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Eisenmalerei aus Wuhu
   2005-10-31 15:56:36    cri
Eisenmalerei ist eine traditionsreiche Kunst in der Hafenstadt Wuhu am Jangtse und schon mehr als 300 Jahre alt. Über die Ursprünge dieser einzigartigen Kunst erzählt uns der Direktor des städtischen Kunstwerkes Wuhu, Lu Zhongping: Die Kunst der Eisenmalerei entstand in der Regierungszeit des Qing- Kaisers Kangxi in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Da es sich um eine Volkskunst handelt, können wir nur über den genauen Zeitpunkt der Erfindung nur rätseln. Das älteste Werk, das man bisher gefunden hat, wurde im Jahr 1687 angefertigt. Dass die Eisenmalerei ausgerechnet hier in unserer Stadt Wuhu erfunden wurde, hat einerseits etwas mit den tiefen kulturellen Traditionen und andererseits etwas mit der traditionsreichen Hüttenindustrie in der Stadt zu tun. Seit langer Zeit gilt Wuhu schon als ein wichtiges Handels- und Hüttenzentrum in Südchina. Die Qualität der Eisen- und Stahlprodukte aus Wuhu erfreut sich traditionell landesweit eines guten Rufs. Unter den Schmieden in der Stadt war ein Meister namens Tang Tianchi besonders berühmt. Er konnte nicht nur normale Werkzeuge, sondern auch verschiedenartige Spielzeuge oder Dekorationsstücke schmieden, wie z. B. Bambus, Lotusblumen oder Schmetterlinge. Diese kleinen Kunstwerke aus Eisen kamen nicht nur bei den Kunden gut an, sondern weckten auch das Interesse von Xiao Chimu, eines Nachbarn des Schmiedes. Xiao war ein Maler. Er schlug Tang Tianchi vor, die einzelnen Dekorationsstücke mal zu einem einheitlichen Bild zusammenzuschmieden. Auch Tang fand die Idee gut, so lernte er von Xiao Grundlagen der Malerei. Die verarbeitete er dann in seinen Schmiedewerken. Nach und nach entstand so eine neue Kunst, die Eisenmalerei.

B: Unter den Werken von Tang Tianchi sind Landschaften, Figuren, Blumen, Vögel und Bambus besonders beliebte Motive. Die harten und geschliffenen Konturen wirken wie mit dem Pinsel gemalt und regen die Phantasie der Betrachter an.

A: Die Eisenmalereien von Tang Tianchi waren schnell überall gefragt, sie füllten eine Marktlücke, wie man heute sagen würde. Nun war Tang zwar ein ausgezeichneter Schmied, aber kein guter Geschäftsmann. Er musste sogar zum Jahresende die fällige Miete mit einigen Werken der Eisenmalerei bezahlen. Und wieder gab es einen Zufall: Diesmal wurde auch der Kaiser auf die Eisenmalerei aufmerksam. Lu Zhongping erzählt uns weiter:Der Besitzer des Hauses, in dem Tang Tianchi wohnte und arbeitete, stammte aus der gleichen Gegend wie Tang. Daher nahm er von seinem Landsmann Tang auch mal eine Eisenmalerei in Zahlung, wenn Tang mal wieder kein Geld hatte. Und diese Eisenbilder nahm der Vermieter eines Tages mit nach Beijing und machte sie schließlich dem Kaiser zum Geschenk. Diese einzigartigen Geschenke fanden des Kaisers Wohlgefallen, und so ließ er die Eisenbilder aus Wuhu auf seinen Wunschzettel setzen, damit die Leute wussten, womit sie den Kaiser milde stimmen konnten. Und das war natürlich die beste Werbung für die Eisenbilder aus Wuhu. Heute sind diese Eisenbilder so etwas wie eine goldene Visitenkarte Wuhus und beliebte Souvenir.

B: Lu Zhongping erzählt weiter, dass die Eisenmalerei bis vor ein paar Jahren tatsächlich immer noch reine Handarbeit war. Ein erfahrener Arbeiter konnte monatlich etwa 200 solcher Eisenbilder in Standardgröße, also ungefähr so groß wie ein normales Buch, anfertigen.

A: In den letzten Jahren wurden dann aber in begrenztem Umfang auch Maschinen für die Produktion von Eisenmalereien eingesetzt. Dazu noch einaml Lu Zhongping, der Direktor des städtischen Kunstwerkes Wuhu :

Um die Arbeitsleistung zu erhöhen, haben wir in den letzten Jahren versucht, die Handarbeit teilweise durch maschinelle zu ersetzen. Beispielsweise werden die Blätter von Bambus, die eigentlich in Handarbeit geschmiedet und poliert werden müssten, heute von einer spezieller Maschine angefertigt. Nicht nur die Produktivität wird dadurch drastisch erhöht, sondern auch die Qualität verbessert sich deutlich. Und die maschinell produzierten Blätter wirken ebenfalls sehr echt. Aber die Bambusstange und die ?knoten werden immer noch von Hand mit dem Hammer geschmiedet. Dies lässt sich nicht durch Maschine ersetzen, sonst würde die Eisenmalerei ihren einzigartigen Charakter verlieren. Der Hammer ist für uns Schmiede so wichtig wie der Pinsel für einen Maler, und das Eisen ist sozusagen unsere Tinte. Und das soll auch weiter so bleiben.

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