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Missionen im All
  2009-05-27 12:31:50  cri
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Am 27. September 2008 trat der chinesische Astronaut Zhai Zhigang etwa 300 Kilometer von der Erdoberfläche entfernt ins Weltall hinaus.

Das waren Zhai Zhigangs Grußworte aus dem All an alle Menschen auf der Erde. Er ist der erste Chinese, der einen Weltraumspaziergang unternahm. China ist damit das dritte Land nach Russland und den USA, das zu solchen Aufgaben fähig ist.

Die bemannte Raumfahrt symbolisiert die wissenschaftlich-technischen Fähigkeiten eines Landes. Gleichzeitig gehört die bemannte Raumfahrt zu den schwierigsten und risikoreichsten Unternehmungen in der Welt. Denn zahlreiche Hightech-Forschungszweige wie etwa Raketen- und Raumfahrtstechnik, Fernerkundung, Kommunikation und vieles mehr treffen hier aufeinander. Ohne eine hoch entwickelte Wissenschaft und Technik und ohne starke Forschungskapazitäten wäre ein Weltraumspaziergang nicht möglich, sagt Zhang Jianqi, stellvertretender Kommandeur des bemannten chinesischen Raumfahrtsprogramms.

"Die Luftschleuse unserer Raumkapsel muss technisch in der Lage sein, Luft herauszulassen und gleichzeitig den alten Luftdruck wieder herzustellen. Dieses technische Kunststückchen wurde gemeistert. Weitere Erfolge gab es bei der Entwicklung der Raumanzüge, bei Mikromaschinen und –elektronik sowie bei einigen neuen Materialien."

Im chinesischen Raumfahrtsprogramm arbeiten über 100.000 Ingenieure und Techniker. Über 100 wissenschaftliche Organisationen und Firmen sind ebenfalls daran beteiligt. Heute gibt es in ganz China 35 Millionen Wissenschaftler und Techniker. Dabei übersteigen die momentanen Ausgaben für Forschung und Entwicklung 300 Milliarden Yuan RMB pro Jahr. Dagegen gab es vor 60 Jahren, also zur Geburtsstunde der VR China, nur knapp 500 Wissenschaftler und Forscher im Land. Eine Weltallmission waren zu jener Zeit nur ein Traum.

Von Beginn an hat die Regierung der Volksrepublik die Entwicklung von Wissenschaft und Technik gefördert. Langfristige Pläne zum Aufbau des wissenschaftlich-technologischen Sektors gab es bereits kurz nach der Gründung des Landes. Dass es rasant vorwärts ging, konnte die ganze Welt 1964 bezeugen. Damals stieg in einer Wüste in Nordwestchina eine Pilzwolke auf: Chinas erste Atombombe. Es ging dann auch Schlag auf Schlag weiter. Drei Jahre später wurde auch die erste chinesische Wasserstoffbombe erfolgreich getestet. Und 1970 schoss China seinen ersten Satelliten - Dong Fang Hong Nr. I ins All. Das wissenschaftlich-technische Know-how dieser Entwicklungen habe die Grundlage für das weitere Raumfahrtprogramm Chinas gebildet, erklärt Mei Yonghong vom chinesischen Wissenschaftsministerium:

"Dank der Entwicklung der Wissenschaft und Technik konnten wir ein immenses Wissen ansammeln. Wir verfügen in China über komplett aufgebaute Wissenschaftszweige, was nur sehr selten in der Welt zu finden ist. Außerdem haben wir einen großen Pool von Fachkräften und Experten schaffen können. Dabei sind wir in all diesen Bereichen Weltspitze."

Seit 1978 befindet sich China in der Phase der Reform- und Öffnung. Von diesem Zeitpunkt an rückten Wissenschaft und Technik in den Mittelpunkt der strategischen Produktivitätsplanung. Derzeit befindet sich China in der Erntezeit dieser langfristigen Planung. Jährlich werden rund 20.000 wissenschaftlich-technologische Arbeiten veröffentlicht bzw. entwickelt. Dies umfasst die Bereiche Grundlagenforschung, Energie, Landwirtschaft, Umweltschutz und vieles mehr. Wissenschaft und Technik bilden wichtige Grundsäulen für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung und haben direkten Einfluss auf das Leben der Chinesen.

Dank langjähriger Vorbereitungen kann das chinesische bemannte Raumfahrtprogramm von Anfang an auf starke technische Reserven zurückgreifen. Bevor der erste chinesische Astronaut ins All flog, hatte China bereits über 50 Satelliten auf eigene Faust entwickelt bzw. gestartet. Zudem hat China selbstständig die Trägerrakete der Serie "Langer Marsch" entwickelt. Diese hat bereits über 70 in- und ausländische Satelliten in den Weltraum gebracht.

Dann im Oktober 2003 führte China zum ersten Mal eine bemannte Raumfahrtsmission durch. Der Astronaut Yang Liwei blieb über 21 Stunden im All. 2005 folgte dann die zweite bemannte Raumfahrtsmission. Zwei chinesische Astronauten verbrachten 5 Tage im All, bevor sie zur Erde zurückkehrten. Im September 2008 flogen dann drei Astronauten mit der Raumkapsel "Shenzhou VII" ins All und blieben dort knapp 3 Tage. Während dieser Mission war es Zhai Zhigang, der als erster Chinese einen Weltraumspaziergang unternahm.

Seit einiger Zeit haben die Chinesen bereits den Mond als nächstes Ziel im Visier. Im Oktober 2007 wurde Chinas erste Monderkundungssonde "Chang'e I" gestartet. Ein Jahr später habe dann "Chang'e I" die Mission erfolgreich erfüllt, sagt der Chefkonstrukteur des chinesischen Mondsondierungsprogramms, Sun Jiadong.

"Zu Beginn drehten sich alle unsere Bemühungen um die erdnahe Sphäre sozusagen. Dass heißt der Bereich, der sich in einer Höhe von mehreren Hundert bis mehreren Tausend oder gar zehn Tausend Kilometern über der Erde befindet. Da wir mittlerweile ein gewisses Know-how in Sachen Raumfahrt entwickelt haben, werden wir bestimmt noch in die tiefen des Weltraums vordringen. Das erste Ziel ist der Mond. "

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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