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Wohlstand dank Handwerk in Tibet
  2015-10-21 10:24:50  CRI

 

Das war die Melodie, die während eines Arbeitstages im Industriepark für nationale Handwerksbetriebe im Kreis Bainang im chinesischen Autonomen Gebiet Tibet erklingt. Der Park wurde 2005 gegründet und gilt als eines der Entwicklungsprogramme, das von der Provinz Shandong unterstützt wird. Seit Gründung des Autonomen Gebietes 1965 hat die Zentralregierung die lokale Entwicklung mächtig vorangetrieben. Losang Gyaltsen, Vorsitzender des Autonomen Gebietes, kann das nur bestätigen:

"Seit 50 Jahren haben sowohl das Zentralkomitee der KP, als auch der Staatsrat sich umfassend um das tibetische Volk gekümmert. Das ganze Land unterstützt tatkräftig die Entwicklung von Tibet. Dem Autonomen Gebiet stehen umfangreiche personale und finanzielle Hilfen zur Verfügung, was große Beiträge zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung geleistet hat und leistet."

Der Handwerks-Industriepark in Bainang gilt als ein gutes Beispiel und spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung der nationalen Kulturindustrie und der Regionalwirtschaft. Bislang haben sich acht Handwerksbetriebe aus den Bereichen traditionelles Stricken, Thangka-Malerei und tibetische Möbel angesiedelt.

Chodron ist Direktorin des Strick-Betriebes Qiazhu. Diesen hat sie 1999 mit 6000 Yuan Startkapital (832 Euro) gegründet. Nach dem Umzug in den Industriepark verkauft die Firma auch über die Grenzen des Autonomen Gebietes hinaus, nach Indien und Nepal beispielsweise.

"Mit dem Umzug in den Industriepark hat sich mein Horizont erweitert. Hier ist alles anders als im Dorf bzw. in der Kreisstadt, wo wir zuvor lebten. Nun sind unsere Produkte vielfältiger geworden. Auch unsere Einnahmen haben sich dadurch erhöht."

Von dem höheren Gewinn profitieren die Arbeiter. Ciqiong, Mutter von zwei Kindern und Angestellte in der Strickerei, sagt, ihr Lebensstandard habe sich erheblich verbessert.

"Wegen meiner schlechten Noten habe ich vorher keinen Job gefunden. Es war eine schwierige Zeit. Als ich hierher kam, hab ich Sticken gelernt. Jetzt sieht mein Leben total anders aus. Im Monat verdiene ich 3000 bis 4000 Yuan. Früher konnte ich mir zum Beispiel Kleidung für meine Kinder, die mir gefiel, nicht leisten. Heute kann ich kaufen, was ich will."

Chodron, die Fabrikchefin, ist auch darum bemüht, sich für die Gesellschaft zu engagieren. So organisiert sie jedes Jahr Ausbildungskurse im Stricken. Noch dazu hat Chodron einen Teil der Jahreseinnahmen für die Armutsbekämpfung im Autonomen Gebiet zur Verfügung gestellt.

"Die zuständigen Regierungsbehörden haben uns aktiv unterstützt. Deshalb sollten wir auch etwas tun, um uns dafür zu bedanken. Wir spenden 30 Prozent unserer Jahresgewinne für die Armutsbekämpfung. Die restlichen 70 Prozent setzen wir dann für unsere Produktion im neuen Jahr ein. Ich hoffe, dass ich damit dazu beitragen kann, dass es weniger Armut gibt hier bei uns in der Region."

Heute spielt die Handwerksindustrie eine größere Rolle in der lokalen Wirtschaft. Im Jahr 2015 soll der Produktionswert weiter anschwellen. Einer Statistik zufolge wird der Anteil des Handwerks am BIP in Bainang damit etwa zehn Prozent höher liegen als im Vorjahr.

Zudem wird in Bainang Wert auf den Umweltschutz gelegt, der Industriepark soll sich nachhaltig entfalten. Ziel ist es, eine Balance zwischen Ökonomie und Ökologie zu verwirklichen. Phuntsog Tsering, Direktor des Kreishandelsamtes, blickt optimistisch in die Zukunft.

"Wir werden ein Verwaltungskomitee gründen, um die Dienstleistungen für die ortsansässigen Unternehmen zu optimieren. Die Unterstützung für Unternehmen soll weiter ausgebaut werden. Zudem wird die Umgebung auf dem Gelände noch verschönert. Dafür sollen etwa zwei Millionen Yuan eingesetzt werden. Zu guter Letzt werden wir uns darum bemühen, dass der Industriepark die Handwerksbranche in den umliegenden Gemeinden bzw. Kreisen fördert."

Übersetzt von Zhang Chen

Gesprochen von Xi Jing

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