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Das Longxing-Kloster in Hebei
   2006-11-28 15:23:45    cri
Die alte Kulturstadt Zhengding liegt etwa 15 Kilometer nördlich von Shijiazhuang, der Hauptstadt der nordchinesischen Provinz Hebei. In der Altstadt Zhengding stehen viele Gebäude unter Denkmalschutz. Dazu gehört das buddhistische Kloster Longxing.

Der Longxing-Tempel ist einer der zehn bekanntesten buddhistischen Klöster Chinas. Er wurde in der Sui-Dynastie vor rund 1.500 Jahren erbaut. Die Tempelanlage hat eine Fläche von 80.000 Quadratmetern.

Sehr sehenswert ist eine Bronzestatue der Guanyin-Bodhisattwa. In den Augen der Buddhisten ist Guanyin-Bodhisattwa eine barmherzige Göttin. Ihre Statue im Longxing-Kloster hat viele Augen und Arme. Im Volksmund heißt es sogar, die Göttin habe 1.000 Augen und 1.000 Arme. Eine rührende Geschichte erklärt, warum:

Vor langer Zeit lebte ein König, der drei Töchter hatte. Seine beiden älteren Töchter sind längst verheiratet. Nur Miaoying, die jüngste Prinzessin, will nicht heiraten. Sie will Nonne werden. Eines Tages wird der König schwer krank. Überall an seinem Körper wachsen Geschwüre. Das Rezept, das der Arzt dem König verschreibt, verlangt Fleisch und Blut von einem Kind des Königs für die einzig helfende Arznei. Die beiden älteren Töchter wollen sich nicht für ihren Vater opfern. Aber Miaoying, die jüngste, schneidet sich einen Arm ab, um die Arznei für ihren Vater herstellen zu können. Das Rezept hat wunderbare Wirkung, und der König ist schnell von der Krankheit geheilt. Nicht lange danach leidet der König an einer Augenkrankheit. Diesmal schneidet die jüngste Prinzessin ihre Augen heraus für die dringend erforderliche Arznei. Als der Buddha ihre Geschichte erfährt, verspricht der Buddha der Prinzessin, ihr 1.000 Augen und 1.000 Arme als Wiedergutmachung zu schenken. Später wird die Prinzessin die barmherzige Guanyin-Bodhisattwa.

Die Statue der Göttin im Kloster Longxing ist 21 Meter hoch. Um diese riesige Statue vor einigen Jahrhunderten gießen zu können, musste man eine neuartige Methode erfinden. Dazu erzählt uns unsere Reisebegleiterin Wang Jing:

"Da die Statue so hoch ist, wurde die geschmolzene Bronze wieder kalt und starr, wenn man sie vom Boden hinauf zur Schulter der Statue brachte. So konnte man auf keinen Fall den Kopf der Statue herstellen. Ein älterer Mann sagte den Arbeitern, man könnte den Topf auf die Schulter bringen und erst dort oben die Bronze verflüssigen und den Kopf gießen. Und so wurde es dann gemacht."

Tatsächlich hat die Statue nicht 1.000 Arme und Augen, sondern nur 42. Sie hat zwei Hände gefaltet und hält in den anderen 40 Händen die Sonne, den Mond, Pfeile und Schwerter. Ihre vielen Hände sehen wie ausgestreckte Flügel aus und symbolisieren die Kraft der Göttin, den Menschen in Not und Elend zu helfen. Auf der Stirn hat die Göttin drei Augen. Dies bedeutet, dass sie den Zusammenhang zwischen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft kennt.

Neben der Guanyin-Göttin mit den vielen Armen und Augen ist im Tempel noch eine andere Guanyin-Statue zu sehen. Anders als andere buddhistische Statuen sitzt diese Guanyin mit dem Rücken nach Süden. Unter der glänzenden Krone sieht man ihr schmales Gesicht. Die Göttin scheint gelassen zu sein und schaut nach unten. Ihr linker Fuß ruht auf einer Lotus-Blume ? ein immer wiederkehrendes Symbol im Buddhismus. Ihr rechter Fuß biegt sich ein wenig nach oben. Der Forsher Liang Yong meint, diese Statue sei nicht die schematisierte Guanyin-Statue, die man in fast jedem Kloster finden kann. Ihr Vorbild sei vielmehr eine gewöhnliche Durchschnitts-Frau:

"Der Schöpfer der Statue hat ihr einen göttlichen Ausdruck mit der Lebendigkeit einer weltlichen Frau gegeben. Und die Kombination ist gelungen. Die Grundlage dieser Statue ist eine durchschnittliche Frau aus dem Alltag. Daher sage ich, die Statue hat eine Sonderstellung und hohe Bedeutung in der Geschichte der buddhistischen Statuen."

In der Nähe liegt die im Jahre 1052 erbaute Moni-Halle. Aus der Vogelperspektive sieht sie wie ein Kreuz aus. Dies ist eine Ausnahme unter allen buddhistischen Klöstern Chinas.

An einer sieben Meter hohen Buddha-Statue in der Moni-Halle lässt sich der hohe Stand der Technik der Künstler und Arbeiter vor einigen Jahrhunderten erkennen. Die Statue thront auf einem Sockel, der von 1.000 Lotusblumen umgeben ist. Auf jeder der Blüten sitzt ein kleiner Buddha. Der Forscher Liang Yong meint, diese detailgetreuen Statuen zeigen die Perfektion der Metalltechnik der damaligen Zeit:

"Ich habe einmal einige Metallgießer eingeladen, diese Statuen zu besichtigen. Sie sagten alle, dass man ohne sehr präzise Technik eine so kunstvolle Statue heute nicht ohne weitere Bearbeitung herstellen könne. In der damaligen Zeit hat man die Statuen nach dem Gießen nicht einmal geschliffen. An den feinen Details der Statuen kann man die Vollkommenheit der Technik aus der damaligen Zeit erkennen."

Reisetipps:

Der Eintritt in das Longxing-Kloster kostet umgerechnet vier Euro. Andere bekannte Sehenswürdigkeiten in Zhengding sind der Linji-Tempel, der Konfuziustempel, die Lingxiao-Pagode und die Huata-Pagode.

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