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Warum erhöht Russland seine Rüstungsausgaben so drastisch?
   2008-09-19 14:23:14    Seite Drucken    cri
Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hat vor kurzem mitgeteilt, Russlands Militärausgaben im Jahr 2009 um 27 Prozent zu erhöhen, was einer Gesamtausgabe von zirka 94,1 Milliarden US-Dollar entspricht. Russische Medien verweisen darauf, dass Russland nach den militärischen Konflikten mit Georgien in der Südossetien-Frage kurzerhand sein Militär aufgerüstet habe. Westliche Experten zeigen sich schockiert und besorgt über die massive Steigerung der russischen Verteidigungsausgaben.

Experten sehen hinter Russlands Handlungsweise tief liegende Faktoren.

Russland wolle sich dadurch den USA widersetzen und eigene Kerninteressen wahren. Nach Putins Amtsantritt habe er stets eine Politik zur Stärkung des Lands verfolgt. Ziel sei es, die einflussreiche Position Russlands als großes Land weltweit wieder herzustellen. Die Konflikte zwischen Russland und den USA seien noch immer nicht beigelegt. In den vergangenen Jahren haben die USA ihre Einflüsse weltweit ausgebaut, vor allem seit dem NATO-Beitritt einiger osteuropäischer Länder. Damit sei "Machtraum" der USA und der NATO über 700 Kilometer ostwärts verlegt worden. Die USA hätten auch beharrlich daran gearbeitet, das Raketenabwehrsystem in Osteuropa zu stationieren. Russland habe sich dadurch bedroht gefühlt und keine anderen Alternative gesehen, außer zurückzuschlagen.

Unter diesen Umständen habe Russland kontinuierlich Gegenschläge auf die Offensive der USA und der NATO unternommen. Im August 2007 habe Russland den Routine-Dienstflug der strategischen Fernbomber wieder aufgenommen. Dieser Dienstflug sei vorher 15 Jahre lang ausgesetzt worden. Russische Bomber seien sogar in die Nähe des Luftraums der NATO-Länder vorgedrungen. Im gleichen Monat hätten russische Militärflugzeuge westlich von Norwegen ein Manöver durchgeführt, was das größte Luftwaffenmanöver von Russland auf dem Norwegischen Meer seit den 1990er Jahren gewesen sei. Seit diesem Jahr habe Russland einerseits mehrere Manöver der Marine und Luftwaffe geführt und andererseits mehrmals ballistische Fernkontinentalraketen "Topoli-M" getestet. Solche Raketen gelten als eine tatkräftige Waffe gegen die USA. Nach militärischen Konflikten zwischen Russland und Georgien habe Russland einen atombetriebenen Zerstörer und mehrere Kriegsschiffe in die Karibik entsendet. Dort werde die russische Flotte zusammen mit der venezolanischen Marine ein gemeinsames Manöver durchführen. Gleichzeitig hätten zwei russische strategische Fernbomber vom Typ "Tu-160" Venezuela "besucht". Diese häufigen militärischen Aktionen müssten natürlich auf genügend militärischen Ausgaben basieren.

Ein weiterer Punkt sei, dass Russlands starke Handlungsweise in den vergangenen Jahren als kein Zufall gelte. Sie habe Russlands starken Wunsch zur Wiederherstellung der einflussreichen Position als großes Land sowie die stabile Politik und schnelle Entwicklung der Wirtschaft des Landes widergespiegelt. Die russischen Staatskräfte seien ständig erhöht worden. Nur so hätte Putin eine groß angelegte Steigerung der Militärausgaben ankündigen können.

Putin sei ein politischer Hardliner, der immer entschieden und unerschütterlich vorgehe. Seine Ankündigung sei auch in gewissem Maße eine Demonstration seines Charakters. Gleichzeitig wolle er dadurch Nachbarländern, die eine NATO-Mitgliedschaft anstreben, seine Entschlossenheit und Kräfte zur Wahrung der Kerninteressen des Lands zeigen.

Analytiker haben beobachtet, dass nach Konflikten zwischen Russland und Georgien die Auseinandersetzungen zwischen Russland und den USA immer heftiger geworden seien. Einige Medien haben dies mit einem "Neuen Kalten Krieg" verglichen. Man werde die Einflüsse der Handlungsweise von Russland auf die russisch-amerikanischen Beziehungen sowie auf die Beziehungen zwischen Russland und seinen Nachbarländern mit großer Aufmerksamkeit verfolgen.

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