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Ländlicher Tourismus zur Armutsbekämpfung in Zentral- und Westchina
  2017-09-11 19:42:10  cri


 

In den ländlichen Regionen in Zentral und Westchina sind viele chinesische nationale Minderheiten angesiedelt. Sie leben mehr schlecht als recht von der Landwirtschaft und sind immer noch häufig von der Armut bedroht. Hilfe verspricht die Entwicklung des ländlichen Tourismus. 

Im Dorf Wanggang in der südwestchinesischen Provinz Guizhou gehören mehr als 70 Prozent der Einwohner den Bouyei, einer nationalen Minderheit Chinas an. Bis vor einigen Jahren lebten die Dorfbewohner vom Mais- und Reisanbau. Die meisten lebten unterhalb der Armutsgrenze.

2007 begann das Dorf Wanggang einen ländlichen Tourismus zu entwickeln, der sich weitgehend auf die Kultur der Bouyei konzentriert. Die Landschaften, die bildenden und darstellenden Künste und das traditionelle Leben der Bouyei ziehen inzwischen jedes Jahr Tausende von Touristen an.

Der Sekretär des Dorfkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, Hua Quan, sagt, dass das Pro-Kopf-Einkommen im Dorf im Jahr 2016 bei 12.000 Yuan RMB, etwa 1500 Euro, lag. Das sei etwa sechsmal höher als noch vor zehn Jahren. Doch der Tourismus habe nicht nur zur Armutsbekämpfung beigetragen. Auch der Familienzusammenhalt der Bouyei-Familien wurde durch die neue Einnahmequelle gestärkt.

„Vor 2007 verließ die Hälfte der Jugendlichen das Dorf, um in großen Städten wie Guangzhou und Shanghai Arbeitsplätze zu suchen. Kinder und Eltern blieben im Dorf, das führte zu sozialen Spannungen. Durch die Entwicklung des ländlichen Tourismus haben die Jugendlichen einen Anreiz, zurückzukehren. Sie betreiben jetzt die Bauernhöfe, Geschäfte und Zuchtbetriebe in ihrer Heimat und der Familienzusammenhalt ist wiederhergestellt."

Statistiken zufolge sind im Jahr 2015 mehr als 2,6 Millionen Menschen durch die Entwicklung des Tourismus in Zentral- und Westchina von der Armut befreit worden. Bis 2020 sollen es weitere 12 Millionen sein.

Li Jinzao, Chef der staatlichen Tourismusbehörde, wirft einen Blick in die Zukunft:

„Wir planen, 17 Prozent der armen Bevölkerung des Landes von der Armut zu befreien, indem wir den Tourismus entwickeln. In den Provinzen, die bereits von der Armut befreit wurden, werden wir den ländlichen Tourismus weiter entwickeln, um die Lebensqualität der Bauern zu verbessern."

Die Tourismusbehörde werde mit anderen Behörden zusammenarbeiten, um 22.600 Dörfer bei der der Infrastruktur zu unterstützen.

Yin Min, Professor für Tourismus-Management an der Beijing International Studies University, sagt, der ländliche Tourismus sei zu einem wichtigen Mittel der Armutsbekämpfung geworden. Er schlägt vor, dass die Dörfer ihre reiche Kultur erforschen und zum Vorschein bringen, um sie für den ländlichen Tourismus und den Kulturtourismus attraktiv zu machen.

„Der ländliche Tourismus sollte die ländliche Kultur unterstreichen und die Besonderheiten des Volkes hervorheben. Zwischen Touristen und Einheimischen sollte es viel Interaktion geben. Es geht nicht nur um Sightseeing sondern auch darum, den Touristen authentische Aktivitäten und bereichernde Erfahrungen zu garantieren."
Übersetzt von Li Yan
Gesprochen von Hu Hao

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