"Die Unternehmenslandschaft in Deutschland wird maßgeblich bestimmt durch kleine und mittlere Unternehmen. Es gibt verschiedene statistische Ansätze, KMUs zu erfassen. Mal erfasst man Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern. Das ist eher die Definition, die die EU verwendet. In Deutschland ist es gemäß dem Institut für Mittelstandsforschung in Bonn statistisch abgrenzt: die KMUs sind die mit weniger als 500 Mitarbeitern."
Gemäß der Definition des Bonner Instituts für Mittelstandforschung hat Deutschland momentan 3,15 Millionen kleine Unternehmen und 427.000 mittelgroße Unternehmen. Die Zahl der Großunternehmen beträgt nur etwa 12.000. Obwohl der Umsatz des Mittelstands viel geringer ist als bei den Großunternehmen, sind KMUs eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft sowie der Beschäftigungsförderung. Dazu Lehnfeld.
"Wenn wir jetzt anschauen, wie hoch die Beschäftigungseffekte eben sind, ist es so, dass 21 Millionen Menschen bei KMUs beschäftigt sind. Das ist mit 79,6 Prozent ein sehr hoher Anteil. Und das zeigt eben, warum die deutsche Politik immer ein großes Auge auf den Mittelstand hat, denn eine mittelstandfreundliche Politik heißt auch immer eine Politik, die für mittelständische Unternehmen sehr gut ist, und sich sicher auch auf die Beschäftigung in Deutschland sehr positiv auswirkt. Und zum anderen haben mittelständische Unternehmen an der Nettowertschöpfung einen Anteil von 51,3 Prozent."
Im Vergleich zu anderen Ländern bietet Deutschland eigentlich weniger direkte Vergünstigungen wie Steuersenkungen für KMUs. Die Bundesregierung unterstützt KMUs eher durch die Gründung von Beratungsunternehmen wie Germany Trade & Invest GmbH, das kostenlose Informationen für Investoren anbietet. Die deutschen KMUs müssen sich selbst bemühen, auf dem Markt erfolgreich zu sein. Die meisten KMUs tun dies durch Förderung von Forschung und Entwicklung, insbesondere in Nischenmärkten. Damit sollen neue und wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen entwickelt werden. Lehnfeld erklärt weiter.
"KMUs investieren sehr viel in Forschung und Entwicklung. Denn wir haben gesehen wie viele Unternehmen es in Deutschland eigentlich gibt. Um am Markt erfolgreich zu sein, muss man sehr viel in Forschung und Entwicklung investieren, damit die Produkte besser sind als die der Konkurrenz. Das ist der Grund, warum die deutschen Unternehmen, besonders die KMUs, sehr viel investieren in die Entwicklung neuer Produkte, neuer Prozesse oder neuer Dienstleistungen. Das führt dazu, dass die Zahl des Forschungspersonals von 2004 bis 2010 auch sehr stark steigen konnte."
Doch profitieren die deutschen KMUs auch von der gemeinsamen Währung der EU. Etwa über die Hälfte der deutschen Exporte geht in den EU-Binnenmarkt. Damit sind Wechselkursschwankungen für deutsche KMUs kein großes Thema mehr, obwohl chinesische KMUs noch sehr sensibel darauf reagieren.



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