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Ein großer Schritt - Das Goethe-Institut China feiert sein dreißigjähriges Jubiläum
  2018-12-05 16:29:11  cri

 

 

Nach der Geburt folgt das nackte Überleben, dann geht es auf zum Entdecken, danach kommt die Anpassung. Mit 30 Jahren hat sich das ganze Leben stabilisiert. Daraus bestimmt sich das Ziel im Leben und wie man es erreicht. Das hat schon Konfuzius gewusst.

2018 feiert das Goethe-Institut sein 30-jähriges Bestehen in China. Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten war der 30-stündige „Jubiläumsmarathon" mit Konzerten, Performances, Installationen, Filmvorführungen, Vortragsreihe und Kinderprogramm. Er ging vom 17. November um 14 Uhr bis zum 18. November um 20 Uhr im Goethe-Institut Beijing im Künstlerviertel „798". Clemens Treter, Leiter des Goethe-Instituts China erzählte uns:

„Wir feiern unser 30-jähriges Jubiläum mit einer besonderen Veranstaltung unter dem Motto: 30 Jahre – 30 Fragen – 30 Stunden. Wir haben uns gedacht, es ist zwar schön, dass wir 30 Jahre sind und wenn man sagt San Shi Er Li, dann sind wir jetzt erwachsen, aber eigentlich lebt Kultur und Kulturaustausch davon, dass man sich immer wieder in Frage stellt und dass man immer wieder neu nachdenkt. Wir können zurückblicken auf das, was wir gemacht haben, aber das ist nur unser Startpunkt, von dem aus wir beginnen wieder weiter nach vorne zu schauen, in der heutigen Zeit in der es viele große Herausforderungen gibt und in der man andererseits auch die Zukunft so nahe wie noch nie spüren kann, durch die technischen Entwicklungen, die es gibt. Darum haben wir gesagt, wir müssen uns eigentlich fragen, was gibt es für Fragen, die Deutsche und Chinesen gemeinsam interessieren und die wir auch gemeinsam diskutieren und vielleicht auch beantworten können. So haben wir uns 30 Fragen ausgedacht und dann haben wir gesagt, wir versuchen diese Fragen zusammenzubringen in einer Veranstaltung, die in ganz dichter, kondensierter Form auch das zeigt, was wir als Goethe-Institut machen, deswegen 30 Stunden."

Am 1. November 1988 wurde das Goethe-Institut in Beijing eröffnet. Seitdem ist viel geschehen: zunächst beschränkt auf die Spracharbeit, die in engem Austausch mit der chinesischen Germanistik erfolgte, hat sich das Arbeitsfeld immer stärker erweitert, es hat die Räume gewechselt, von der Fremdsprachenuniversität zog es nach langer Suche, koordiniert vom damaligen Institutsleiter Markus Wernhard, in den Cyber Tower in Haidian, in moderne Büroräume. In den 2000er Jahren wurde schließlich ein Netzwerk von Bibliothekspartnerschaften und Sprachlernzentren aufgebaut. Die Zusammenarbeit mit chinesischen Schulen wurde seit 2008 im Rahmen der PASCH-Initiative entwickelt. 2015 schließlich konnten dank der Bemühungen des Institutsleiters Peter Anders die Räume in 798 bezogen werden, mit denen sich ein neues Spielfeld für die Angebote im Bereich Kultur- und Wissensaustausch eröffneten. Unter der Leitung von Clemens Treter wird dieser Ort, quasi ein öffentlicher Platz mit Dach, genutzt als Freiraum für ästhetische Experimente und zur Diskussionen..

Dr. Marla Stukenberg, Leiterin der Region Ostasien des Goethe-Instituts, dankte allen Verantwortlichen für den Erfolg der vergangenen 30 Jahre.

„All dies konnten nur dank der unermüdlichen Unterstützung und in regem Austausch mit zahlreichen Institutionen und Menschen erreichen werden: dem Kulturministerium, dem Bildungsministerium, das zunächst für das Goethe-Institut zuständig war, der deutschen Botschaft und vielen weiteren institutionellen Partnern in China und Deutschland. Dazu kommen dann aber vor allem die Vertreterinnen und Vertreter der Kulturwelt – unsere Partner –, die uns mit ihren Ideen, Anfragen und aktiven Beiträgen immer in Bewegung gehalten haben. Nicht zuletzt ist ganz besonders auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hier vor Ort, in der Region und in Deutschland zu danken für ihr großes Engagement."

Was das Goethe-Institut in den letzten 30 Jahren gemacht hat und welche Rolle es auch heute spielt hat uns Clemens Treter erklärt.

„Wir haben uns natürlich verändert. Als ein Kulturinstitut muss man immer bereit sein sich und seine Arbeit in Frage zu stellen. Sich auch immer wieder neu in Frage zu stellen und auch immer wieder von vorne anzufangen, weil die Welt ändert sich, die Voraussetzungen in der Welt ändern sich und man muss darauf eingehen. Wenn man zurück blickt, dann sind natürlich viele Dinge passiert. Wir haben angefangen vor allem mit einem starken Fokus auf Deutschlehrerausbildung, Deutschunterricht, Deutschförderung und haben dann schrittweise Kulturveranstaltungen gemacht bis hin zu großen Veranstaltungsreihen, wie ‚Deutschland und China gemeinsam in Bewegung '. Wir haben dann schließlich hier im 798 diesen Kulturraum gefunden und sind jetzt dabei diesen auszugestalten, als einen Raum, in dem man Kultur erleben kann. Gleichzeitig arbeiten wir auch sehr stark im Bereich der Sprachförderung weiter, denn Deutsch ist in China weiterhin sehr nachgefragt. An Mittelschulen wird Deutsch gelernt und dort ist es jetzt auch sehr wichtig, dass die Deutschlehrer weiter und gut ausgebildet werden. Da wird es eine große Nachfrage geben. Also das ist ein sehr breites Spektrum. Mit der sich verändernden Zeit, verändern sich auch unsere Aufgaben."

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