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Das erste Festival volkstümlicher Kunst in Xinjiang
   2006-11-13 09:59:46    cri
Aufgrund seiner geografischen Lage trafen in Xinjiang von jeher die Kultur der chinesischen Zentralebene und die westliche Kultur aufeinander. Seit Jahrtausenden existieren beide neben einander und ergänzen sich. Deshalb ist Xinjiang sehr reich an immateriellem Kulturerbe. Aber angesichts der Globalisierung und Modernisierung besteht die Gefahr, dass dieses wertvolle immaterielle Kulturerbe Xinjiangs verloren geht. Nun hat man verschiedene Aktionen gestartet, um das kulturelle Erbe dieser Region zu bewahren, eine davon ist das erste Festival der volkstümlichen Kunst in Xinjiang, das in diesem September stattfand. Man wolle dem immateriellen Kulturerbe wieder Lebenskraft einhauchen und bot deshalb den volkstümlichen Künstlern eine Bühne, auf der sie ihre Künste zeigen konnten.

Das erste Festival volkstümlicher Kunst fand im September in Urumqi, der Hauptstadt Xinjiangs, statt. Über 300 Volkstums-Künstler aus 14 Bezirken Xinjiangs faszinierten die Besucher des Festivals. Ihre wunderschönen Aufführungen, die viele Bereiche wie traditionelle Musik, Tänze und die Oper abdeckten, wurden von Zuschauern begeistert beklatscht.

Die Zwölf Mukam, die uigurischen Zwölf klassischen Suiten, wurden im vergangenen Jahr von der UNESOC als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Diese klassische volkstümliche Musik umfasst Lieder, Tänze und Melodien der uigurischen Nationalität und hat eine Geschichte von einigen hundert Jahren.

Es ist sehr schwierig, die Zwölf Mukam zu begreifen, und man kann die Beherrschung der Mukam auch nicht einsetzen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Daher wolle immer weniger Jugendliche diese Kunst erlernen. Es gibt bislang keinen einzigen Jungendlichen, der die Zwölf Mukam vollständig singen könnte. Die alten Künstler, die die zwölf Mukam auf dem Kunstfestival vollständig zum Besten gaben, begeisterten und faszinierten die Zuschauer.

Auch der Tanz mit Schüsseln auf dem Kopf, ein Lieblingstanz der Minoritäten in Xinjiang, kam bei den Besuchern des Festivals sehr gut an. Bei diesem Tanz muss der Tänzer nicht nur den Tanz beherrschen, sondern auch das Gleichgewicht halten, schließlich balanciert er Schüsseln auf dem Kopf. Dieser Tanz ist eine spannende Kombination aus Technik und Kunst. Der alte uigurische Künstler Rouzi Ayifu kommt aus Kashgar. Er hat den Tanz mit den Schüsseln noch etwas verfeinert, dadurch wird er schwieriger und interessanter. Diesen Tanz übt er bereits jahrelang, statt einer Schüssel balanciert er eine Hami-Melone auf dem Kopf. Da die Hami-Melone oval ist, ist es noch schwerer, sie nicht zu verlieren. Egal welche Bewegung Ayifu ausführte, er beugte seine Beine, tanzte mit seiner Partnerin, die Hami-Melone blieb ruhig auf seinem Kopf liegen. Die Zuschauer belohnten den alten Mann mit tosendem Beifall.

Rouzi Ayifu sagt:

"Ich tanzte schon von klein auf gern. Als ich 12 Jahre alt war, begann ich, den Tanz mit Schüsseln auf dem Kopf zu lernen. Nach einiger Zeit versuchte ich, die Schüsseln durch Melonen zu ersetzen. Mittlerweile beherrsche ich das sehr gut. Ich hoffe, dass ich möglichst bald meine Technik und meine Erfahrungen an kommende Generationen weiter geben kann. Ich bin auf dem Land geboren worden, dort bin ich auch aufgewachsen. Wegen dieses Festivals bin ich erstmal nach Urumqi gekommen. Hier ist es wunderschön. Ich freue mich jetzt schon auf das Kunstfestival in Urumqi im nächsten Jahr."

Auch der Löwen-Tanz ist in Xinjiang eine Jahrtausend alte Tradition. In diesem Tanz präsentieren die Tänzer körperliche Kraft und Intelligenz. Der 86-jährige Yasen Saipiding ist der einzige Mann im Kreis Weili, der den Löwe-Tanz tanzen kann. Er trägt dazu einen falschen Bart, ein Schiffchen als Kopfbedeckung und einen Umhang aus vielen Flaschenkürbissen. Während des Tanzes ahmt er viele Gesichtsausdrücke eines Löwens nach, er macht das sehr lebhaft. Schon mit 13 Jahren begann er, den Löwen-Tanz zu tanzen:

"Der Löwen-Tanz hat eine lange Geschichte. Es war einmal ein Mann, der fand einen kleinen Löwen, der von seiner Mutter abgestoßen wurde, er wurde nicht gestillt, Daher nahm der Mann den Löwen zu sich und zog ihn auf. Mit Flaschenkürbissen flösste er dem Löwen Wasser ein, denn nur die Flaschenkürbisse konnten Wasser wie einen Flasche aufnehmen. Schließlich zähmte der Mann den Löwen. Der Mann begann, den Löwen zu imitieren, daraus entstand der Löwen-Tanz. Er drückt den Wunsch nach Frieden aus."

Neben den Gesängen und Tänzen wurden im Rahmen des Festivals aber auch Keramik, Schnitzerei und uigurische Medizin ausgestellt. Um dieses immaterielle Kulturerbe zu schützen und sein Fortbestehen zu sichern, wurde auf dem Festival volkstümliche Kunst in verschiedenen Formen wie Aufführungen, Ausstellungen und Symposien gezeigt. Der stellvertretende Vorsitzende des Autonomen Gebietes Xinjiang Kurexi Maihesuti erklärt:

"Das Festival volkstümlicher Kunst fördert die volkstümliche Kunst in Xinjiang und dient dem Schutz des immateriellen Kulturerbes. Zudem ist es eine Chance, die volkstümliche Kunst an kommende Generationen weiter zu geben und sie so zu bewahren. Langfristig wird sich diese Veranstaltung positiv auswirken, es wird eine wichtige Rolle spielen. Ich bin überzeugt, dass das Xinjianger Kunstfestival eine harmonische Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart wird. Zudem hat das Festival die Vielfalt der Kulturen verschiedener Nationalitäten in Xinjiang zur Schau gestellt. Damit kann man ein fortgeschrittenes und harmonisches Xinjiang kennen lernen."

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