Jahre lang ununterbrochen, das hat in gewissem Maße mit Übersetzungen zu tun. Unsere Kultur erhält durch Übersetzungen immer wieder neuen Nährstoff. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich von Übersetzungen rede. Denn als Übersetzer habe ich keinen besonders guten Job geleistet. Als Preisträger fühle ich mich dazu verpflichtet, meine Arbeit weiter besser zu tun. Mit meinem Alter von beinahe 100 Jahren möchte ich noch 10 Jahre lang arbeiten. Ich bin dabei ganz zuversichtlich."

Ji Xianlin hat an seinem Lebensabend elf akademische Bücher und mehrere Essys veröffentlicht. In den Essys erzählt er seine Erlebnisse und rührende Ereignisse aus seinem Leben. Seine Bücher erfreuen sich in China großer Beliebtheit.

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