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Gemeinsame Forschung auf dem Dach der Welt
   2006-10-13 09:39:46    cri

Bereits seit einigen Jahren forschen chinesische und deutsche Wissenschaftler gemeinsam auf dem Qinghai-Tibet-Hochplateau, das auch als Dach der Welt bekannt ist. Den Rahmen der Forschungen bildet ein Programm der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.

Bekannt ist das Qinghai-Tibet-Hochplateau wie der Nord- und Südpol als eine geografische Region in extremer Umgebung. Das Plateau weist die jüngsten Bergformationen auf und ist zugleich das höchste und größte Hochplateau der Welt. Für die Erforschung der Bewegung und Entwicklungen der Erdkruste gilt das Qinghai-Tibet-Plateau als das beste Freiluftlabor. Daher wird das Hochplateau auch als goldener Schlüssel für die Geowissenschaft bezeichnet. In den vergangenen 50 Jahren stand das Plateau im Mittelpunkt weltweiter Forschungen der Bereiche Geomechanik, Geologie sowie zur Untersuchung von Atmosphäre und Biosphäre.

Im Jahre 2003 gab es bereits verschiedene Institute zur Erforschung von Nord- und Südpol, jedoch keine Institute zur Erforschung des Qinghai-Tibet-Plateaus. Die Chinesische Akademie der Wissenschaften dachte lange darüber nach, ob ein solches Forschungsinstitut gegründet werden sollte, und wenn ja, welche strategische Richtung es einschlagen und welche wissenschaftlichen Ziele es verfolgen sollte. Die Akademie veranstaltete ein internationales Forum, bei dem sie in- und ausländische Experten um Vorschläge und Ideen bat. Die Vorschläge deutscher Experten fanden bei der chinesischen Seite besonders großen Anklang, berichtete Prof. Liu Xiaohan vom Forschungsinstitut für das Qinghai-Tibet-Hochplateau:

"An dem internationalen Forum haben viele deutsche Wissenschaftler teilgenommen. Wir hatten auch gezielt viele deutsche Wissenschaftler eingeladen. Sie machen immer gute Vorschläge und wir sind ihnen stets dankbar dafür."

Ende 2003 beschloss die Chinesische Akademie der Wissenschaften, das Forschungsinstitut zur Erforschung des Qinghai-Tibet-Hochplateaus mit drei Forschungszentren jeweils in Beijing, Lhasa und Kunming zu gründen. Gleich nach der Gründung trat das Institut mit deutschen Forschungsinstitutionen in Kontakt. Im Mai 2004 reiste der stellvertretende Präsident der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, Li Jiayang, mit dem Führungsgremium und den wichtigsten Wissenschaftlern des neugegründeten Instituts nach Deutschland. Hochrangige Besuche aus Deutschland beim chinesischen Institut folgten. So kam es noch im selben Jahr zur Unterzeichnung eines gemeinsamen Protokolls zur Erforschung und zum Schutz des Qinghai-Tibet-Hochplateaus durch Vertreter des chinesischen Instituts und der DFG, der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Man beschloss, einmal im Jahr jeweils ein gemeinsames Wissenschaftsforum in China und in Deutschland abzuhalten. Im Rahmen dieser Kooperation wurden für 20 chinesische Projekte Forschungsgelder in Millionenhöhe bewilligt, deutsche Wissenschaftler arbeiten an acht bezuschussten Projekten in diesem Bereich.

In den forschungsintensiven Jahreszeiten, im Frühling, Sommer und Herbst, arbeiten daher zahlreiche deutsche Wissenschaftler in China. Sie bilden mit chinesischen Forschern Arbeitsgruppen und leisten ihre Arbeit oft unter freiem Himmel auf dem Dach der Welt. Dazu noch einmal Liu Xiaohan:

"Unsere Forschungsprojekte konzentrieren sich auf die Geomechanik und auf die Erforschung von Gletscher-, Seen- und Atmosphärensystemen. Daher forschen wir oft in der Nähe des heiligen Sees Gnam-Mtsho und im Bezirk Ali. Die Zhada-Ebene ist aber auch ein Beispiel für ein großes Projekt unserer chinesisch-deutschen Kooperation."

Dank deutscher Hilfe hat das Qinghai-Tibet-Hochplateau-Forschungsinstitut seit seiner Gründung vor weinigen Jahren eine erstaunliche Entwicklung durchlaufen. Pro Jahr erreichen die Forschungsausgaben im Durchschnitt 20 Millionen Yuan RMB. Das Institut arbeitet mit modernsten Techniken und betreibt hauptsächlich Grundlagenforschung. Ein sehr wichtiger Teil ist die internationale Zusammenarbeit. Dabei kommt der Kooperation mit deutschen Instituten und Forschern die größte Bedeutung zu, erläutert Prof. Liu Xiaohan:

"Die chinesisch-deutsche Zusammenarbeit macht den größten Anteil der internationalen Kooperationen unseres Instituts aus. Mit unseren deutschen Kollegen arbeiten wir sehr gut und professionell zusammen. Dadurch konnten und können wir schnell Erfolge erzielen. Daher sind sowohl die deutschen, als auch die chinesischen Wissenschaftler sehr zufrieden."

Bei seinem jüngsten China-Besuch betonte der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, das Qinghai-Tibet-Hochplateau sei ein heißes Thema und spiele eine äußerst wichtige Rolle im Rahmen globaler wissenschaftlicher Forschungsarbeiten. Die DFG werde die gemeinsamen Forschungen und die strategische Partnerschaft beider Länder weiterhin unterstützen. Er äußerte zudem die Hoffnung, dass die Wissenschaftler der beiden Länder Schwierigkeiten überwinden könnten, gemeinsam neue Erkenntnisse erlangten und der globalen Wissenschaft Impulse geben könnten.

Bei einem Treffen in Deutschland soll sogar die Möglichkeit einer zehn- bis fünfzehnjährigen Zusammenarbeit erörtert worden sein. Derzeit werden die Pläne für die nähere Zukunft erarbeitet, spätestens Anfang 2007 sollen sie überprüft werden.

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