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Die Schwertlilie / Der Felsen und der Sumpf
   2005-10-12 16:19:04    cri
Die Schwertlilie

Zwischen den Gräsern wuchs eine Schwertlilie. Ihre purpurfarbenen Blüten strömten einen zarten Duft aus, der Schmetterlinge von weit her anlockte. Die Schwertlilie freute sich sehr darüber.

Sie schaute nach links und nach rechts - soweit der Blick reichte, gab es nichts als Gräser. Die brachten entweder gar keine oder nur ganz winzige Blüten hervor, die keines Blickes würdig waren. Auch dufteten sie nicht. Die kleine Schwertlilie wurde eingebildet. Sie sagte: "Ich bin die schönste Blume von allen! Leider bin ich hier zwischen diesen Gräsern verborgen. Aber eines Tages kommt meine große Stunde!"

Wenig später wurde sie von einem Gärtner entdeckt, der sie in einen farbenprächtigen Blumengarten umpflanzte. Die Schwertlilie war von ihrer neuen Umgebung berauscht: auf den Marmor-Ballustraden gab es Päonien, die wunderbar blühten; sie sah Oleander, dessen Blüten frisch wie die Morgenröte erschienen. Unzählige seltene Blumen wetteiferten miteinander um die prächtigsten Blüten und erfüllten die Luft mit einem betörenden Duft. Da wurde die Schwertlilie ganz kleinmütig und dachte: Ich bin ja ein Mauerblümchen! Keiner wird mich auch nur eines Blickes würdigen!

Als die Schwertlilie niedergeschlagen vor sich hinbrütete, kamen ein paar Kinder auf sie zu, die gerade die Päonien und den Oleander bewundert hatten. Ein Kind rief laut den anderen zu: "Schaut mal, was ist denn das für eine Blume?"

"Das ist eine Schwertlilie", antwortete ein anderes Kind.

"Sie ist so schön!" Die Kinder hockten sich um die kleine Schwertlilie herum.

Die Schwertlilie war beruhigt. Nun erst wusste sie, dass ihr Hochmut gegenüber den Gräsern falsch gewesen war. Auch brauchte sie sich nicht minderwertig zwischen Päonien und Oleander zu fühlen.

Die Hochmütigkeit und das Gefühl der Minderwertigkeit sind Geschwister. Sie entstehen aus Unkenntnis seiner selbst und der Umwelt.

Der Felsen und der Sumpf

Ein Felsen und ein Sumpf waren Nachbarn.

Der Felsen ragte hoch in die Luft empor. Er hatte einen weiten Blick über das Umland und bildete sich darauf große Stücke ein. Aber er fühlte sich auch etwas einsam, weil niemand sich ihm nähern wollte.

Zu beiden Seiten des Felsen flössen zwei Bäche, die singend und tanzend dahinplätscherten. Sie waren jung und fidel. Der Felsen dachte: Wie schön wäre es, wenn sie bei mir haltmachen und meine Gefährten sein würden! So sagte er zu dem Bach zu seiner linken Seite:

"Bächlein, bleib doch stehen! Ich bin sehr einsam und wünsche mir, dass du mein Freund wirst!"

"Nein", erwiderte das Bächlein und schlug eine kleine Welle. "Du bist so groß, ich möchte nicht dein Freund sein!"

Da wandte sich der Felsen an das Bächlein zu seiner rechten Seite:

"Bächlein, bleib doch stehen! Ich bin sehr einsam und wünsche mir, dass du mein Freund wirst!"

"Nein", entgegnete das Bächlein zur rechten Seite plätschernd und fügte dreist hinzu: "Du bist so großartig, wie soll ich denn da an dich heranreichen!"

Die beiden Bächlein flössen lustig weiter und sprudelten zum Sumpf.

Der Sumpf begrüßte sie nicht mit Worten, sondern schloss sie in seine Arme. Die beiden Bäche hielten inne und wurden seine besten Freunde. Bald darauf verwandelte sich der Sumpf in einen See. Fische und Krabben ließen sich hier nieder und schwammen umher. Frösche kamen hierher und führten Gesang und Tanz auf. Selbst die weißen Wolken am Himmel flogen oft zum See, um sich in seinem Wasser zu spiegeln, und wollten am liebsten gar nicht wieder fort. Es war ein wunderbarer Platz!

Der Felsen sah all dies und hatte kein Verständnis dafür. Verärgert sagte er: "Bin ich denn nicht gut genug? Warum hat mich einer nach dem anderen verlassen und sich mit dem Sumpf angefreundet?..." Und tatsächlich wurde der Sumpf immer üppiger, während der Felsen auf ewig eingebildet und einsam blieb.

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