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Deutschland stellt mobiles Feldkrankenhaus für Katastrophengebiete in Sichuan zur Verfügung
   2008-05-23 17:10:16    Seite Drucken    CRI
Das mobile Feldkrankenhaus, das Deutschland den Katastrophengebieten in Sichuan zur Verfügung stellt, ist am Freitag in Chengdu, der Provinzhauptstadt, eingetroffen und anschließend weiter nach Dujianyan transportiert worden. Es ist damit auch die erste direkte Flugverbindung zwischen Berlin und Chengdu in der Geschichte.

Zu der ersten Hilfeleistung Deutschlands für die vom Erdbeben betroffenen Gebiete in China sagte der Sprecher des Deutschen Roten Kreuz, Fredrik Barkenhammar, vor der Presse:

"Es gibt dort ein Krankenhaus, das im Moment schwer beschädigt ist. Das hat also keine Räume, wo die Patienten drinnen sein können. Wir werden dieses bestehende Krankenhaus ergänzen. Das ist auch ein Ort, wo wir denken, dass sehr viele Menschen, die aus den Bergen herunter kommen, sich aufhalten werden und ihre Verletzten hinbringen können. Es wird also wie eine Art Referenzkrankenhaus für die nahe gelegenen Dörfer funktionieren."

Dieses mobile Feldkrankenhaus besteht aus 25 Zelten, die jeweils zwischen 30 und 50 Quadratmeter groß sind. Darin gibt es 120 Krankenbetten. Zudem ist es noch mit einem Operationsraum, einem Kreißsaal, einer Intensivstation, einem Röntgenzimmer, einem Labor und einer Apotheke ausgestattet. Dieses Feldkrankenhaus kann die medizinische Versorgung für die Bevölkerung von 250.000 Menschen gewährleisten. Der Direktor der Abteilung für Katastrophenmanagement beim Deutschen Roten Kreuz, Christof Johnen, sagte, eine elfköpfige Gruppe sei zusammen mit dem Feldkrankenhaus in Chengdu eingetroffen.

"Fünf davon sind Mediziner beziehungsweise Personen mit medizinischer Ausbildung, das sind Ärzte und Krankenschwestern, weiters sind Verwaltungspersonen für das Krankenhaus und Techniker darunter. Das heißt, wir haben einmal Leute, die wirklich in der Lage sind, dieses Krankenhaus sehr schnell aufzubauen und dafür sorgen, dass die Stromversorgung und alle Geräte funktionieren, all diese Dinge. Und dann haben wir eben medizinisches Personal, die die Funktion übernehmen sollen, ihren chinesischen Kollegen zu zeigen, was wir dabei haben, wie unsere Sterilisation funktioniert, all dies zu vermitteln, um das mobile Krankenhaus dann zu übergehen."

Die diesmalige Unterstützung für die Katastrophengebiete in Sichuan wurde vom deutschen Außenministerium finanziert. Der Gesamtwert der nach Sichuan transportierten 50 Tonnen Hilfsgüter macht etwa vier Millionen Euro aus. Prognosen von Fachleuten zufolge könne das Feldkrankenhaus innerhalb 72 Stunden in Betrieb genommen werden.

Der Kinderarzt, Professor Joachim Gardemann, ist ein Mitglied des elfköpfigen Hilfsteams. Es ist sein siebter medizinischer Auslandseinsatz. Er hofft, dass das mobile Feldkrankenhaus schnellstmöglich Hilfe für die Menschen in den Katastrophengebieten leisten könne. Er sagte:

"Sobald wir angekommen sind, werden wir mit einer ganz kleinen Ambulanz anfangen. Und wir werden die langsam ausbauen in den nächsten Tagen. Wir können schon relativ schnell mit dem ambulanten Betrieb und dann mit dem stationären Betrieb beginnen. Wir deutsche Helfer werden voraussichtlich vier bis sechs Wochen bleiben. Unser Einsatz ist nicht so geplant, dass wir selber die medizinische Versorgung übernehmen, sondern wir bringen die Geräte, das gesamte Hospital nach China, damit unsere chinesischen Kollegen und Kolleginnen selber die Arbeit ganz schnell übernehmen können. Meistens ist das schon nach vier Wochen etwa möglich. Eine Katastrophe ist immer eine Katastrophe, und jeder Mensch, der gestorben ist, ist ein Mensch zu viel, der gestorben ist."

Der deutsche Techniker der Gruppe, Claus Muchow, hofft darauf, dass er das Feldkrankenhaus zusammen mit den chinesischen Mitarbeitern so schnell wie möglich aufbauen könne.

Wie weiter zu erfahren ist, werde das Feldkrankenhaus nach der Rückkehr der deutschen Fachgruppe dem Chinesischen Roten Kreuz übergeben, um für zukünftige Katastrophen zur Verfügung zu stehen. Das Deutsche Rote Kreuz werde Ende Mai noch 1.500 Zelte in die Katastrophengebiete in Sichuan senden. Zudem werde die Organisation ihre chinesischen Kollegen beim Wiederaufbau nach dem Erdbeben unterstützen.

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