Experten sagen, dass im kritischen Moment des Führungswechsels und demokratischen Übergangs in Ägypten die Reise von Clinton darauf abzielte, die beiderseitigen Beziehungen zu festigen und das gegenseitige Vertrauen zu vertiefen. Damit sollte gleichzeitig der Einfluss der USA in Ägypten sowie im Nahen Osten erhalten beziehungsweise intensiviert werden. Für die Interessen der USA ungünstige Faktoren sollten gleichzeitig beseitigt werden.
Ägypten hat als flächenmäßig großes Land enormen regionalen Einfluss im Nahen Osten und in Nordafrika. Obwohl der frühere Präsident Mubarak Anfang dieses Jahres nach anhaltenden Demonstrationen zurückgetreten und die Wirtschaft des Landes beeinträchtigt ist, weiß die US-Regierung um die weiterhin unveränderte wichtige strategische Stellung Ägyptens. Der traditionell große politische Einfluss und die militärische Stärke des Landes sind nicht zu unterschätzen. Die US-Regierung hofft daher, dass trotz der gegenwärtigen politischen Umwandlung diese Stärke aufrechterhalten bleibt. So soll im Nahen Osten ein neues demokratisches Muster gestaltet werden, welches den Interessen der USA entspricht. Clinton hat bei ihrem Besuch mehrmals betont, dass die USA und Ägypten mehrere gemeinsame Interessen hätten und dass beide Staaten nach wie vor gute strategische Beziehungen pflegten. Während des Treffens mit dem ägyptischen Militärchef Mohamed Hussein Tantawi Soliman sagte Clinton, die US-Regierung wolle die gegenseitige Kooperation weiterhin pflegen und den demokratischen Prozess in dem Land antreiben. Zudem werde Ägypten weiterhin als wichtiger strategischer Partner in der Region betrachtet.
Zudem hofft die US-Regierung, mit dem Besuch von Clinton das Vertrauen der ägyptischen Bevölkerung gegenüber den USA gesteigert zu haben. Zu Beginn der Demonstrationen hatte die amerikanische Seite zwar einerseits die Machthaber aufgefordert, die Ansprüche des Volkes zu beachten. Andererseits wurde die Regierung von Mubarak weiter unterstützt. Dies führte unter den Demonstrierenden zu viel Unzufriedenheit. Während des Aufenthalts von US-Außenministerin Clinton haben demzufolge auch einige ägyptische Jugendorganisationen die Nahost-Politik der USA kritisiert und erkennen lassen, dass sie den Besuch von Clinton nicht begrüßten. Zudem forderten sie die US-Regierung auf, die Politik gegenüber Ägypten zu ändern und neue Vorgehensweisen zu erarbeiten, die den gleichberechtigten Interessen beider Seiten entsprechen. Clinton reagierte auf diese Äußerungen und besichtigte eigens den Befreiungsplatz. Dabei sagte sie, die USA stünden nach wie vor zum ägyptischen Volk.



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