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Kunsthandwerk aus Kashgar
   2006-11-06 15:05:39    cri
Das volkstümliche traditionelle Kunstgewerbe hat in Xinjiang eine lange Tradition und einen hohen kulturellen und künstlerischen Wert. Die Kunstwerke verschiedener Minoritäten sind sorgfältig gearbeitet. Kleidung, Jadeschnitzerei, Stickerei und Keramik zeugen von großem handwerklichen Geschick und einer deutlichen regionalen Prägung. Heutzutage sind viele Frauen in Xinjiang im Kunsthandwerk beschäftigt und vererben die volkstümlichen Fertigkeiten, die bereits kurz vorm Vergessen standen, an ihre Kinder weiter.

Kashgar ist eine traditionsreiche alte Stadt an der Seidenstrasse und wird seit Generationen von Uiguren bewohnt. Seit langer Zeit spielen die uigurischen Frauen in Kashgar eine wichtige Rolle im lokalen Kunsthandwerk, in Viehzucht und Landwirtschaft. In Kashgar wird seit der Jungsteinzeit von Männern und Frauen zusammen Keramik hergestellt. Bis heute ist es so, dass die Männer für das Formen und die Frauen für das Bemalen und Glasieren zuständig sind. Beim Bemalen und Glasieren sind die Frauen sehr fingerfertig und die Keramik wird dank ihrer großen Geschicklichkeit und langen Erfahrung einzigartig.

Eine typische Keramik aus Kashgar ist ein Wasserkrug mit dem Namen "Abuduhu". Dieser Krug gibt manchen Betrachtern zunächst ein Rätsel auf, denn auf beiden Seiten des Wasserkrugs befinden sich je fünf Löcher, die aussehen als wären sie offen, das Wasser kommt jedoch nur aus der Krugöffnung, nicht aus den Löchern, denn diese sind unsichtbar von innen verschlossen. Die Herstellung eines Abuduhu-Wasserkrugs ist eine Kunst, die in der Familie von Imam Kawul von Generation zu Generation weiter vererbt wird. Dazu sagt Imam Kawul,

"Es ist schwer, diese Technik zu begreifen. Sie umfasst neun Schritte und ist sehr aufwendig. Wir weichen zuerst den Ton ein. Dann wird der Ton gestampft, geknetet und gepresst, damit der Ton klebriger und kräftiger wird. Anschließend wird aus dem Ton ein Wasserkrug geformt. Jeweils fünf Löcher werden in beide Seiten des Krugs gestochen. Der Wasserkrug wird getrocknet, bemalt und glasiert. Von innen und außen, das ist ganz wichtig. Anschließend wird er gebrannt. Nach dem Brennen ist der Wasserkrug fertig. Das Wasser fließt nicht aus den seitlichen Löchern, weil die innere Glasurschicht dies verhindert. Diese Beschichtung ist jedoch von außen nicht sichtbar. Das ist das Geheimnis des Abuduhu-Wasserkrugs."

Die Stickereien der kirgisischen Frauen zeugen ebenfalls von großem handwerklichen Geschick. Wandteppiche, Teppiche und Sitzkissen werden mit eleganten Mustern bestickt. Mit zarten Fäden und feinen Stichen entstehen Berge, Nebelschwaden, Wolken und Blumen.

Die Kirgisin Nurjamal war früher Lehrerin. In ihrer Freizeit verkaufte sie ihre eigenen Stickereien auf dem Markt. Ihre Stickereien waren so gefragt, dass sie mit der Anfertigung nicht mehr nachkam. Nun besitzt Nurjamal eine Stickerei-Fabrik mit 50 Mitarbeiterinnen und verkauft ihre Produkte bis ins Ausland. Nurjamal sagt,

"Seit ich 10 Jahre alt war, sticke ich gern. Als ich Lehrerin geworden bin, stickte ich in meiner Freizeit einige Handarbeiten und verkaufte sie. Viele Menschen mögen meine gestickten Bilder sehr. Aber meine eigene Schaffenskraft reicht nicht aus. Deshalb eröffnete ich meine Stickerei-Fabrik. Das Geschäft hat sich von Tag zu Tag besser entwickelt. Heute plane ich, eine Ausstellung in Beijing, dann können mehr Menschen das Kunsthandwerk unserer nationalen Minderheit kennen lernen."

In den letzten Jahren wurden mongolische Gewänder aus Xinjiang und die wertvolle uigurische Atlas-Seide auf verschiedenen kunstgewerblichen Wettbewerben und Messen vorgestellt. Die Uigurin Tusinayi aus Kashgar hat in Xinjiang ein Geschäft eröffnet, in dem sie Hochzeitskleider aus Atlas-Seide verkauft. Ihre Hochzeitskleider aus traditioneller Seide sind sehr modisch und bei der uigurischen Jugend sehr beliebt.

Dank der Blüte des volkstümlichen Kunstgewerbes sind viele Frauen der Minoritäten in Xinjiang reich geworden. Der Kreis Nilek des kasachischen autonomen Bezirks in Xinjiang war früher sehr arm. In den letzten zwei Jahren haben die Frauen dort die traditionellen kasachischen Stickereien wieder entdeckt und verkaufen diese gut. Die Leiterin des dortigen Frauenverbandes Mawlida sagt,

"In Nilek gibt es heute zwei Produktionszentren für einheimisches Kunsthandwerk. Die 1.200 Mitarbeiterinnen kommen aus der kasachischen Nationalität. Eine Meisterin ihres Fachs kann pro Jahr 10.000 Yuan RMB dazu verdienen, ein Anfänger 4.000 bis 5.000 Yuan."

Die Frauen der Minoritäten in Xinjiang haben das traditionelle Kunsthandwerk von ihren Vorfahren geerbt und weiter entwickelt. Damit tragen sie dazu bei, volkstümliche Kunst zu bewahren und nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

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