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(GMT+08:00) 2005-11-01 16:16:35    
Die Buddha-Statue von Leshan

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Nach den jahrzehntelangen Kriegswirren während der Periode der Drei Streitenden Reiche gelang es Sima Yan im Jahre 277, das chinesische Reich wieder zu vereinigen. Damit herrschten wieder Frieden und Stabilität in Sichuan.

Einige Jahrhunderte später erreichten Wirtschaft und Kultur in Sichuan ihren Höhepunkt. In der Tang-Dynastie begann ein beispielloser Aufschwung und damit eine neue Epoche für Chinas Gesellschaft. Der Aufschwung brachte den Menschen in Sichuan Wohlstand und Ruhe.

Während der Tang-Dynastie entwickelte sich die Landwirtschaft in Sichuan sehr schnell. In jener Zeit wurde Sichuan zu einer Kornkammer des Reiches. Im Volksmund heißt es, man könne mit dem in Sichuan produzierten Getreide die Bevölkerung des gesamten Reiches ernähren.

Zwei berühmteste Dichter der Tang-Zeit - Li Bai und Du Fu - haben für längere Zeit in Sichuan gelebt. In ihren Werken schilderten die zwei Poeten die wunderschöne westchinesische Provinz aus ihrer ganz eigenen Perspektive.

Die Provinz Sichuan ist von vier Seiten von hohen Gebirgen umgeben, deshalb war sie von wichtiger militärischer Bedeutung. So floh auch der Kaiser nach Sichuan, als Aufstände und Rebellionen ausbrachen.

In Sichuan hatten Geistliche der drei wichtigen philosophischen Strömungen - Konfuzianismus, Buddhismus und Taoismus - ihre Auseinandersetzungen begraben und suchten nach einem harmonischen Nebeneinander.

Sichuan spielte aber auch eine entscheidende Rolle beim Austausch mit dem Ausland. Die westchinesische Provinz war der Ausgangspunkt der südlichen Seidenstraße.

Rund 160 Kilometer südlich von Chengdu, der Provinzhauptstadt von Sichuan, liegt die Stadt Leshan.

Leshan, das früher Jiazhou hieß, ist geographisch gesehen eher eine Kleinstadt. Der Name Leshan aber ist weithin bekannt. Denn Leshan ist die Heimatstadt des bekannten Schriftstellers Su Shi und besitzt eine herausragende Sehenswürdigkeit? den Leshan-Buddha, die größte steinerne Buddha-Statue der Welt.

Die Statue wurde aus den Felsen des Lingyun-Gebirges geschlagen, und zwar genau an der Stelle, an der die Flüsse Mingjiang, Qingyi und Dadu zusammenfließen.

Genau an dieser Stelle passierten wegen der unberechenbaren Strömung immer wieder Bootsunfälle. Die Menschen an den Flüssen glaubten, dass ein Drache unter dem Wasser lebe und die Fluten und Havarien verursache.

Ein Mönch namens Hai-Tong beschloss deshalb, eine riesige Buddhastatue an dem Zusammenfluss zu bauen, um den Drachen zu bändigen.

Mehr als 20 Jahre brauchte der Mönch, um ausreichend Geld für die Statue aufzutreiben.

Als das Geld herbeigeschafft war und die Bauarbeit beginnen sollten, schikanierte der Kreisvorsteher den Mönch und seine Arbeiter, um selbst an das aufgetriebene Geld zu kommen. Der Mönch war darüber so zornig, dass er sich vor dem Kreisvorsteher seine Augen herausschnitt. Dabei schrie Hai-Tong dem habgierigen Kreisvorsteher entgegen: Du kannst meine Augen bekommen, aber das Geld für den Buddha nicht.

Aus Furcht vor dem Zorn des Mönches und seinen Anhängern, machte der Kreisvorsteher sich davon. So konnte der Bau der Buddhastatue beginnen.

Leider erlebte Meister Hai Tong die Fertigstellung der Buddha-Statue nicht mehr. Erst viele Jahre nach dem Tod des Mönches wurde die Statue fertiggestellt. Die Bauarbeiten zogen sich insgesamt 90 Jahre hin.

Nach Hai Tongs Tod errichtete man zu Ehren des Mönchs auf dem Lingyin-Gebirge einen Tempel und eine 13-stufige Pagode. In dem Tempel kann man heute eine Statue von Meister Hai Tong besichtigen. Die Statue trägt ernste Gesichtszüge. In der Hand hält sie einen Teller, auf dem die Augäpfel des Mönches liegen. So erinnert die Statue den Besucher an die Frömmigkeit des Meisters.

Seit der Fertigstellung der Buddhastatue kam es an der Stelle des Zusammenflusses tatsächlich zu weniger Bootsunfällen. Grund dafür ist, dass beim Bau der Statue große Steine aus dem Fels geschlagen wurden, von denen viele in das Flussbett fielen. Dadurch wurde der Strom ruhiger und die Schifffahrt sicherer.

Steht man vor der Buddhastatue, erscheinen die konkreten Zahlen über die Größe der Statue unwichtig. Zu Füßen der Statue mit dem Kopf nach oben zum mächtigen Kopf in schwindelnder Höhe, das allein reicht, um Ehrfurcht zu erregen.

Seit 1000 Jahren thront der Buddha still an dem Zusammenfluss von Mingjiang, Qingyi und Dadu und bietet den Besuchern einen atemberaubenden Anblick.