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Schweizer Botschafter plädiert für den Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit China
   2006-05-10 14:20:02    cri
China und der Schweiz pflegen seit Jahrzehnten enge Zusammenarbeit im wirtschaftlichen Bereich. Der Besuch des chinesischen Außenministers Li Zhaoxing im Februar in der Schweiz bestärkt den Willen Beijings und Berns, ihre bestehende bilaterale Zusammenarbeit auszubauen. In den letzten Jahren wurde China zum zweitwichtigsten Handelspartner der Schweiz in Asien - nach Japan. Würde die Sonderverwaltungszone Hongkong dazugezählt, wäre China gar die Nummer eins. Die Schweizer Exporte nach China verzeichneten jährliche Zunahmen von über 20 Prozent, seit 2000 haben sie sich mehr als verdoppelt. Kürzlich hatten wir Gelegenheit zu einem Exklusivinterview mit dem schweizer Botschafter in China, Herrn Dante Martinelli. Darin ging er unter anderem auf die Zusammenarbeit Chinas und der Schweiz im wirtschaftlichen Bereich ein. Näheres erfahren Sie in unserem Gespräch mit ihm:

CRI:

China und die Schweiz streben derzeit eine strategische Partnerschaft an. Bei dem Schweizbesuch von Chinas Außenminister Li Zhaoxing wurde die Entwicklung des bilateralen Handels gewürdigt. Wie soll diese Partnerschaft im wirtschaftlichen Bereich konkret aussehen?

Martinelli:

Der Besuch von Außenminister Li verlief sehr erfreulich. Und das Verhältnis zwischen der Schweiz und China ist sehr gut seit 1950, als wir diplomatische Beziehungen mit China aufgenommen hatten. Die Schweiz betrachtet Ihr Land als einen sehr wichtigen Partner und misst den Beziehungen mit China hohe Priorität bei. Gerade auch im wirtschaftlichen Bereich ist dies sehr wichtig. Anlässlich des Besuches von Li Zhaoxing wurde eine Gesamtstrategie umrissen, die auch ein Freihandelsabkommen mit China anstrebt.

CRI:

Gibt es bislang auch bilaterale Zusammenarbeit im finanziellen Bereich?

Martinelli:

Ja, die gibt es. Im Januar 2005 fanden zum ersten Mal bilaterale Konsultationen statt. Damals besuchte eine Schweizer Delegation China. Da gab es einen breiten Meinungsaustausch mit ihren chinesischen Partnern in Finanz- und Wirtschaftsfragen. Für dieses Jahr ist ein Gegenbesuch einer Delegation des chinesischen Außenministeriums in der Schweiz geplant. Zusätzlich auf privatwirtschaftlicher Ebene steht uns mit dem Besuch einer Delegation der Schweizer Bankiersvereinigung Mitte Mai ein wichtiger Anlass bevor.

CRI:

Große chinesische Banken suchen derzeit ausländische Beteiligungen, zum Beispiel die Bank of China mit der schweizerischen UBS. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Martinelli:

Alle Schweizer Großbanken wie UBS, Credit Swiss, Züricher Kantoner Bank sind in China präsent. Die UBS hat übrigens im letzten März auch die Mehrheit an Beijing Securitys übernommen. Alle Großbanken sind daran interessiert, Beteiligungen an chinesischen Banken zu übernehmen. Mit ihrem Kapital und mit ihrem Knowhow stellen sie äußerst wertvolle Partner für chinesische Banken dar. China ist ein wichtiger Markt im Finanzbereich. Es ist erfreulich zu sehen, dass die chinesische Regierung mit den Reformen ihres Finanzsektors ihren Verpflichtungen im Rahmen des WTO-Abkommens nachkommt und ausländische Beteiligungen zulässt.

CRI:

Wie sehen Sie die dynamische Entwicklung der chinesischen Wirtschaft für die Welt?

Martinelli:

Der Aufstieg Chinas ist dabei, die Welt zu verändern. Die Verlagerung von Produktionskapazitäten nach China betrifft vor allem arbeitsintensive Güter. Die niedrigen Lohnkosten sind natürlich ein Vorteil gegenüber den westlichen Industrieländern. Die einzige Möglichkeit, den Konkurrenzkampf der heutigen Globalisierung zu bestehen, besteht darin, die komparativen Vorteile einer Volkswirtschaft auszuspielen. Die Schweiz kann in dieser Hinsicht auf eine besondere Erfahrung zugreifen. Vielen Schweizer Unternehmen war die Schweiz mit ihrem sehr kleinen Binnenmarkt bereits vor hundert Jahren zu eng geworden. Die relativ große Zahl von Schweizer Firmen, die früh und erfolgreich internationale Märkte erobert haben, erklärt die hohe Zahl von Schweizer Marken wie zum Beispiel Nestle, Schindler und Roche. Diese und einige neuere Marken wie Swatch, ABB und Norvatis sind allesamt auch in China aktiv und erfolgreich. Um dauerhaft Erfolg zu haben, ist neben quantitativ hochstehenden und konkurrenzfähigen Produkten auch eine nachhaltige Unternehmensführung nötig. Ebenso nötig sind doch die günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die den Schutz des geistigen Eigentums gewährleistet.

CRI:

Wie erwarten Sie von der weiteren Entwicklung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit Chinas und der Schweiz?

Martinelli:

China verfügt über gewaltiges wirtschaftliches Entwicklungspotential. Es ist erfreulich, dass mittlerweile nicht nur große Schweizer Unternehmen in China investieren, sondern auch viele kleine und mittlere Firmen, die auf dem dynamischen Markt immer aktiv sind.

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