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Ni Hao!Chinesisch in der EU auf dem Vormarsch
  2014-09-26 09:02:34  cri

 

Chinesisch-Unterricht an der Universität Göttingen. Die Studentinnen und Studenten lernen gerade mit ihrer Lehrerin, Frau Ni, wie man auf Chinesisch zählt. Sie sind im ersten Semester und lernen die chinesische Sprache erst seit drei Monaten. (Atmo weiter einblenden)

Oliver erzählt uns, warum er Sinologie als Studienfach gewählt hat.

„China hat mich einfach interessiert. Und in Deutschland kann fast niemand Chinesisch. Die Sprache ist hier was ziemlich Fremdes. Deswegen will ich mal gucken, wie das wirklich ist, wenn man es studiert."

Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa erwerben immer mehr Menschen ein chinesisches Sprachdiplom. Ein Ende dieses Trends ist derzeit nicht absehbar, der wirtschaftliche Aufstieg der Volksrepublik macht auch das chinesische Sprachstudium für viele interessanter. Die EU ist nach Südkorea, Japan und Singapur mittlerweile der größte Markt für chinesische Lehrangebote, erklärt Hu Zhiping, Vizedirektor von Hanban.

Wenn man über die Verbreitung der chinesischen Sprache auf der ganzen Welt diskutiert, kommt man an dem Hanban-Institut nicht vorbei. Das Hanban ist die chinesische Kurzform für "Staatliches Führungsgruppenbüro für die internationale Verbreitung der chinesischen Sprache". Das Büro koordiniert und leitet die Konfuzius-Institute, das chinesische Pendant zum deutschen Goethe-Institut.

Das Chinesisch-Fieber in Europa lässt sich anhand der rapide ansteigenden Teilnehmerzahlen an Chinesischprüfungen verdeutlichen. Allein die Hanban-Prüfstelle in der spanischen Hauptstadt Madrid verzeichnete zwischen 2009 und 2013 einen Anstieg von 163 auf 3474 Kandidaten. Das Institut bietet den Test "Hanyu Shuiping Kaoshi" (HSK) für Fortgeschrittene und den "Youth Chinese Test" (YCT) für Schüler an. Geschäftsleute können ihr Chinesisch-Wissen mit dem "Business Chinese Test" (BCT) testen.

Igor Schischow aus der Ukraine spricht fließend Chinesisch. Er hält die HSK-Prüfung für sehr objektiv.

„Es muss eine Art Prüfung existieren, die dein Chinesisch-Level widerspiegelt. Für mich ist die HSK eine solche objektive Prüfung."

Insgesamt betreibt Hanban in den EU-Ländern momentan 164 Prüfstellen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres haben dort insgesamt 26.148 Personen an der HSK-Prüfung teilgenommen. Im August legte der Brite Daniel Miller als insgesamt einmillionster die HSK-Prüfung ab. Als besonderes Geschenk erhielt er von Hànbàn ein einjähriges Stipendium für ein Sprachstudium in China. Nach Abschluss seines Masters an der Universität Nottingham will Miller entweder chinesische Philosophie oder Kultur studieren - am liebsten an der Peking-Universität oder an der Fudan-Universität in Shanghai.

Die HSK-Prüfung existiert seit 1984. 20 Jahre später wurde in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul das erste Konfuzius-Institut eröffnet. Inzwischen gibt es Konfuzius-Institute in 122 Ländern und Regionen - unter anderem auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Jahr 2010 haben weltweit insgesamt 175.000 Personen eine Sprachprüfung in einem Konfuzius-Institut abgelegt. 2013 waren es bereits 372.000 Personen.

In Zukunft soll die Zahl von Chinesischlernenden und HSK-Teilnehmern noch weiter steigen. Im Vergleich zum riesigen Markt für Englisch als Zweitsprache befände sich Chinesisch aber erst im Anfangsstadium, erklärt Hu Zhiping von Hanban. Die Prüfstelle geht davon aus, dass in diesem Jahr weltweit erstmals eine halbe Million Menschen an einem der drei Tests HSK, YCT und BCT teilnehmen werden. 2019 soll bereits die Marke von einer Million pro Jahr geknackt werden.

Verfasst von: Zhu Liwen
Gesprochen von: Hu Hao

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