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Ein Blick auf das "Paradies der Erde"—Hangzhou
  2010-12-30 11:20:27  cri
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'Schrebergärten'? Die erste Frage zu Hangzhou tritt bereits im Flugzeug auf. Beim Anflug auf den Flughafen überfliegt man dutzende, hunderte oder gar tausende kleine Felder, ganz offensichtlich kleine Felder. Und das können wohl nur 'Schrebergärten' sein, dieser wahrscheinlich schwer zu übersetzende Ausdruck, der in Wien jene kleinen Gärten bezeichnet, die sich Stadtbewohner am Stadtrand halten, um ihren Eigenbedarf an Gemüse und Obst aufzubessern - und um eine kleine ruhe Oase neben der Stadtwohnung zu haben. Allerdings: bei der Einfahrt über die Flughafenautobahn stellen sich diese 'Schrebergärten' als alles andere als kleine Felder heraus, sondern es weist sich, dass diese Felder zu etwas ganz typischen von Hangzhou zählen. Es sind richtige 'Farmer', die hier ihr Geschäft betreiben. Die Bauern-Höfe in Hangzhou sind wohl die smartesten, die ich bisher gesehen habe. Sie haben ihre vergleichsweise kleinen Felder nicht dem Reisanbau gewidmet, sondern viel lukrativeren Anbau von Blumen, Bonsai und sonstigen Spezialprodukten, die auch ganz offensichtlich lukrativ sind. Und sie haben 'Bauernhöfe', die sofort ins Auge fallen: Es sind fast europäische Villen, die hier zu finden sind. Über Kilometer fährt der Bus vom Flughafen an diesen hübschen Gebäuden vorbei, die dem Europäer ein Gefühl der Wiedererkennung geben. Und woran hält sich das Auge des Besuchers in der Fremde? An etwas bekanntem. Und somit zählt die Einfahrt vom Flughafen in die Stadt für Europäer zu den angenehmsten, die man sich vorstellen kann. Insbesondere wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass auch in den schönsten Städten weltweit die Einfahrt vom Flughafen üblicherweise zu den hässlichsten zu zählen ist. In Hanzhou sieht der Besucher aber statt Industriegebieten, Ölraffinerien oder riesigen unerschlossenen Gebieten gut erschlossene Bauernhöfe mit einem einzigartigen Flair.

West-See: Und schon wieder kommen heimatliche Gefühle hoch. Der See könnte so, wie er so hübsch zwischen Bergen und Hügeln eingebettet liegt, auf der Stelle auch irgendwo in Österreich liegen. Und die typischen chinesischen Häuser und Gebäude, die alle ein wenig bunter, verspielter und detailreicher sind. Ja, und natürlich die Skyline der Stadt. Das ist das Beeindruckendste für mein Auge: Unmittelbar hinter einem ruhigen, lieblichen Ausflugssee öffnet sich am Horizont die beeindruckende Skyline einer Millionen-Metropole von einer Größe, wie es nur eine handvoll europäischer Städte haben.

Es ist diese schnelle und scharfe Grenze zwischen Natur und Ruhe auf der einen Seite und der unmittelbar daneben liegenden urbanen Hektik. Alles liegt eng beieinander, und passt offenbar auch so gut zusammen. Es ist ohnehin eine völlig neue Erfahrung, dass eine Stadt mit vier, fünf oder gar sechs Millionen Einwohnern als 'ruhig' und 'entspannend' gelten kann. Aber für Hangzhou gilt das auf jeden Fall - es macht sich (auch im Kontrast zu Beijing) sofort ein Gefühl der Ruhe bemerkbar, und das in einer Stadt, die in ihrer Größe zu den Metropolen Europas zählen würde. Das hängt wohl auch mit dem milden Klima zusammen, denn was gibt es Beruhigenderes als im kalten und grauen Dezember eine Bootsfahrt über einen hübschen und netten See zu unternehmen, und dabei das Wetter zu genießen (und nicht zu vergessen die Skyline von Hangzhou im Hintergrund, die dieses beeindruckende Flair ergänzt).

Es ist eine sehr 'europäische' Stadt, habe ich den Eindruck. Oder zumindest findet das Auge in aller Exotik immer wieder Erinnerungen an die Heimat, die bei aller Freude an neuem auch wohltuend sind. Und es wundert mich nicht mehr, dass China und die Einwohner von Hangzhou so stolz auf ihre Stadt sind und nicht zu unrecht zu den touristischen Highlights dieses vielfältigen Landes zählen. Beinahe findet man es schade, dass sich so viele Europär das nicht weit entfernte Shanghai bereisen und diese je nach Ansicht nach 'kleine' oder 'riesengroße' Stadt in der Nähe nicht bemerken. Aber was gibt es für einen netteren Widerspruch für einen Reisenden zu entdecken: einen 'Geheimtipp' mit sechs Millionen Einwohnern!

Marcus Hebein aus Hangzhou

30.12.2010

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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