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Wirtschaftliche Bedeutung der Eisenbahnstrecke Qinghai-Tibet
   2006-07-05 16:40:16    cri
Am 1. Juli ist die weltbekannte Qinghai-Tibet-Eisenbahn auf ihrer ganzen Länge dem Verkehr übergeben worden. Die Fertigstellung und Freigabe der weltweit höchstgelegenen Eisenbahn-Strecke haben historische Chancen für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung im Autonomen Gebiet Tibet gebracht.

Noch wirkt sie wie vom Himmel gefallen, die Lokomotive, die auf einem Gleis vor Tibets Hauptstadt Lhasa steht. Und auch der neue Bahnhof, der weitab der Stadt in einem Flussbett gebaut wurde, mutet in seiner leeren Umgebung noch unwirklich an. Doch der Zug ist tatsächlich auf Schienen bis nach Lhasa gekommen, und der Bahnhof hat seine ersten Fahrgäste gesehen. Die höchste Eisenbahnstrecke der Welt ist fertig. Die besonderen geographischen Bedingungen Tibets machen es unvermeidbar, dass die Wirtschaftsentwicklung Tibets langfristig vom Außen abhängen wird. Wegen der beschränkten Transportkapazität und der hohen Erhaltungskosten für die bisherigen Verkehrsverbindungen war es nicht möglich, den Warenaustausch zwischen dem Autonomen Gebiet Tibet und der Außenwelt wesentlich zu erweitern, was die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung Tibets zweifellos begrenzt hat.

Statistiken zeigten, dass Tibets Wirtschaftswachstum zunehmend von den Warenmengen abhängt, die aus Tibet ins Landesinnere beziehungsweise von da nach Tibet gebracht werden. Das Transportproblem war bisher der Engpass, der ein schnelleres Wachstum schwer behinderte. Die Qinghai-Tibet-Eisenbahn wird diesen Engpass nun beseitigen. Der Gütertransport zwischen Tibet und dem Landesinneren wird bedeutend zunehmen und somit eine gute Grundlage für die kontinuierliche wirtschaftliche Entwicklung Tibets schaffen.

Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass die Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie vor allem die Transportskosten der Materialien beträchtlich reduzieren wird, beispielsweise im Bereich der Bauwirtschaft, die zu den Branchen zählt, die sich im autonomen Gebiet relativ schnell entwickeln. Die Nachfrage nach Baumaterialien steigt ständig. Infolge der geringen Ressourcen und der hohen Auflagen für den Umweltschutz kann aber in Tibet die Produktion von Baumaterialien, insbesondere von Zement, nicht spürbar gesteigert werden. Darum wird die Baubranche in Tibet immer von Rohstoffen aus anderen Gebieten abhängig sein. Zur Zeit werden alle Güter auf der Landstraße nach Tibet transportiert, die Kosten dafür sind sehr hoch. Die Qinghai-Tibet-Eisenbahn wird nun dazu beitragen, die Transportkosten spürbar zu senken und die Menge der von und nach Tibet transportierten Güter und Waren zu erhöhen.

Von der Freigabe der Qinghai-Tibet-Eisenbahn profitiert zudem der Tourismus. In der Periode des 9. Fünfjahresplans 1996-2000 sowie in den Jahren 2000 und 2001 erhöhte sich die Zahl der in- und ausländischen Tibet-Reisenden jährlich um etwa 20 Prozent. Voraussichtlich wird die Zunahme zwischen 2006 und 2010 mindestens 30 Prozent jährlich betragen. Dann dürfte die Zahl der Touristen, die Tibet besuchen, bei 5,3 Millionen liegen. Rechnet man damit, dass jeder Tourist etwa 1100 Yuan ausgeben wird, würde man so 5,8 Milliarden Yuan RMB einnehmen.

In den Weiten des Autonomen Gebiets Tibet sind zahlreiche Bodenschätze zu finden. Die Vorkommen an Chrom, Kupfer, Bor, Magnesit, Schwefel, Korund und Kaliglimmer zählen zu den größten in China. Die Produktionsmenge von Chrom macht mehr als 90 Prozent der Gesamtproduktion Chinas aus. Die Chromreserven nehmen selbstverständlich auch den ersten Platz im Lande ein. Beim Eisenerz betragen die Reserven über 200 Millionen Tonnen. Der Vorrat an Lithium macht mehr als die Hälfte des Weltvorkommens aus. Außerdem gibt es in Tibet über 2000 Salzseen mit einer Gesamtfläche von 60.000 Quadratkilometern. Dort findet man mehr als zehn Arten von Bodenschätzen. Allein der Salzsee Dazhabu im Bezirk Xigaze hat einen potentiellen Erschließungswert von Hunderten von Milliarden Yuan RMB. Fast alle Bodenvorkommen Tibets liegen in Gebieten entlang der Qinghai-Tibet-Eisenbahn, was für deren Erschließung natürlich sehr günstig ist. Die zunehmende Erschließung der Bodenschätze wird zur Verminderung der Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung zwischen Tibet und den anderen Landesteilen beitragen.

Seit Beginn der Reform -und Öffnungspolitik hat sich das Autonome Gebiet Tibet wie die anderen Landesteile auf vielen Gebieten bei der Öffnung nach außen große Fortschritte gemacht. Aber im Vergleich mit den entwickelten Küstenregionen Chinas blieb Tibet weit zurück, was die Einführung der sozialistischen Marktwirtschaft und die Entwicklung der Marktmechanismen betrifft. Nach Inbetriebnahme der Qinghai-Tibet-Eisenbahn wird nun aber der Austausch zwischen Tibet und der Außenwelt ständig zunehmen. Tibet wird nicht länger so stark von der Außenwelt isoliert bleiben wie bisher. Die Zugverbindung wird die Grundlage für eine sprunghafte Entwicklung des Gebietes schaffen.

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